Bad Belzig. Betritt man den Hof der Burg Eisenhardt in Bad Belzig, fällt einem zuerst der Bauzaun vor dem Eingang zum Burghotel auf.

Und dieser hat einen guten und lang erwarteten Grund – endlich beginnen die Umbau- und Renovierungsarbeiten, um bald wieder Gäste empfangen zu können. Im Vorfeld konnten sich vor einigen Tagen die Stadtverordneten und die Presse ein Bild von dem desolaten Zustand machen, in dem der vorherige Pächter das Objekt verlassen hat. Es läuft zwar ein Gerichtsverfahren gegen ihn, aber ob dabei auch Geld für die Stadt rausspringt, steht in den Sternen.
Die Finanzierung des Vorhabens war von Anfang an das größte Problem. Zur großen Freude von Bürgermeister Robert Pulz haben jedoch die Abgeordneten des Landkreises einen Zuschuss von 1,1 Mio. Euro beschlossen. Den Rest finanzieren die derzeitigen Betreiber Iljada Wegener-Dittrich und Stefan Dittrich durch einen Kredit. Dieser geht über die geplanten Ausgaben hinaus. Ein durchaus risikoreicher Schritt, wie auch Robert Pulz anmerkt. Aber bei einem denkmalgeschützten Gebäude weiß man vorher nie, was man bei den Arbeiten findet. Dann könnten bisherige Pläne wieder über den Haufen geworfen werden. Aber mit alten Gebäuden kennt sich Architekt Mike Enzmann aus. Er hat bereits 1992 an der Sanierung des Dachstuhls der Burg mitgewirkt, kennt also die Substanz.

„Vor dem Alten hab ich keine Angst, eher vor dem Neuen“, sagte er schmunzelnd. Jetzt stellte er den Stadtverordneten die Pläne für den Umbau vor. Viel Geld muss für den Brandschutz in die Hand genommen werden. Küche und sanitäre Anlagen müssen komplett erneuert werden, da die Leitungen nicht ausreichend sind. Zusätzlich wird eine Lüftungsanlage von etwa acht Metern unter dem Dach eingebaut, damit die Gerüche aus der Küche nicht ins Restaurant oder die Zimmer ziehen.
Auch die Zimmer werden sich verändern, einige Wände werden entfernt oder versetzt. Aus dem ehemaligen Konferenzraum werden zwei zusätzliche Zimmer entstehen. Dann hat das Burghotel 34 Zimmer für Gäste zur Verfügung. Betritt man jetzt die Räume, stechen besonders die Teppichböden und die Fliesen in den Nasszellen ins Auge, die fast alle unterschiedlich sind. Künftig möchte Mike Enzmann durch einheitliche Farben Ruhe in das Gebäude bringen. Zuerst soll ein Musterzimmer aufgebaut werden. An dem können sich die Handwerker orientieren, aber auch noch Änderungen vorgenehmen. Ziel ist es, zeitnah den Hotelbetrieb wieder aufzunehmen. Das Burghotel selbst hat nur einen einzigen Haken – es ist nicht barrierefrei. Der Zugang zu den Zimmern kann für Rollstuhlfahrer auch nicht hergerichtet werden. Aber der Frühstücksraum ist behindertengerecht.

Die Stadt schätzt die Gesamtkosten auf etwa 2 Mio. Euro. Schon auf Grund dieser hohen Summe war es Robert Pulz wichtig, den Stadtverordneten einen Einblick zu geben, damit sie später sehen, warum so viel investiert werden muss.
Im Moment gibt es für die Besucher aber auch schon einen kleinen Imbiss auf dem Burghof. „Wir bieten Kleinigkeiten für Tagestouristen an, wie Kaffee, Kuchen, eine Tagessuppe und auch ein warmes Gericht“, so Iljada Wegener-Dittrich. Sie legt Wert darauf, alles frisch zu kochen, auch wenn die Küche sehr klein und beengt ist. So freuen sich auch die Pächter, dass es nun endlich losgeht und sie bald in einer neuen Küche viel besser arbeiten können.
Robert Pulz hatte zum Baubeginn schon mal ein Geschenk zur Dekoration dabei – ein Gemälde der Burg Eisenhardt aus früheren Zeiten.
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