Kloster Lehnin: Das Einzelhandelskonzept wird fortgeschrieben – Edeka fürchtet Verdrängungswettbewerb

Kloster Lehnin. Carmen Schmidt verließ enttäuscht die Sitzung der Gemeindevertretung Kloster Lehnin am 15. September 2026. Dort wurde in ihrem Beisein die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes beschlossen. Ohne große Diskussion stimmten die Gemeindevertreter für die Vorlage, obwohl die Betreiberin der beiden Edeka-Läden im Ort starke Zweifel an dem Papier angemeldet hatte.

Carmen Schmidt will gemeinsam mit der Edeka-Gruppe ihren Markt in Kaltenhausen um 600 Quadratmeter Fläche erweitern. Der Bebauungsplan dafür liegt vor. „Im Vertrauen auf stabile Rahmenbedingungen, wollen wir dabei mehrere Millionen Euro in unseren Markt in Kaltenhausen investieren“, schrieb Paul Fieseler, bei Edeka für die Expansion zuständig, in einem Brief an Bürgermeister Uwe Brückner und die Gemeindevertreter. Mit dem Beschluss sieht Fieseler die Grundlage dafür in Gefahr.

Denn in dem beschlossenen Konzept ist die Rede von der Ansiedlung eines Vollsortimenters sowie eines Drogeriemarktes in der Belziger Chaussee. Dort soll auch die neue Rettungswache entstehen sowie ein neues Wohngebiet entwickelt werden.

Gerüchteweise wird berichtet, dass es sich bei dem Vollsortimenter um die REWE-Gruppe handeln soll. Da nach Angaben von Paul Fieseler sowohl dm als auch Rossmann kein Interesse an einer Drogerieansiedlung in Kloster Lehnin haben und auch der in Damsdorf neben Norma geplante Drogeriemarkt bislang keinen Betreiber findet, darf man gespannt sein, ob die Ankündigung eintrifft.

Frau Schmidt fürchtet auf jedem Fall einen ruinösen Wettbewerb. Sie rechnet vor, dass bei den genannten Ansiedlungen und der Edeka-Erweiterung auf 1.000 Einwohner 651 Quadratmeter Einkaufsfläche entfallen würden, der Bundesdurchschnitt beträgt 395 m² – und das bei einer unterdurchschnittlichen Kaufkraft.
Carmen Schmidt betreibt neben dem Edeka auch den Nah & Gut-Markt im Ortsteil Lehnin, sie führt die Märkte seit über 30 Jahren.

Die Gemeindevertretung beschloss trotz der Einwände mehrheitlich die Fortschreibung des Konzeptes zur Festlegung zentraler Versorgungsbereiche und zur Prüfung geplanter Einzelhandelsentwicklungen. Es bildet die Grundlage für die Steuerung des großflächigen Einzelhandels in der Gemeinde.

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