Schlamau. Seit zehn Jahren wird Schlamau immer im Sommer zu einem Mekka für Kunstbegeisterte.
Kein Wunder also, dass in diesem Jahr die Besucher ein Highlight erwartete – eine Ausstellung in der Kirche. Sabine Gramenz hatte die Initiatorin Bernadette Arnaud angefragt, und diese war sofort begeistert.
Nun ist eine Kirche nun mal Kirche, und es passt nicht jedes Kunstwerk dort hinein. So wurde auch im Vorfeld besprochen, was geht und was nicht, denn bestimmte Bilder und Gegenstände mussten sichtbar bleiben. So sieht man das große Kunstwerk mit Adam und Eva vor der Orgel, während die kirchlichen Bilder an der Empore frei blieben. Ausgewählt wurden von daher kleinere Formate, die von Farben und Motiven zur Kirche passten.

Insgesamt beteiligten sich 41 Künstler an der Gemeinschaftsausstellung vom Salon Gras fressen (siehe auch: http://www.salon-gras-fressen.de/), unter ihnen auch Künstler aus unserer Region, wie Stephanie Nückel, Gabriele Kostas, Halina Hildebrandt und Christine Boock.
Letztere hatte noch etwas ganz Besonderes beigesteuert. In Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Toningenieur Martin Anding aus Jeserigerhütten entstand ein Kurzfilm. Martin Anding hatte ein Stück komponiert und fragte Christine Boock, ob sie dieses verfilmen könnte. Der ganze Prozess hat vier Jahre gedauert, denn es sollte ein Film in schwarz weiß werden.
„Es war gar nicht so leicht, die passenden Bilder und Videosequenzen zur Musik zu finden“, erzählte die Filmemacherin aus Borne. So wurden auch Tänzer mit ins Boot geholt. Das Stück kann man als moderne Klassik bezeichnen, und man muss sich beim Betrachten darauf einlassen. Der Film hat an sich keine durchgehende Handlung, sondern ist eine abstrakte Geschichte mit Gedanken über die Vergangenheit, Einsamkeit, Kälte und auch Tod. „Es sind emotionale Erinnerungen an die Vergangenheit“, so Christine Boock. Inspirationen holte sie sich unter anderem auch aus dem Buch „Kriegsenkel“ von Sabine Bode. In diesem wird ein Phänomen beschrieben, dass Menschen, die Kriege miterlebt haben, dieses Trauma unterbewusst an ihre Kinder und Enkel weitergeben. Christine Boock hat die unterschiedlichsten Reaktionen auf den Film erlebt, angefangen von Begeisterung bis hin – ich kann damit nichts anfangen. Den Film kann man in der Kirche ansehen oder auch im Internet unter: www.vimeo.com/718454896
Bernadette Arnaud führte die Besucher durch die Kirche und erklärte die Kunstwerke. Sie selbst hatte eine Installation aus altem Holz beigesteuert. Diese soll eine Hommage an den großen Brand von Notré Dame vor einigen Jahren in ihrer Heimat sein. Auch Dietmar Paul hat sich wieder Gedanken gemacht. Sein Werk heißt Menschen-Erde-Universum. So sieht man in der Kirche zwar auch Porträts, aber auch viel Natur. Auch auf dem Hof des Wohnhauses von Bernadette Arnaud, waren viele Installationen zu sehen. Im Atelier unter dem Dach zeigten verschiedene Künstler ihre Werke. Es lohnt sich also, vorbei zu schauen. Das ist noch einmal am 29. und 30. Juni ab 14 Uhr möglich. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt.
Views: 27










