Wiesenburg. Wer hatte als Kind nicht eine Lieblingspuppe oder ein Lieblingsstofftier? Da waren wohl Mädchen und Jungen gleich. Viele haben ihre Kindheitsbegleiter bis ins Alter aufbewahrt.
Auch Ulrike Friese war schon in ihrer Kindheit von Puppen fasziniert. Sie nähte diese aus Stoffresten ihrer Mutter, die Schneiderin war. Während einer persönlichen Lebenskrise lernte sie bei einem Aufenthalt auf Sizilien eine Puppenmacherin kennen und nahm den Faden wieder auf. Jetzt zeigt sie ihre Puppen erstmals einer breiten Öffentlichkeit. Ihre Ausstellung in der Alten Schule Wiesenburg wird am 6. April um 18 Uhr eröffnet und geht bis zum 26. Mai. Schon die ersten Eindrücke sind fantastisch, teilweise kommt man sich vor wie in einer Puppenstube. Die Hintergründe hat Ulrike Friese jedoch eigens für die Ausstellung entworfen.

Ulrike Friese lebt und arbeitet in Köln als Künstlerin, Kunstpädagogin und -therapeutin, Chemielaborantin, und Einkäuferin. Die erste Puppe war Lola. Sie hat bis heute einen Ehrenplatz in einer Vitrine und ist der Star der Truppe und haucht den neuen Puppen ihre Seele ein.
Nach und nach wurden es immer mehr. Wie viel genau, kann Ulrike Friese gar nicht sagen. „Aber bestimmt 100 Stück“, schmunzelt sie:
„Puppen können ausdrücken, was man sich nicht zu sagen traut und verstehen sofort jede Sprache.“
Für Ulrike Friese bleibt die Magie der Puppen lebendig. Ja, die Lola-Puppen sind lustig und laden zum Schmunzeln ein. Und gleichzeitig beherbergen sie diese Magie. Sicher können viele Betrachter Geschichten aus ihrem Leben, die in Verbindung mit Puppen stehen, berichten – mögen sie schön oder traurig sein.
Einige Puppen haben inzwischen ein neues Zuhause gefunden. Sie gehen mit den neuen Besitzern sogar auf Reisen und posieren auf Fotos vor Sehenswürdigkeiten und Landschaften auf der ganzen Welt. Viele solcher Fotos hat Ulrike Friese inzwischen bekommen.
So ist es aber auch für sie Zeit, sich zu lösen und etwas Neues zu beginnen. Ulrike Friese will ihre Puppen auch verkaufen. Meist sind es Frauen, die sie genäht hat. „Ich muss wohl noch ein paar Männer nähen“, lacht sie.
Inzwischen bietet Ulrike Friese auch Kurse an. Sie hat die Schnitte vereinfacht, so dass jeder am Ende eine fertig angekleidete Puppe mitnehmen kann. Auch in Wiesenburg wird es am 11. Mai einen solchen in der Alten Schule geben.
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