Wintersport in Wiesenburg – Aus den Lebenserinnerungen von Paul Krüger

Wiesenburg. Paul Krüger wurde 1898 in Wiesenburg geboren. Als Stellmacher verdiente er seinen Lebensunterhalt. Im Ruhestand griff er zu Papier und Stift und schrieb seine Lebenserinnerungen auf. Sie erschienen erstmals 2008 unter dem Titel „Die Hügel heißen bei uns Berge“.

Wenige Jahre später wurde eine Nachauflage gedruckt. Paul Krügers vielseitiges Lebenswerk interessierte die Menschen in Wiesenburg und Umgebung. In seinen Aufzeichnungen widmete er sich immer wieder auch sportlichen Themen. Unter anderem auch dem Wintersport in Wiesenburg.

Er schreibt:

„Für das Schlittschuhlaufen wurden die Schlossteiche freigegeben, außer dem Mühlenteich, der zur Eisernte benötigt wurde. Die herrschaftlichen Parkarbeiter säuberten die Eisflächen vom Schnee. Nicht nur für die Schulkinder, sondern auch einige Damen der Gesellschaft frönten dem Eissport. Die 1842 geborene Exzellenz, Gräfin Elisabeth von Fürstenstein, ließ sich in einem Stuhlschlitten von einem Diener oder dem Förster auf der Eisfläche bewegen.“

Doch besaßen damals längst nicht alle Kinder Schlittschuhe. Holzpantinen mit darunter befestigten Drahtschienen waren der gebräuchliche Ersatz dafür. „Manchmal wurde nach 1945 auch Hockey gespielt. Einen organisierten Eissport gab es nicht. Gerodelt wurde vom nördlichen Hang des Postplatzes. Später wurden Abhänge am Parkeingang als günstiger befunden. Für größere Kinder wurde der Eliesberg in den Schlamauer Bergen Anziehungspunkt. Die ersten Schneeschuhe traten hier 1936 in Erscheinung“, heißt es weiter. Diese Bretter kamen aus der Stellmacherei von Paul Krügers Vater gleichen Namens. Beschläge gab es beim Schmied, beim Sattler die Riemen.

Kreismeisterschaften im Wintersport sollen in Wiesenburg den Aufzeichnungen von Paul Krüger zufolge sogar im Jahr 1936 ausgetragen worden sein.

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