Treuenbrietzen. Eigentlich sollten die Alttextilcontainer seit dem 30. September weg sein. Doch sie stehen noch. Die Stadt macht der Betreiberfirma Druck. Ein Pilotprojekt soll Ersatz bringen.
Sie sollten längst verschwunden sein, doch sie stehen noch: Die Altkleidercontainer in Treuenbrietzen. Die Betreiberfirma hat den Vertrag wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit gekündigt, geräumt wurde aber nicht. Das berichtete der Leiter des Bürgeramtes Christian Gronemeier-Pohl bei der 6. Sitzung des Ausschusses für Bildung, Ordnung und Sicherheit der SVV Treuenbrietzen, die am 13. Oktober im Gebäude des Freibads Dietersdorf stattfand.
Frist gesetzt, Reaktion offen
Die Stadtverwaltung hat der Betreiberin inzwischen ein Schreiben mit einer Frist zur Räumung geschickt. Ob und wann etwas passiert, ist offen. “Wir müssen abwarten”, so die Botschaft aus der Verwaltung. Dabei drängt die Zeit. Die Container seien ein potenzieller Ungezieferherd, warnte ein Stadtverordneter. Im Herbst bauen Ratten ihre Winternester, und genau dort finden sie Unterschlupf und Nahrung.
Bauhof als Zwischenlager?
Die Stadtverordnete Anja Schmollack (CDU) schlug vor zu prüfen, ob die Container vorübergehend auf dem Bauhof zwischengelagert werden könnten. „Denn solange sie da stehen, lagern Menschen ihre Alttextilien weiter ab“, so die 45-Jährige. Gronemeier-Pohl hält das für wenig praktikabel. Die Container seien randvoll und entsprechend schwer, zum Bewegen brauche man spezielle Technik.
Die Stadt spricht nun mit dem Abfallentsorger APM darüber, ob sich die Entsorgung gemeinsam und fachgerecht organisieren lässt. Man sei in der Problemlösung, hoffe aber weiter, dass die Container bis zum Fristende geräumt werden, so Gronemeier-Pohl:
„Der Landkreis und die APM bemühen sich um Alternative für die Altkleidercontainer. Jetzt startet die zweite Phase für ein Altkleider-Mobil. Nach Amt Brück ist nun auch Treuenbrietzen dran.“ Christian Gronemeier-Pohl
Pilotprojekt: Das Altkleider-Mobil kommt
Als Alternative erprobt der Landkreis gemeinsam mit APM ein Alttextilmobil, das ähnlich wie die Müllabfuhr feste Standorte anfährt. Eine erste Testphase lief im Amt Brück. 17 Standorte wurden im Abstand von zwei Wochen angefahren.
Die Bilanz kann sich sehen lassen: 183 Menschen brachten ihre alten Kleider persönlich vorbei, zusammen waren es drei Tonnen und 146 Kilo. Rechnerisch hat jeder Teilnehmer damit rund 17 Kilo mitgebracht, also gut einen vollen Kleidersack. Auch bei der Qualität gab es nichts zu beanstanden: Die Ware war gut genug für die Wiederverwendung, und die Verantwortlichen zeigten sich damit “sehr zufrieden”.
Doch für eine wirtschaftliche Sammlung war die Menge zu gering. Deshalb folgt nun eine zweite Testphase, bei der Reichweite und Wirtschaftlichkeit steigen sollen. Diesmal ist Treuenbrietzen dabei.
Termine folgen
Welche Standorte und Termine es geben wird, wird derzeit mit der Verwaltung abgestimmt. Informiert wird über APM sowie über die Social-Media-Kanäle und die Website der Stadt, rechtzeitig vor dem ersten Termin.
Bis dahin heißt es für Treuenbrietzens Bürger: nichts mehr an die Container stellen, auch wenn sie noch da sind. Und für die Stadt: hoffen, dass die Firma schneller reagiert als die Ratten.
(Artikelbild: Die Alttextilcontainer in Treuenbrietzen quellen über)
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