Bad Belzig. Das wünschen sich wohl die meisten von uns – zu Hause alt werden. Jedoch stellt die Betreuung zu Hause sowohl die zu Betreuenden selbst, als auch die Angehörigen oft vor große Herausforderungen.
Wie diese gemeistert werden können, zeigt derzeit eine Wanderausstellung im Kulturzentrum Bad Belzig. In dieser werden verschiedene Projekte vorgestellt, die auch Anregungen für unsere Region geben sollen. Denn es geht nicht nur um die Pflege im wörtlichen Sinne. Den Betroffenen soll auch weiterhin eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden.

Der Start in Bad Belzig dafür läuft gut. Das sieht auch Roland Ernicke so, er vertrat an diesem Tag Bürgermeister Robert Pulz. „Wir versuchen alles, das Wohnumfeld zu verbessern und ein soziales Miteinander zu fördern“, so Roland Ernicke. Die Stadt hat eigens eine neue Stelle für die Unterstützung von Senioren, pflegebedürftigen Menschen und pflegenden Angehörigen geschaffen. Träger des Projektes ist das Diakonische Werk im Landkreis Potsdam-Mittelmark e.V..
Zum 1. April ist das Projekt „Pflege vor Ort“ angelaufen. Koordinatorin ist Bärbel Kraemer. „Wir sind froh, dass wir Bärbel Krämer gewinnen konnten“, sagt Martina Alband, Koordinatorin des Diakonischen Werks Potsdam-Mittelmark e.V.. Bärbel Kraemer lebt seit über vier Jahrzehnten in Schwanebeck und ist den meisten durch ihre journalistische Tätigkeit bekannt. „Mit großer Freude sehe ich meinen neuen beruflichen Herausforderungen entgegen“, sagt sie, auch wenn sie damit buchstäblich Neuland betritt.
Aktuell versucht Bärbel Kraemer, das Projekt in Bad Belzig und deren Ortsteilen bekannt zu machen und Kontakte zu knüpfen, damit die Idee dahinter mit Leben erfüllt werden kann. Dazu müssen die verschiedenen Bedarfe ermittelt werden, um neue Angebote zu entwickeln. Ein sehr erfolgreicher Anfang mit dem Frühstückstreff „Lebenswer(t)k“ ist bereits gemacht. Daran nehmen immer mehr Seniorinnen und Senioren teil. Und in diesem Rahmen wurde auch die Ausstellung eröffnet.

Die Ausstellung ist eine Wanderausstellung der Fachstelle für Altern und Pflege im Quartier, kurz FAPIQ genannt. Sie ist eine tragende Säule der Brandenburger Pflegeoffensive, die 2015 gestartet ist und wird vom Land und den Pflegekassen gefördert. FAPIQ trägt dazu bei, Landkreise und kreisfreie Städte, Initiativen und Menschen vor Ort bei der Entwicklung und Realisierung alternsfreundlicher Lebensräume zu unterstützen. In diesem Zusammenhang bietet FAPIQ u.a. Beratung zu und Begleitung bei Projektideen und -umsetzungen an. Sie informiert und qualifiziert Akteurinnen und Akteure in verschiedenen Themenbereichen. Sie fördert Ideen, Erfahrungsaustausch und Vernetzung und stellt gute Praxisbeispiele zur Verfügung. Einige dieser Beispiele finden Besucher in der Ausstellung. Diese wurden seit 2016 gesammelt und aufgearbeitet. Es gibt einen jährlichen Förderaufruf, bei dem lokale und regionale Projekte eingereicht werden können. „Dafür haben wir jährlich zwischen 40.000 und 45.000 Euro zur Verfügung“, sagt FAPIQ-Regionalreferentin Eva Gehltomholt. Eine Fachjury wählt aus, welche Projekte gefördert werden. Noch mehr Informationen gibt es auf der Website www.fapiq-brandenburg.de .
Aber ein Patentrezept, um gesund alt zu werden und das Alter selbstbestimmt erleben und damit auch genießen zu können, gibt es nicht. Es bedarf vieler innovativer Ansätze und nicht zuletzt eine altersgerechte Quartierentwicklung, vor allem im ländlichen Raum, um einen solchen Wunsch ein Stückweit Realität werden zu lassen. Und es braucht manchmal gar nicht viel Geld, um etwas zu bewegen. Viel wichtiger ist, dass engagierte und kreative Menschen zusammenkommen und konkret tätig werden. Dazu soll diese Wanderausstellung Mut machen. In den zwanzig ausgestellten Projekten erzählen Menschen über ihre Projekte, wie es dazu kam, was schwierig war und was hilfreich. So kann die Ausstellungen sicher auch viele Anregungen für unsere Region geben.
Vom 12. Juni 2024 bis 2. Juli 2024 wird die Wanderausstellung im Saal des Bad Belziger Kulturzentrums, Weitzgrunder Straße 4, präsentiert.
Für noch mehr Informationen und persönliche Gespräche kann man sich an Bärbel Krämer wenden.
Mail: baerbel.kraemer@dw-potsdammittelmark.de
Tel.: 01520/8928215
Bärbel Kraemer, Koordinatorin für das Projekt „Pflege vor Ort“ in Bad Belzig
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