Wiesenburg. Die Terracottaschalen und andere Verzierungen gehören zum Bild des Schlosses und des Parks Wiesenburg.

Im Laufe der Jahre hat ihnen zum einen die Witterung zugesetzt, zum anderen wurden viele durch Vandalismus schon in den siebziger Jahren stark beschädigt. Dank der Investitionen der Schlosseigentümergemeinschaft konnten 2023 zehn und 2024 weitere 18 Terracottaschalen auf der oberen Terrasse aufgestellt werden – teils bereits mit Agaven bepflanzt, die im Winter im Gewächshaus überwintern. Neu hinzugekommen sind auch Kandelaber – dekorative Säulenleuchter, die im Park rein zur Zierde dienen. Sie vervollständigen das historische Ensemble.
Wie auf der oberen Terrasse wurden auch am Schlossteich zwei stark beschädigte Schalen durch Nachbildungen ersetzt. Diese bestehen aus gefärbtem Beton, sind jedoch so detailgetreu gefertigt, dass sie optisch kaum von den historischen Terracotta-Originalen zu unterscheiden sind. Noch fehlen einige Vasen, Kandelaber und die Italienische Pergola – doch das historische Bild wird immer klarer. Mit viel Engagement und Liebe zum Detail entwickelt sich der Schlosspark immer weiter in Richtung seines historischen Glanzes.
Auch die Teppichbeete sind „fertig geknüpft“ und zeigen sich in voller Pracht. Ende Mai erhielten sie auf der oberen Terrasse ihr Sommerkleid. Unter fachlicher Anleitung und mit tatkräftiger Unterstützung von fast 30 Freiwilligen – trotz Regens – wurden sie bepflanzt mit Papageienblumen in Grün, Rot und Lila, Silberblatt, Echeverien, Iresinen, Buntnesseln, Pilea, Palmen und einer panachierten Geraniensorte. Die Muster orientieren sich an historischen Vorlagen aus dem Teppichbeetbuch von LEVY (1900), da originale Pflanzpläne nicht überliefert sind.

Inzwischen haben sich die Pflanzen so gut entwickelt, dass sich die Beete lückenlos und „teppichartig“ zeigen – wie ein kunstvoll geknüpfter Flor. Parkgärtner und Vereinsmitglieder haben in dieser Woche die erste Konturenschneidung durchgeführt, um die Muster zu schärfen. Das Ergebnis: Ein Anblick, der dem historischen Ideal von C.F.E. von Watzdorf näherkommt als je zuvor. Der Begriff „Teppichbeet“ wird aktuell im Park auf besonders anschauliche Weise lebendig.
Mit jedem Element, das zurückkehrt – ob Vase, Pflanze oder Kandelaber – wird die Vision von C.F.E. von Watzdorf um 1875 wieder erlebbar. Der Schlosspark lädt ein: zum Staunen, Verweilen – und zum Durchatmen in bewegten Zeiten.
Quelle: Gemeinde Wiesenburg/Mark
Bearbeitung: Eva Loth
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