Klein Marzehns. Wie viele andere Gemeinden in Potsdam-Mittelmark ist das Geld auch in der Gemeinde Rabenstein/Fläming mehr als knapp. Am 1. September beschlossen die Gemeindevertreter einstimmig die Haushaltssatzung für dieses Jahr mit dem weiterführenden Haushaltssicherungskonzept.
Da 1.712.500 Euro Erträge 1.887.700 Euro Aufwendungen entgegenstehen, kommt es auch 2026 zu einem Defizit in Höhe von 175.200 Euro.
In der Gemeinde mit den Orts- und Gemeindeteilen Buchholz, Garrey, Wüstemark, Zixdorf, Groß Marzehns, Klein Marzehns, Raben, Rädigke und Neuendorf leben derzeit 763 Einwohner. Sie ist landschaftlich sehr reizvoll, aber strukturschwach. Landwirtschaft und Kleingewerbe prägen Rabenstein im Hohen Fläming. Die zu geringe Steuerkraft bei gleichzeitig hoher Umlagelast im Bereich der Transferaufwendungen sind die Kernprobleme des Haushaltes. Die Transferaufwendungen setzen sich hauptsächlich zusammen aus der Amtsumlage, Kreisumlage und die Umlage für Kita und Schule. Die Gelder des Landes, die sogenannten Schlüsselzuweisungen, reichen nicht aus, um diese Ausgaben zu decken. Weitere Pflichtaufgaben sowie freiwillige Aufgaben der Gemeinde kommen hinzu, die das Defizit vergrößern. Wesentliche Einschränkungen im Bereich der freiwilligen Aufgaben, zu denen zum Beispiel die Dorfgemeinschaftshäuser, die Spielplätze, die Heimatpflege und die gemeindeeigenen Wohnungen gehören, würden zum Verlust an Attraktivität der Gemeinde führen und die Einwohnerzahl und damit auch die Steuerkraft auf lange Sicht reduzieren. Deshalb lehnt die Gemeindevertretung hier starke Einsparungen bzw. Schließungen ab.
Das bestehende Haushaltssicherungskonzept zeigte 2025 die ersten positiven Schritte. Die Anhebung der Hebesätze der Grundsteuer A und der Grundsteuer B sowie die Erhöhung der Hundesteuer führten bereits zu einem Mehrertrag von 44.200 Euro. Laut Haushaltssicherungskonzept wird die Entwicklung der durchschnittlichen Hebesätze des Landes zwar weiterhin beobachtet, aber zeitnah nicht erhöht. Auch die HundehalterInnen brauchen eine weitere Steuererhöhung nicht befürchten.
Allerdings können sich PächterInnen und MieterInnen zukünftig auf eine Überprüfung und Anpassung ihrer Verträge mit der Gemeinde und einer unvermeidlichen Erhöhung einstellen.
Eine finanzielle Entspannung könnte ein in Planung stehender Windpark bringen. Attraktiv wirken die Gewerbesteuereinnahmen, die Einmalabgabe pro Jahr und Windrad und eine verlockende umsatzabhängige Gewinnbeteiligung. Allerdings hängt der Umsatz wiederum vom Wind und den Strompreisen ab. Des Weiteren steigen die Kreis- und Amtsumlagen bei höheren Steuereinnahmen und die Schlüsselzuweisungen des Landes sinken.
Durch die Neuvermietung der Burg Rabenstein im nächsten Jahr erhofft sich die Gemeinde zusätzlich positive Zahlen.
Mit den bereits beschlossenen Maßnahmen und den noch ausstehenden prognostiziert der vom Amt Niemegk erstellte Sanierungsplan einen strukturellen Haushaltsausgleich bis zum Jahr 2033_
„Allerdings wird sich bis zum Jahr 2033 gleichzeitig noch ein Fehlbetrag in Höhe von ca. 620.000 Euro aufbauen. Erst wenn dieser durch die Überschüsse in den Jahren ab 2033 vollständig abgebaut ist, erreicht die Gemeinde auch den erforderlichen gesetzlichen Haushaltsausgleich. Das wird voraussichtlich im Jahr 2040 der Fall sein.“
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