Niemegk. 2011 wurde der Internationale Tag der Müllabfuhr am 17. Juni eingeführt. An diesem Tag liegt der Fokus auf die Männer und Frauen in Orange. Sie tragen zur öffentlichen Sauberkeit bei und sorgen dafür, dass Themen wie Recycling, Mülltrennung und Wiederverwertung von Abfall umgesetzt werden können. Sie leisten einen großen Beitrag für den Umweltschutz. Dieser Tag ist eine gute Gelegenheit, der Müllabfuhr zu danken und diese wichtige Arbeit zu würdigen.
Im Landkreis Potsdam Mittelmark übernimmt diese Aufgabe die APM GmbH mit ihren Wertstoffhöfen in Teltow, Werder und Niemegk. Mehr als zwei Jahrzehnte kümmert sich die APM GmbH um eine pünktliche und zuverlässige Abholung von Restmüll, Sperrmüll, Elektro- und Elektronikaltgeräten, Altpapier und Pappe, Bio- und Grünabfällen.
„Gemeinsam mit dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (Landkreis Postdam Mittelmark) sorgen wir dafür, dass auch in witterungs- und pandemiebedingten schwierigen Zeiten der Müll abgeholt wird und die Bürger und Bürgerinnen nicht auf ihrem Abfall sitzen bleiben“, so Geschäftsführerin Diana Grund. Unabhängig von Hitze, Kälte, Wind, Regen oder Schnee werden über eine Million Restabfallbehälter, über 940.000 Papierbehälter und 160.000 Bioabfallbehälter pro Jahr geleert. Dabei legen die Sammelfahrzeuge zirka 1.750.000 Kilometer in 82.370 Einsatzstunden zurück.
Auch immer mehr Frauen arbeiten als Müllwerkerinnen. Die Frauen in Orange sind gern gesehen bei der APM GmbH. „Ich habe mich bei der APM beworben, da die Müllwerker eine coole Truppe waren, ich gerne im Freien an der frischen Luft arbeite und mich Lkws schon immer fasziniert haben“, erzählt Kim Bienko, die in Teltow arbeitet:
„Ich fühle mich respektiert. Die Jungs sind klasse, aber Respekt und Anerkennung haben nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit der Arbeitsleistung, dem eigenen Verhalten und dem Umgang miteinander.“
Die Arbeit als Müllwerker oder Müllwerkerin ist nicht einfach, und so manche Herausforderung wartet:
„Ratten. Manchmal begegnen uns auf unseren Touren Ratten. Die sind eine echte Herausforderung für mich, weil ich Ratten echt eklig finde.“
Im Mittelalter flogen die Reste des Haushalts und die Hinterlassenschaften des Nachttopfes durch das Fenster auf die Straße. Da es sich um biologischen Abfall handelte, spülte der Regen den Großteil fort. Stoffreste, Glas und Metall waren zu wertvoll, um weggeworfen zu werden. Eine Idee, Schweine durch die Straßen zu treiben, um den Unrat aufzufressen, wurde schnell wieder verworfen, denn viele Schweine machten auch viel Dreck.
Zirka 1900 führte man eine Müllabfuhr ein. Man verstand, dass die schlechte Hygiene durch den Abfall mit Krankheiten im Zusammenhang stand. Mit einem Pferdewagen lud man den Müll ab. Ab den 1950er Jahren übernahmen das Lastwagen. Zumeist verbrannte man den Müll oder lud alles auf Deponien außerhalb der Ortschaften ab. Über 65.000 gab es in ganz Deutschland in der 1970er Jahren. Der ungetrennte Müll landete oft in Steinbrüchen, Kiesgruben oder in Mooren. Dadurch konnten giftige Stoffe durch den Regen in das Grundwasser gespült werden. Auch bei den Müllverbrennungsanlagen traten viele gifte Schadstoffe ungefiltert in die Luft.
Sorgen um die Gesundheit und die Umwelt breiteten sich aus. In den späten 1970er Jahren entstanden die ersten Container zum Sammeln von Altglas, kurz darauf folgten Behälter für die Abgabe von Altpapier. Die Aufbereitung und Wiederverwertung von Abfall wurde immer mehr thematisiert.
Momentan gibt es zirka 3000 Wertstoffhöfe in Deutschland, die straff durchorganisiert sind. In ihnen können fünfzehn und mehr Sorten Abfall abgegeben und getrennt werden. Vieles davon lässt sich wiederverwerten oder werden zum Beispiel zur Energiegewinnung genutzt. Die nicht wiederverwertbaren Teile werden fachgerecht entsorgt.
Ein Leben ohne eine regelmäßige Müllabfuhr ist heutzutage unvorstellbar. Grund genug, allen Müllwerkern und Müllwerkerinnen, Danke zu sagen.
(Artikelfoto: Kim Bienko, geschätzt unter Kollegen © APM)
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