Potsdam-Mittelmark, Fläming/Zauche. Zwar sind viele Frauen bei den Kommunalwahlen am 9. Juni 2024 als Ortsvorsteherinnen und in die Ortsbeiräte gewählt worden, aber schon bei der Besetzung der Gemeindevertretungen und Stadtverordnetenversammlungen sind sie deutlich in der Minderheit. Auch im Kreistag Potsdam-Mittelmark dominiert das angeblich starke Geschlecht.
Am 22. September 2022 steht die Landtagswahl ins Haus und auch hier lohnt die Betrachtung der Listen der Parteien und Vereinigungen, im Bezug auf die Berücksichtigung vor Frauen auf den Listen.
Die Landesliste Bündnis 90/Die Grünen umfasst 30 Kandidierende, hier sind traditionell mehr Frauen als Männer verzeichnet, da die Parteisatzung vorschreibt, dass die ungeraden Plätze, also 1, 3, 5, 7 und so weiter ausschließlich weiblich besetzt werden dürfen. Die geraden Plätze gelten als offen, dort können sich sowohl Männer als auch Frauen bewerben. So sind auf der 30er Liste 17 Frauen nominiert worden, mit dabei auf Listenplatz 9 Rebecca Freudl, die im Wahlkreis 19 als Direktkandidatin antritt. Der Wahlkreis 19 umfasst unter anderem die Stadt Werder. Dazu tritt auch Nicole Stroncik als Direktkandidatin im Wahlkreis 16 an, allerdings ohne Listenplatz. Logischerweise wird die Liste von einer Frau angeführt. Die Spitzenkandidatin ist Antje Töpfer, derzeit Staatssekretärin im brandenburgischen Gesundheitsministerium.
Noch überzeugender ist die Liste der Partei DIE LINKE, von 37 Listenplätzen sind 20 mit Frauen besetzt. Die ersten beiden tauchen auf den Listenplätzen zwei und drei auf. Es handelt sich um Kathrin Dannenberg und Isabelle Vandre. In dem uns interessierenden Wahlkreis 16 ist Claudia Wipfli Direktkandidatin, ohne jedoch einen Listenplatz zu haben.
Auch in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) hat sich die Partizipation durchgesetzt, allerdings tatsächlich ein zu eins, also ist jeder zweite Platz weiblich. Die SPD hat 87 Personen für ihre Liste nominiert, darunter 43 Frauen. Im Wahlkreis 18 kandidiert Melanie Balzer ,die auf Platz 16 der Liste steht. Ulrike Liedtke steht als erste Frau auf Platz zwei.
Die AfD hat eine 35 Kandidierende umfassende Liste, davon sechs Frauen. Die ersten stehen auf Platz zehn und elf.
Auf der Liste der Christlich Demokratischen Union (CDU) tauchen unter den 45 Kandidierenden elf Frauen auf. Mit Kristy Augustin auf Platz zwei und Saskia Ludwig auf sechs sind zwei Frauen auf „sicheren“ Plätzen gelistet. Weitere Kandidatinnen findet man auf Platz neun und zwölf.
Bei den Brandenburger Vereinigen Bürgerbewegungen/Frei Wähler (BVB/FW) sind 39 Kandidierende auf der Liste. Insgesamt kandidieren hier fünf Frauen, von denen zwei unter den ersten zehn zu finden sind. So auf Platz zwei Sabine Buder und neun Stefanie Gebauer. Die Direktkandidatin im Wahlkreis 18 hat keinen Listenplatz. Es handelt sich hierbei um Carina Simmes, die Bürgermeisterin der Gemeinde Seddiner See, die auch schon für die Gemeindevertretung und den Kreistag kandidiert hat, ohne die Mandate anzunehmen, da sie dafür das Hauptamt hätte aufgeben müssen.
Die Freie Demokratische Partei (FDP) listet 20 Personen auf ihrer Liste, darunter sieben Frauen. Die ersten auf den Plätzen zwei und sechs. Monique Bewer auf zwei und Laura Jasmin Iden auf sechs. In den Wahlkreisen 16 (Simone Kraatz) und 18 (Annabell Krohn) stehen in Zauche und Fläming zwei Frauen zur Wahl.
Die Tierschutzpartei startet mit 14 Kandidierenden, davon acht Frauen.
Die neue aus der ÖDP, den Piraten und Volt entstandene Vereinigung Plus Brandenburg hat 17 Personen auf der Liste, davon vier Frauen, die erste auf Platz sechs.
Damit kann man festhalten, dass die Frauen auf dem Vormarsch sind, jedoch mit Ausnahme der SPD, der Grünen, der Linken und der Tierschutzpartei weiterhin in der Minderheit.
(Artikelfoto: Blick in den Plenarsaal des Landtages Brandenburg von der Besuchertribüne © Landtag Brandenburg / Konstantin Gastmann)
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