Unter dem Thema „Eine Zeitreise in die Welt von Albert Baur“ locken in den kommenden vier Wochen vier interessante Vorträge. Klaus Pomp aus Lütte hat die Vortragsreihe initiiert, und will damit einmal mehr an den Mann erinnern, der 1862 in Belzig den ersten Turnverein gründete.
Albert Baur wurde am 12. November des Jahres 1803 in Berlin geboren. 1836 wurde Belzig zu seinem Lebens- und Arbeitsort. „Über 40 Jahre lang war Baur als Pfarrer in der Stadt tätig. Ideenreich und tatkräftig hat er seine Spuren hinterlassen“, sagt Klaus Pomp. Unter anderem gilt er als Erfinder der Riesenfelge und sorgte dafür, dass Belzig in der Mitte des 19. Jahrhunderts endlich einen Turnplatz bekam – den heutigen Turnplatz.
Baurs erster Turnplatz war hingegen die Hasenheide in Berlin, wo er schon als zehnjähriger dem Turnen frönte. Zusammen mit Friedrich Ludwig Jahn. Als 20jähriger wechselte er an die Universität nach Tübingen. Neben dem Sport widmete er sich der Kunst. Albert Baur zeichnete, musizierte und pflegte eine enge Freundschaft mit Felix Mendelssohn-Bartholdy.
Den Spuren, die der Kirchenmann in der Stadt hinterlassen hat, wird jetzt mit der Vortragsreihe nachgegangen.
Los geht es am 17. September um 19:00 Uhr. Unter das Thema „In Stein gehauene Symbole für Frieden und gegen das Vergessen“ hat der Bad Belziger Gerd Pohl den Auftaktvortrag gestellt. Er wird erklären, wie Bad Belzig ein Ort auf der „Straße des Friedens“ wurde und was dieses Kunstprojekt mit Albert Baur zu tun hat.
Gerd Steins vom Forum für Sportgeschichte in Berlin schließt am 24. September mit dem Vortrag „Friedrich Ludwig Jahn – Bürgerschreck, Demokrat oder Demokratenfresser?“ an. In der Ankündigung heißt es: „Dieser Vortrag will die heute verschütteten und nicht mehr geachteten positiven Wirkungen, die von der Jahnbewegung ausgingen, wieder ins Gedächtnis rufen“. Am 7. Oktober übernehmen Inge Richter und Bärbel Kraemer aus Bad Belzig den Staffelstab der Vortragsreihe. Die beiden Frauen erzählen über das Schulwesen in der Zeit Albert Baurs. Am 14. Oktober kommt Iris Berndt, die Autorin des Buches „Albert Baur und die Kunst“ auf Einladung von Klaus Pomp in die Stadt. Sie referiert über den historischen Wert der Zeichnungen Baurs für Bad Belzig. Ins Finale geht der Vortragsreigen am 22. Oktober. Dr. Christiane Moldenhauer, Pfarrerin in der Stadt, wird dann über den theologischen Ansatz Albert Baurs und das kirchliche Leben seiner Zeit, geprägt von Friedrich Schleiermacher, sprechen. Mit einer Lesung von Klaus Pomp endet die Vortragsreihe. Der Lütter stellt Albert Baur in der Literatur vor – in Schriften von ihm und Äußerungen von Zeitgenossen.
Veranstalter der Vortragsreihe ist die Evangelische Kirchengemeinde St. Marien Hoher Fläming Bad Belzig. Die Vorträge finden jeweils im Jacob-Wächtler-Haus statt. Eine begleitende Ausstellung wird in der St. Marienkirche präsentiert.
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