Enten in Wiesenburg gestohlen

Wiesenburg. Als Cindy Schubert an diesem Montag in den Garten ging, um ihre Enten aus dem Stall zu lassen, traf sie der Schlag. Die Box in dem kleinen Schuppen, wo die Tiere die Nacht verbrachten, war leer. Schon beim Aufstehen hatte sie ein ungutes Gefühl, hatte sie doch vergessen, die große Eingangstür zu schließen. Jedoch ist das gesamte Grundstück eingezäunt. Cindy Schubert fürchtete erst, der Fuchs könnte sich gütlich getan haben. Sie rief ihren Mann zur Hilfe. Aber weit und breit gab es keine Anzeichen dafür, keine einzige Feder, rein gar nichts. Also blieb nur Diebstahl als Erklärung. Man kommt an den Stall nur von der Rückseite heran. Da die Hunde über Nacht im Haus sind, haben auch diese nicht angemeldet. Die Enten hatten inzwischen schon ein Gewicht von 1,5 Kilo.

Seit vier Jahren wohnt Cindy Schubert mit ihrem Mann und den beiden vier und sieben jährigen Söhnen in dem Haus in der Raiffeisenstraße in Wiesenburg. Und Tiere gehören einfach mit dazu. Neben zwei Hunden und zwei Katzen gibt es Kaninchen. „Das mit den Enten war eine Premiere“, erzählt Cindy Schubert.

Es gab eine ungenutzte Ecke im Garten und so hatte sie die Idee, es doch mal mit Enten zu versuchen. Zum einen hätte die Familie so ihr eigenes Biofleisch für eine bewusste Ernährung, zum anderen wollte sie ihren beiden Söhnen zeigen, wie aus einem Ei große Enten werden. Also holte sich die Familie sechs Enteneier. Diese wurden in einem Inkubator ausgebrütet. Und es schlüpften tatsächlich alle sechs Küken. Die lebten nun, ganz zur Freude der Kinder, die ersten vier Wochen mit im Wohnzimmer. Und durften sogar mit in die Badewanne. „Mama, die müssen doch schwimmen lernen“, erklärten die Söhne. Auch sonst wurden die Kindern beim Futter machen und reinigen mit eingebunden.

Für die Kinder war der Schock am größten. Cindy Schubert ist wütend und traurig zugleich. „Wir leben doch in einer Dorfgemeinschaft“, sagte sie fassungslos. Da hielt sie solche Dinge eigentlich nicht für möglich. Denn der oder die Täter müssen sich ausgekannt haben und zusätzlich die Gepflogenheiten der Familie gekannt oder ausgekundschaftet haben. Seitdem schläft Cindy Schubert unruhig, und auch wenn sie arbeiten ist, hat sie ein mulmiges Gefühl. Kommt der wieder? Was ist mit den Hunden, lassen die sich mit einem Leckerli besänftigen? Wird in Garage oder Haus eingebrochen? Nachts bleibt seitdem die Jalousie der Terrassentür offen, damit die Hunde mitbekommen, wenn sich auf dem Grundstück etwas tut.

Cindy Schubert hat inzwischen Anzeige bei der Polizei erstattet. Und bittet auch alle Leser, die Augen offen zu halten, ob irgendwo plötzlich Enten auftauchen, die vorher nicht da waren, weil man sie „geschenkt“ bekommen hat.

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