Bad Belzig. Claudia Wipfli (DIE LINKE) wohnt in Bad Belzig. In der Kreisstadt ist sie seit fünf Jahren Stadtverordnete und hat ebenfalls für den Kreistag kandidiert, hier ist sie erste Nachrückerin. Die 40jährige zweifache Mutter ist Geschäftsführerin des Diakonischen Werks in Bad Belzig. Über ihre Kandidatur für den Landtag sprach Fläming 365 mit ihr.
Andreas Koska: Frau Claudia Wipfli, in diesem Jahr treten Sie als Direktkandidatin im Wahlkreis 16 für DIE LINKE bei der Landtagswahl an, ohne jedoch Mitglied der Partei zu sein. Sie sind eine engagierte Frau, eine engagierte Mutter. Sie haben viel zu tun. Wieso tun Sie sich auch noch dieses an?
Claudia Wipfli: Das ist eine gute Frage. Ehrenamt und Politik brauchen viel Zeit und brauchen viel Engagement. Und das ist auch das, was mich dazu führt, diese Tätigkeit tun zu wollen und mich zu engagieren in der Politik. Denn es braucht vernünftige Stimmen in der Politik. Wir brauchen Menschen, die an der Basis sind und über die Dinge, die dort passieren, Bescheid wissen um dann auch kluge Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.
Andreas Koska: Und damit wären wir schon beim Thema. Falls Sie jetzt gewählt werden sollten, welche Ziele wollen Sie im Landtag angehen?
Claudia Wipfli: Meine Herzensthemen sind die Bildung und das Soziale. Da bin ich beruflich engagiert und sehe auch durch mein familiäres Umfeld ganz, ganz viel. Wir leben mit vier Generationen auf einem Hof. Das bedeutet, ich bekomme vom Senior bis zum Kleinkind ganz viel mit, wo der Schuh drückt. Und unsere Gesellschaft verändert sich. Da braucht es starke Stimmen, die sich gerade auch für Menschen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, Lobbyarbeit betreiben. Die auch klar formulieren können, wo der Schuh drückt. Gerade bei uns in der Bildungspolitik geht gerade ganz, ganz viel schief. Wir brauchen bessere Bedingungen für die Kinder und Jugendlichen, auch im Freizeitbereich. Corona hat eine ganze Menge gemacht mit unseren Kindern und unseren Jugendlichen. Wenn wir wollen, dass unsere Gesellschaft weiterhin eine Gesellschaft mit starkem Zusammenhalt bleibt, brauchen wir da auch kluge Entscheidungen in dem Bereich.
Andreas Koska: Gäbe es außer den Bereichen Jugend und Soziales etwas, das Sie im Landtag gern bearbeiten würden? Sie sind ja immerhin sachkundige Einwohnerin im Kreistag Potsdam-Mittelmark sowie Mitglied im Jugendhilfeausschuss. Also insofern da schon im Thema, aber gibt es noch weiteres?
Claudia Wipfli: Migration wird ein Thema sein oder ist immer ein Thema, das die Bevölkerung beschäftigt. Da müssen wir ganz gut gucken, wenn Menschen aus anderen Ländern hier bei uns Hilfe suchen, wie können wir Hilfe bieten, und wie können wir sie bei uns, in unserem Land Brandenburg, auch gut ankommen lassen? Das ist ein großes Thema, zum Beispiel wenn es um Arbeit geht. Wir brauchen Menschen, die uns auf unserem Arbeitsmarkt unterstützen. Und die Menschen müssen auch schnell in Arbeit kommen. Es kann nicht sein, dass es so lange dauert, dass Arbeitsmöglichkeiten angenommen werden können. Wir müssen gucken, dass die Menschen schnell die Sprache lernen und schnell sehen, wie unsere Gepflogenheiten hier sind und wie das System funktioniert, um dann bei uns anzukommen und hier ein gutes Leben mit uns gemeinsam zu führen.
Andreas Koska: Jetzt kandidieren Sie im Wahlkreis 16, der ja wie fast alle Wahlkreise bei uns im ländlichen Raum riesig ist. Er reicht vom Amt Wusterwitz über das Amt Beetzsee bis zum Amt Brück, das dazugekommen ist, dazu Groß Kreutz, das Amt Ziesar und die Gemeinde Kloster Lehnin. Wie gut kennen Sie diesen Wahlkreis?
Claudia Wipfli: In allen Gemeinden und Ämtern, die im Wahlkreis dazu gehören, und das ist wirklich ein großer Wahlkreis, auch noch Brandenburg mit Plaue und Görden gehören dazu, sind unterschiedliche Themen von Bedeutung oder spielen unterschiedliche Dinge eine Rolle. Die Gemeinden und Ämter sind eben alle unterschiedlich. Die Struktur ist unterschiedlich. Ich kenne mich in den Wahlkreisen ganz gut aus, da ich beruflich dort zu tun habe, in fast jedem Ort oder in jeder Gemeinde im Wahlkreis. Dazu gehören Sozialarbeiter in Familienzentren, Sozialarbeiter in Schulen und demzufolge bin ich da ganz nah dran und kann, glaube ich, ganz gut einschätzen, wo der Schuh drückt, wo die Probleme sind und was da schon ganz gut gelingt.
Andreas Koska: Wunderbar, Frau Wipfli, ich bedanke mich für das Gespräch, wünsche Ihnen viel Erfolg und weiterhin eine gute Arbeit im Beruf als auch in der Politik.
(Der Wahlkreis 16 umfasst u.a. diese Städte und Gemeinden: Brandenburg an der Havel, OT Görden, Brandenburg an der Havel, OT Plaue, Groß Kreutz (Havel), Kloster Lehnin, Beetzsee, Beetzseeheide, Havelsee, Päwesin, Roskow, Borkheide, Borkwalde, Brück, Golzow, Linthe, Planebruch, Bensdorf, Rosenau, Wusterwitz, Buckautal, Görzke, Gräben, Wenzlow, Wollin, Ziesar)
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