Ortsfeuerwehr Bardenitz

Einsatzfähig, aber ohne Spielraum: Was die Feuerwehr Treuenbrietzen braucht

Mehr Einsätze, alte Fahrzeuge, teure Technik: Die Stadt muss in ihre Wehr investieren, sonst wird es eng.

Treuenbrietzen. 156 Mal mussten die Feuerwehrleute der Stadt allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ausrücken. Im ganzen Jahr 2025 waren es 108 Einsätze. Das Plus liegt bei etwa 44 Prozent, und 2026 ist noch nicht vorbei. Stadtwehrführer Olaf Fetz hat im Ausschuss für Bildung, Ordnung und Sicherheit am 13. Oktober offengelegt, in welchem Zustand die Wehr diese Last trägt.

Zwei Großbrände belasteten Kräfte und Kasse

Viele der Brände gingen nicht auf Unglücksfälle zurück, sondern auf Brandstiftung und menschliches Handeln. Besonders hart traf es die Einsatzkräfte im Mai und Juni: Zwei Großfeuer im Fahrzeugwerk beschäftigten sie jeweils über mehrere Tage. Damit waren nicht nur die Kameraden gefordert, sondern auch die Stadtkasse. Er hofft, dass die Lage ruhig bleibt.

Personal ist da, aber mit Platzproblem

An Mitgliedern fehlt es nicht. 260 Frauen und Männer leisten aktiven Dienst, 45 von ihnen sind Frauen. Die Jungfeuerwehr zählt 123 Mitglieder, darunter 44 Mädchen. Für Fetz ist das selbstverständlich: Frauen arbeiten Einsätze heute genauso ab wie Männer, früher war das anders.

Bei den 16 Gerätehäusern der 14 Ortsfeuerwehren sieht es dagegen weniger gut aus. In Feldheim und Rietz ziehen sich die Kameraden in der Fahrzeughalle um und atmen dabei Abgase ein, weil dort eine Absauganlage fehlt. In Lobbese steht das Einsatzfahrzeug mangels Platz im privaten Carport. Auch in Feldheim müssen die Kräfte improvisieren: Dort parkt ein Anhänger in der ehemaligen Leichenhalle. In Zeuden soll ein Container als Übergangsquartier für den Anhänger dienen. In Frohnsdorf liegen Planung und Grundstück bereit, nur das Geld fehlt. Und in Bardenitz, wo das wiederbelebte alte Gerätehaus genutzt wird, müssen Dach und Tür dringend instand gesetzt werden.

Es gibt aber auch gute Nachrichten. In Marzahna ist die neue Kalthalle fertig, in Brachwitz wird eine in rund einem Monat übergeben, und in Lühsdorf werden Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehr in einem Zug fertig.

Fuhrpark: Rückstand von neun Fahrzeugen

Die Stadt unterhält 24 Einsatzfahrzeuge. Das älteste wurde 1995 gebaut und ist damit fast 31 Jahre alt. Drei weitere haben die 30 Jahre überschritten, zwei sind 29. Auch das Tanklöschfahrzeug in Marzahna und das Tragkraftspritzenfahrzeug in Feldheim zählen zu den Älteren. Wer Fahrzeuge nach rund 25 Jahren ausmustern will, müsste jedes Jahr eines ersetzen. Weil das nicht geschah, hat sich ein Rückstand von etwa neun Fahrzeugen aufgebaut. Ein weiteres Hindernis: Neue Fahrzeuge der TSF-Baureihe sind größer und passen in manche der alten Garagen nicht mehr hinein.

Schutzausrüstung: Billigvarianten und alte Helme

Jeder Kamerad besitzt mindestens einen Schutzanzug der Stufe 1, der günstigen Variante. Auf haltbarere Modelle umzusteigen, scheiterte laut Fetz bislang am Geld. Für gefährliche Innenangriffe braucht es die Anzüge der Stufe 2. Die Stadt schafft jährlich zehn Stück an, was gerade für die Atemschutzträger reicht. Ein Anzug kostet 1.450 Euro, ab Januar kommen acht Prozent Aufschlag dazu. Bei den Helmen wird es ziemlich eng: Vor zwei Jahren konnten 60 Stück getauscht werden, nun sind die etwa 30 Jahre alten Exemplare an der Reihe. Mindestens 50 Helme zu je 290 Euro werden gebraucht.

Funktechnik 144 Prozent teurer

Ähnlich angespannt ist die Lage bei der Funktechnik. Die Handfunkgeräte von 2014 fallen nach und nach aus. Vor zehn Jahren kostete ein Gerät noch 293 Euro, heute sind es 715 Euro, also fast zweieinhalb Mal so viel. Für den Ersatz von 55 Geräten sind rund 39.000 Euro nötig. Der nächste große Posten steht schon fest. Die Funkmelder müssen künftig verschlüsselungsfähig sein. Nach der neuen technischen Richtlinie der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sollen ab 2027 nur noch solche Geräte angeschafft werden, bis Ende 2028 muss der gesamte Bestand umgestellt sein. Für die Stadt bedeutet das: Alle 172 digitalen Melder fallen weg. Ein erstes Richtangebot für 100 neue liegt bei mehr als 46.000 Euro.

Fetz‘ BIlanz fälltzweigeteilt aus. Die Wehr sei derzeit noch leistungsfähig. Wenn aber nicht investiert werde, könne sich das schnell ändern.

(Artikelbild: Ulrike Fischer von der Ortsfeuerwehr Bardenitz)

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