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Der Rabener hält durch

Raben. Die erste Veranstaltung am vergangenen Samstag hat der Rabener-Halte-Durch-Club (RHDC) hinter sich. Sie war ausverkauft.

„Wir hatten eine super Stimmung“, so Präsident Florian Schulze. Trotz langer Nacht trafen sich viele Karnevalisten und Gäste am Sonntagvormittag schon wieder zu einem Gottesdienst in der Kirche. Denn erstmals, seitdem Raben nun zum Kirchenkreis Niemegk gehört, fand dort ein Gottesdienst zum Karneval mit Pfarrer Daniel Geißler statt, ein „Durchhaltegottesdienst“.

Pfarrer Geißler ist bekannt dafür, dass er ein Faible für den Karneval hat. So hat er die Aufgabe gern übernommen, trotzdem er am selben Tag Geburtstag hatte. Auch die ausgesuchten Lieder waren gut bekannt, so dass die Gäste mit Begleitung von Rita Lorenz an der Orgel gut mitsingen konnten.

Gottesdienst,kirche raben, halte durch gottesdienst,karneval rabenAber Humor in der Kirche? Passt Das überhaupt? Darf es das geben? Aber ja, ist sich auch der Pfarrer sicher. Schließlich bedeutet ja Evangelium wörtlich übersetzt: frohe Kunde. Und das Lachen gehört zu Gottes schönsten Gaben.

Außerdem gibt es sogar einen Schutzheiligen der Humoristen, Thomas Morus. Er lebte zur Zeit Heinrichs des VIII. und bekleidete viele wichtige Ämter. Er war ein sehr humorvoller Mensch und nahm sich selbst nicht so wichtig. Als Heinrich selbst die Leitung der Kirche in England übernehmen wollte, verweigerte Thomas Morus ihm den Eid. Er konnte es nicht mit seiner Treue zur katholischen Kirche vereinbaren. Obwohl also ein Freund des Königs, wurde er in den Tower geworfen und wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Seine letzten Worte vor seiner Hinrichtung sind berühmt:

„Ich sterbe als treuer Diener des Königs, aber zuerst als Diener Gottes.“

Seinem Gewissen zu folgen, war ihm wichtiger als sein Amt und sein Leben. Seinen Humor hat er sich bis zuletzt bewahrt. Laut einer Anekdote bat er den Henker bei seiner Hinrichtung, beim Zuschlagen mit dem Beil auf seinen Bart zu achten, da dieser nicht Hochverrat begangen habe.

Daniel Geißler hatte für den Sonntag eine ganz besondere Predigt vorbereitet – eine gereimte. Schon allein diese Ankündigung hat wohl dafür gesorgt, dass die Kirche gut gefüllt war. „So manches Gesicht sehe ich sonst nur zu Weihnachten“, schmunzelte der Pfarrer:

„Heute siegte wohl die Neugier.“

In der Predigt betrachtete Pfarrer Daniel Geißler unernst das Leben des Ehepaares Heinz und Hilde. Worin besteht dessen Glück oder das Glück allgemein? Manchmal scheint es, dass nur die auf der Welt Glück habe, die krumme Dinger machen. Oder denke man an das Märchen vom Hans im Glück. Dessen riesiger Goldklumpen, den er als Lohn erhielt, wäre wohl für viele schon das wahre Glück. Aber Hans tauschte ihn immer weiter gegen vermeintlich wertvolleres ein, bis er am Ende ohne Besitz, aber glücklich nach Hause kommt. Ja was denn nun – ist man mit oder ohne Besitz glücklicher? Trotz Schmunzler und Lacher in der gereimten Predigt wurde eines jedoch deutlich: Glücklich ist der, der auf Gott vertraut, denn da ist einer, auf den man bauen kann. „Auch wenn ich sonst nichts tun kann auf der Welt, bin ich doch nie auf mich allein gestellt“, hieß es in den Reimen. Es wird immer überraschen – das letzte Hemd hat keine Taschen, man kann also nichts mitnehmen. Genießt also das Schöne und pflegt das Lachen, so das Fazit.

Gottesdienst,kirche raben, halte durch gottesdienst,karneval rabenEntgegen der sonstigen Gepflogenheiten gab es Beifall nach dieser Predigt. Das parierte Pfarrer Daniel Geißler sofort mit einem weiteren Reim:

„Paulus schrieb schon an die Apachen, du sollst nicht nach der Predigt klatschen.“

Zum Abschluss wurde es dann noch wirklich karnevalistisch, denn die Rabener gaben ihr Karnevalslied zum Besten, begleitet von Heidrun Specht an der Gitarre.  Die Spenden des Gottesdienstes bleiben dieses Mal ausschließlich in Raben. Davon sollen die Epitaphien hergerichtet werden.

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