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Wiesenburg. In der Region um Wiesenburg/Mark und Bad Belzig hatten sich in den vergangenen Jahren viele Initiativen gebildet, die sich mit den unterschiedlichsten Themen beschäftigt haben.

Eine davon war das Projekt „Neuland Hoher Fläming“, aus dem sich ein regelmäßiger Stammtisch in Mal´s Scheune in Wiesenburg entwickelt hat. Ziel dieses Projektes war es, Neueinwohnern der Region einen Ort zum Ankommen zu geben. Die Runde war da zum Themen sammeln und für sonstige Gespräche. So konnten sich Menschen, die sich für ein Leben im Hohen Fläming entschieden hatten, informieren und Kontakte knüpfen. Das Projekt war offen für den gesamten Fläming, mitunter kamen Gäste sogar aus Potsdam, Berlin oder Leipzig. Und auch Einheimische engagierten sich.
Als die kleine Förderung auslief, machten die Organisatoren erst ehrenamtlich auf Spendenbasis weiter. Während des Lockdowns lief das Projekt hybrid und online weiter, so dass keine Kontakte verloren gingen. Da auch das Land eingesehen hat, dass man Ehrenamt anerkennen und fördern muss, gibt es jetzt das Projekt „Wiesenburg aktiv- gemeinsam gestalten“, in dem das vorherige sozusagen aufgegangen ist. Mit diesem Projekt wollte man die Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements sichtbar machen. So entstanden 14 Videoporträts in denen Bürger ihren Ort vorstellten. Inzwischen ist aus dem Stammtisch eine Arbeitsgruppe Energie entstanden.
Mit dem Thema Energie, Nachhaltigkeit und Regionalität beschäftigt sich die durch das ZEGG initiierte Mitmachregion Hoher Fläming. Diese wurde im vergangenen Jahr auf der Fläming Initiativkonferenz vorgestellt und hat inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Viele neue Initiativen haben sich dort eingebracht, wie die Wassersensoren von Daniel Diehl aus Ahrensnest, das Projekt der Ausleihe von Lastenrädern und verschiedene Projekte zum Natur und Artenschutz und zum Wasserhaushalt sowie zur regionalen Ernährung, um nur einige zu nennen. Nicht außer Acht zu lassen ist aber das Thema sozialer Zusammenhalt, mit dem sich intensiv beschäftigt wurde. Darauf fußt alles, sind alle Projektteilnehmer sich einig. Der Höhepunkt dieses Projektes war die Zukunftswerkstatt im April mit mehr als 120 Gästen.

Am bekanntesten ist wohl die Klimawerkstatt. Auf mehreren Veranstaltungen wurde über die Themen gesprochen, welche die Bürger interessierten. Die Bürgerbeteiligung war den Projektmachern sehr wichtig. Das herausragendste Ergebnis der Klimawerkstatt ist wohl das kürzlich in der Bad Belziger Stadtverordnetenversammlung beschlossene Klimaschutzkonzept für die Stadt.
Bei den Projekten läuft zu Jahresende die Förderung aus. Auch wenn die nicht sehr hoch war, hat sie doch geholfen. Speziell für Dokumentationen und Infomaterial, welches nun weiter genutzt werden kann. Zusätzlich gab und gibt es bei den Fördermittelgebern auch eine Vielzahl Materialien zu den verschiedensten Themen online. Nun stellten sich alle die Frage: Wie läuft es nach der Förderung weiter? Dazu hatten sich Vertreter der Projekte, aber auch interessierte Bürger kürzlich in Mal´s Scheune getroffen, um die Weichen für die zukünftige Arbeit zu stellen.

Besonders der Energiesektor rückt immer mehr in den Fokus. Im Solarcafé auf dem Sensthof in Reetz können sich inzwischen interessierte Bürger über Solar informieren und in Erfahrungsaustausch gehen. Denn so ein kleines Balkonkraftwerk kann man auch durchaus selbst bauen. Dirk Fröhlich, Inhaber des Landhandels in Wiesenburg/Mark, hatte eines im Garten aufgebaut und beantwortete die Fragen der Anwesenden.
Ganz deutlich wurde in der Diskussion, dass sich bei der Klimawerkstatt jemand hauptamtlich um die Weiterführung kümmern muss. Durch die Beauftragung durch die Stadt konnten dort deutlich mehr Themen behandelt und viele Menschen erreicht werden. Das Klimaschutzkonzept wird als großer Erfolg gewertet. Der Wunsch wäre die Einstellung eines Klimaschutzbeauftragten. Diese sind sehr schwer zu finden, jedoch Voraussetzung, dass die erarbeiteten Dinge auch umgesetzt werden. Gewünscht wird ein Ausschuss für Klimafragen in der Stadtverordnetenversammlung, der sich um die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes kümmert.
Auf der Fläming Initiativkonferenz wollen sich alle noch einmal umschauen, wo sie Verbündete für ihre Aktionen finden. Vielleicht ist auch über die LAG wieder eine neue Förderung möglich.
Auf der Zusammenkunft wurde eines deutlich, nämlich wie aktiv und vorbildlich unsere Region ist. So ist Bad Belzig die einzige Stadt, die ein Klimaschutzkonzept über eine Bürgerbeteiligung entwickelt hat.
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