Albert-Baur-Ausstellung

Bad Belzig: Albert Baur – Zwischen Turnplatz und Kirche

Bad Belzig. Die Bad Belziger Stadtkirche St. Marien ist wieder ein Ausstellungsort geworden. Bis zum 22. Oktober 2024 wird eingeladen, dort auf Zeitreise zu gehen, um einen Mann kennen zu lernen, der die Entwicklung der Stadt mitgeprägt hat. Die Rede ist von Albert Baur (1803 bis 1886).

Verantwortlich für die Ausstellung in der St. Marienkirche, die gleichzeitig eine Vortragsreihe begleitet, ist der Lütter Klaus Pomp. Er fertigte Ausstellungstafeln an, bestückte eine Vitrine mit Dokumenten und Literatur über Albert Baur und erinnert mit zahlreichen Fotos an das vor gut zehn Jahren stattgefundene Albert-Baur-Sportfest in Bad Belzig.

Die Tafeln haben allesamt Bezug zu einer Vortragsreihe im Jacob-Wächtler-Haus.

1836 wurde Belzig zu Albert Baurs Lebens- und Arbeitsort. Über 40 Jahre war er als Pfarrer, aber auch als Lehrer und Schulinspektor in der Stadt tätig. Die Ausstellung portraitiert sein Wirken – zwischen Kanzel, Turnplatz und Familie. Unter anderem gehörte seine Tochter Clara zu den Kindern jener Zeit, die von ihm unterrichtet wurden. Breiten Raum in der Ausstellung nimmt der Sport ein. Schon als zehnjähriger turnte Albert Baur in der Berliner Hasenheide. Mit Friedrich Ludwig Jahn verband ihn eine enge Freundschaft, so, wie mit Felix Mendelssohn-Bartholdy und anderen interessanten Persönlichkeiten seiner Zeit.

In Belzig gründete Albert Baur den ersten Turnverein und ließ einen Turnplatz anlegen. Auch daran wird in der Ausstellung erinnert.

Nebenbei bemerkt: Albert Baur war in vielen Belangen Ansprechpartner für die Belziger Bürger. Von 1845 bis 1864 beispielsweise als Schlichter in Ehestreitigkeiten. Außerdem richtete er eine Suppenküche ein, sodass Bedürftige gespeist werden konnten. Und 1866, als die Cholera in Belzig um sich griff, erbat er in der Wiesenburger Brauerei Leichtbier für die Belziger Bevölkerung. Das keimfreie Getränk sollte bei der Eindämmung der Krankheit helfen.

Die Ausstellungstafeln, die Baur als politisch und kulturell interessierten Menschen vorstellen, zeichnen ein eindrucksvolles Bild über Leben und Wirken eines Pfarrers, dessen Herz dem Turnen gehörte.

Die Ausstellung in der St. Marienkirche kann bis zum 22. Oktober 2024 täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr (außer in den Gottesdienstzeiten) besucht werden.

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