Wiesenburg/Mark, Schmerwitz. Aufgeregt wie das HB Männchen aus der Werbung lief Eberhardt Weißbarth im Töpfercafé hin und her, bis alles zu seiner Zufriedenheit aussah. Lampenfieber hat er immer noch vor jeder Lesung, obwohl er diese schon über 100 Mal in Deutschland, Österreich und der Schweiz gehalten hat. Um genau zu sein, ist die in Schmerwitz die 105. Lesung. Gewidmet ist sie einer der größten Diven der Filmgeschichte – Hildegard Knef.
Der Filmemacher hat im Laufe seines Berufslebens zahlreiche Dokumentationen gedreht sowie größere und kleinere Fernsehspiele geschrieben. Die Dokumentation über Hildegard Knef ist wohl sein außergewöhnlichstes Projekt.
Seine Leidenschaft für die Schauspielerin und Sängerin begann bereits in seiner Jugend, genauer gesagt 1964. Damals hatte seine Mutter einen neuen Freund. Als dieser zu Besuch kam, bat sie ihren Sohn, ob er nicht vielleicht für die Zeit etwas unternehmen wolle. Weißbarth fragte seine Mutter: “Willst Du den behalten oder ist es nur eine Affäre? Dann bleib ich nämlich hier und passe auf.“ Die Mutter versicherte, dass es schon etwas Ernstes sein. Also was macht man dann? Man geht ins Kino. Eberhardt Weißbarth hatte sich die „Park-Lichtspiele“ in der Albrechtstraße ausgesucht. Heute befindet sich ein Supermarkt in dem Gebäude. Es lief der Film „Das große Liebesspiel“ mit Hildegard Knef. Eigentlich erst ab 18 freigegeben, aber Weißbarth sah älter aus als er war und kam problemlos rein. Er verliebte sich sofort in die schöne junge Frau auf der Leinwand. Sie wurde sein Idol und das bis zum heutigen Tag. Jede Schallplatte, die die Knef herausbrachte, musste er haben. Er schwor sich, sollte die Künstlerin einmal das Zeitliche segnen, würde er zu ihrer Beerdigung gehen, egal, in welchem Land diese stattfindet.
Bis vor fünf Monaten lebte Eberhardt Weißbarth noch in Berlin. In dem Mietshaus lebten 68 Parteien, was nicht selten zu Reibereien führte. Nach 11 Jahren dort, hatte Weißbarth die Nase voll, er wollte einfach seine Ruhe haben. So begab er sich auf die Suche nach einem Haus auf dem Lande und wurde in Borne fündig. Seit 40 Jahren ist er im Geschäft, ist Regisseur und Drehbuchautor, Schauspieler und Synchronsprecher.
Als der 65. Geburtstag der Knef bevorstand, dachte Eberhardt Weißbarth, dass es nun endlich Zeit wäre, sich mit der Künstlerin auch beruflich zu beschäftigen. Er ging zur ARD und erzählte dort von seinen Plänen. Die Redakteure sahen sich seine bisherigen Filme an und gaben ihre Zustimmung. Allerdings müsse er den Film selbst produzieren, denn man wusste um die Allüren der Knef und auch um ihren Gesundheitszustand. Sollte das Projekt nicht fertig werden, bliebe der Sender auf den Kosten sitzen. Das bedeutete für Weißbarth, dass er 50% der Kosten selbst tragen musste. Insgesamt investierte er 25.000 DM für den Film und alle damit verbundenen Rechte und die Ausgaben für die Schauspielerin. Aber er wollte dieses Projekt unbedingt und schickte seine Filme an die Agentur der Knef, wo man ihm allerdings wenige Hoffnungen machte. Bis zu jenem Anruf. Am anderen Ende der Leitung meldete sich ein Mann: „Ich bin Paul von Schell, der Ehemann von Hildegard Knef“. Weißbarth hielt es erst für einen Scherz nach dem Motto von Fernsehsendungen wie „Verstehen sie Spaß“. „Und wo ist die Hilde?“ fragte er. „Die steht neben mir“, so Schell. „Dann geben Sie sie mir mal“, sagte Weißbarth, immer noch nicht überzeugt. Aber schon nach den ersten Worten wusste er, sie ist es wirklich.
Über seine Dreharbeiten und Begegnungen mit Hildegard Knef hat Eberhardt Weißbarth ein Buch geschrieben. Dieses stellte er im Töpfercafé Schmerwitz einer Vielzahl interessierter Leute vor. In seiner unnachahmlichen witzigen Art und im perfekten Berlinerisch erzählte Weißbarth über die erste Begegnung mit der Künstlerin bis hin zu den nicht immer einfachen Dreharbeiten. Das rief oftmals ein Schmunzeln bei den Zuhörern hervor denn die Knef hatte so ihren eigenen Kopf. In der Dokumentation begibt sie sich auf die Spuren ihrer Vergangenheit in Berlin und im Umland. Und dabei will sie nicht immer so, wie es das Drehbuch vorschrieb. Während die erste Begegnung zwischen ihr und Weißbarth in München noch sehr locker und freundschaftlich ablief, zeigte sie schon bei ihrer Ankunft zum Dreh in Berlin Tegel, dass sie eine wirkliche Diva ist. Und das bekam Eberhardt Weißbarth mehr als einmal zu spüren. In witziger Weise ist alles in seinem Buch festgehalten und an dieser Stelle soll auch nicht zu viel verraten werden. Buch und Hörbuch kann man nämlich noch erwerben. Es ist nicht nur für Fans ein perfektes Weihnachtsgeschenk.
Bestellen kann man per Email unter: eweissbarth@gmail.com
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