Ziesar. Spannung liegt in der Luft wie vor einem großen Ereignis. In der dunklen Gartenstraße sind alle Lichter erloschen. Die Menge zählt: 10, 9, 8, 7 … der Countdown zum Lichterfest läuft. Dann wird es hell: 100 Lampen ließen das alte E-Werk in Ziesar erstrahlen.
Die zahlreichen Zuschauer applaudieren und riefen „Ah“ und „Zugabe“, worauf Kurt Weißflor den Vorgang mehrmals wiederholt. So ähnlich mag es vor 120 Jahren gewesen sein, als in Ziesar erstmals die Straßenlampen eingeschaltet wurden.
Die Demonstration erinnerte an die Einführung des elektrischen Lichts in Ziesar. Es war eine kluge Entscheidung der damaligen Stadtväter, ein Elektrizitätswerk in Ziesar zu errichten. Das ist nun bereits 120 Jahre her.
Kurt und Anett Weißflor unterstützten die Feier und laden zum Tag der offenen Tür in die Gartenstraße ein. Zu sehen ist alte Technik. Auch alte Fotos und Schriftstücke aus dem Privatbesitz ehemaliger Beschäftigter des Werks werden gezeigt. Ein weiterer Anziehungspunkt ist der alte Brunnen auf dem Hof, den Kurt Weißflor in mühevoller Arbeit freigelegt und mit der alten Pumpenanlage versehen hatte. Die „Techniker“ werden von der historischen Technik begeistert sein.
Am Nachmittag, ab 14 Uhr, wird Kaffee und Kuchen serviert. Die Eltern der Kinderstube „Teddybär“ in Ziesar unter Leitung von Jana Laufeld, stellen den Kuchen bereit. Der Erlös verbleibt bei den Kindern. Gegrilltes wird angeboten.
Gegen 17.45 Uhr ist ein kleiner Fackelumzug eingeplant. Jeder kann eine historische Lichtquelle mitbringen. Eine moderne Lichtquelle kann auch mitgebracht werden.
Das Lichtfest anlässlich des 120. Geburtstages findet am Sonnabend, 3. Oktober von 13 bis 18 Uhr in der Gartenstraße 3 in Ziesar statt.
(Artikelbild: Ehemaliges Elektrizitätswerk von Ziesar. Am 9. September 1906 wurde hier für die Stadt Strom bereitgestellt. Ein kleines Museum erzählt die Geschichte.)
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