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Gedenkeiche in Neuendorf geweiht

Neuendorf. „Wenn wir hier den ersten Baum pflanzen, pflanz ich Dir eine Gedenkeiche“, sagte Siegfried Frenzel, Bürgermeister der Gemeinde Rabenstein/Fläming, einst  zu seinem Mitstreiter Helmut Köppke.

Grund dafür war der lange Kampf um die Beräumung der Mülldeponie in Neuendorf. Hierbei hatte sich Helmut Köppke mit aller Kraft eingebracht – letztendlich führte sein Engagement zum Erfolg, die Mülldeponie verschwand. Aber es war ein langer Weg.

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Der Gedenkstein

2001 meldete der damalige Betreiber der Deponie Insolvenz an. Und so müffelte die Deponie vor sich hin, sehr zum Leidwesen der Bürger. Siegfried Frenzel wurde gebeten, sich um die Deponie zu kümmern und der holte sich Helmut Köppke mit ins Boot.

Mit ungewöhnlichen Methoden suchte man Aufmerksamkeit bei den Behörden. Helmut Köppke fertigte ein Schild, darauf der Brandenburgadler mit Maske und der Schriftzug „Uns stinkts“. Auch eine Ansichtskarte mit einem Luftbild der Deponie wurde angefertigt.

2011 kam es zu einem Großbrand, zu dem etwa 200 Feuerwehren aus ganz Brandenburg anrückten. Im Sommer 2012 wurde ein runder Tisch einberufen, um endlich Bewegung in die Sache zu bekommen. Dazu wurden Abgeordnete von Bundes-, Land- und Kreistag eingeladen. Aber niemand fühlte sich wirklich zuständig. Zudem musste geklärt werden, wer denn nun Eigentümer der Fläche ist. Siegfried Frenzel konnte auch mit dem heutigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier über die Problematik sprechen. Dann ein kleiner Lichtblick, das Umweltministerium erließ eine Verordnung, dass illegale Mülldeponien in Landeseigentum übergehen. Aber damit war man noch nicht viel weiter. 2014 waren Siegfried Frenzel und seine Mitstreiter auf einer Sitzung des Umweltausschusses im Landtag. Dort mussten sie sich ihr Rederecht regelrecht erkämpfen. Aber sie hatten Erfolg und die Deponie wurde endlich durch das Land beräumt. 2019 verschwand die letzte Schippe Müll. Zwei Jahre hat das Ganze gedauert.

Helmut Köppke war der maßgebliche Macher. „Ohne seine Kontakte wären wir wohl noch nicht soweit“, sagt Siegfried Frenzel. „Er hat mich manchmal im übertragenen Sinne getreten“, sagt Frenzel schmunzelnd.

Bäume stehen auf dem Areal jedoch immer noch nicht. Der Boden ist sehr sandig und minderwertig. So hat man sich entschlossen, erst einmal wachsen zu lassen, was dort aufgeht. Die Fläche ist Ausgleichsfläche für Baumaßnahmen. Auch eine neue Eiche würde dort nicht anwachsen.

Zum Glück stand am Rand ein Baum, der sich bereits gut entwickelt hat. Dieser wurde kürzlich im Andenken an Helmut Köppke geweiht, denn dieser konnte den Erfolg seiner Aktivitäten leider nicht mehr erleben. Er verstarb im vergangenen Jahr. Und so gab es eine kleine feierliche Weihung der Eiche in Anwesenheit vieler Einwohnerinnen und Einwohner. Niemegks Amtsdirektor Thomas Hemmerling und Karin Commichau, Vorsitzende des Amtsausschusses, würdigten noch einmal den Einsatz von Helmut Köppke und den Erfolg bei der Renaturierung der Mülldeponie. Zum Gedenken gibt es nun einen Findling an der Eiche, den die Agrargenossenschaft Rädigke vom Acker an den Waldrand transportiert hatte. Eine kleine Platte, gefertigt von Nico Wieland aus Garrey, erinnert an Helmut Köppke. Unter der Eiche steht eine neue Bank zum Verweilen. Diese hat Torsten Engel aus Groß Marzehns gebaut, gesponsert wurde sie vom Ortsverein Niemegk der SPD.

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