Henrik Schulze

Mittelmark: Chronistenhilfe gefragt; Neuauflage zum 80.Jahrestag des Kriegsendes

Potsdam-Mittelmark. Henrik Schulz beschäftigt sich schon lange mit der Aufarbeitung der letzten Kriegstage, beeinflusst von seinem Geburtsort Halbe, wo sich der größte Soldatenfriedhof auf dem Gebiet der Bundesrepublik befindet. Jetzt bittet er die Mittelmärker Chronisten um Mithilfe, da er gerade auch die Bewegungen der Armeen und der Soldaten auf dem Gebiet zwischen Oder und Elbe dokumentieren möchte. In einem Gespräch mit Fläming365 erläutert er sein Vorhaben:

Andreas Koska: Herr Schulze, Sie sind seit fast 40 Jahren Ortschronist der Stadt Jüterbog. Gerade haben sie eine Veröffentlichung zum 850sten Stadtrechtjubiläum von Jüterbog herausgegeben. In Halbe geboren, beschäftigten sie sich seit vielen Jahrzehnten mit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges und gerade mit den letzten Tagen des Krieges. Ihr Buch „19 Tage Krieg“ ist inzwischen ausverkauft und soll eine erweiterte Neuauflage erleben. Um was wird dieses Buch erweitert und wie?

Henrik Schulze: ‚Das Buch erweitert‘ ist vielleicht gar nicht der richtige Ausdruck. Es soll nicht größer und/oder dicker werden, sondern bestenfalls präziser. Das heißt, ich freue mich, dass gerade hier in Mittelmark eine Menge Leser des Buches da sind. Und wenn da einer etwas weiß und sagt, da war noch der aus meiner Familie dabei oder die Zerstörung an der Brücke war exakt an dem Tag oder ähnliches mehr. Wer mit diesem Wissen damit eingehen möchte, der sei herzlich eingeladen, mir Mitteilung zu machen, auch wenn da irgendwelche Fehler gefunden werden. Ich habe auch erfahren müssen, dass sich da eine Frau bei mir gemeldet hat, weil ich geschrieben habe, dass ihr Vater dort im Kampf gefallen ist, und sie sagte: ‚Stimmt gar nicht, er hat den Krieg überlebt‘. Aber ich saß da einem Fehlbericht eines anderen Soldaten auf, der zuschaute, ein Offizier da – wie er meinte  – gestorben ist, und dabei stimmt es gar nicht. Das sind so Sachen, die man dann bei dieser Neuauflage berücksichtigen muss, um es dann präziser, stimmiger zu machen.

Andreas Koska: Das heißt, Ihr Wunsch bei uns Chronisten Potsdam-Mittelmark wäre durchaus, dass die Chronisten, die ja Fachleute sind, genauer draufschauen und vielleicht auch etwas das eine oder andere zuliefern.

Henrik Schulze: Genau darum geht es. Und ich habe ja schon von Anbeginn die glückliche Erfahrung gemacht, dass die Chronisten untereinander eine enorme Solidarität haben, dass einer dem anderen hilft bei seinem Projekt. Und da würde ich mich freuen, wenn wieder ähnliche Hilfe käme.

Andreas Koska: Wann soll das Buch erscheinen, und wie wird das heißen?

Henrik Schulze: Das Buch muss erscheinen, das ist mein Kampfziel, zum Jahrestag des Kriegsendes, also im April, Mai nächsten Jahres, wenn wir den 80. Jahrestag haben. Und ich hoffe, dass ich es bis dahin technisch hinbekomme. Und der Arbeitstitel jetzt, der erdacht ist, lautet in Anlehnung an die Texte hunderter oder tausender Grabsteine hier in Brandenburg „Unbekannt, April 45“.

Andreas Koska: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und danke für das Gespräch.

Henrik Schulze: Danke.

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