Lütte. „Eigentlich wollte ich nur einen Nistkasten bauen. Dann hatte ich noch Bretter übrig und baute einen zweiten“, schmunzelte Bernd Willmann aus Groß Briesen und dachte an die Anfänge vor zirka sechs Jahren zurück. Seither bauen er und Martin Sehrig unermüdlich Nistkästen für Wiedehopfe, halten Vorträge über den schön anzusehenden Vögel und motivieren andere Menschen.
Durch die beiden engagierten Vogelliebhaber ist die Population des Irokesen unter den Vögeln sichtlich gestiegen. Im letzten Jahr konnten 115 Jungvögel gezählt werden. 2025 flogen 181 dokumentierte Jungvögel aus.
Willmann und Sehrig blicken auf bisher 261 selbst gebaute und in insgesamt 74 Ortschaften, vorrangig im Fläming, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und der Schweiz aufgestellte Nistkästen zurück. „Der Spaß treibt mich an“, so Willmann:
„Wenn der Wiedehopf in einen unserer Kästen einzieht, zaubert es uns ein Lächeln aufs Herz.“
„Es ist ein Glücksgefühl, wenn man ihn sieht. Es ist eine Freude, ihn zu beobachten“, stimmte Sehrig zu.
Pfarrerin der Gemeinde Lütte und Ragösen, Frau Dr. Sitzler-Osing, teilt die Leidenschaft für diese Vogelart. „Es ist beeindruckend, was sich aus einer kleinen Sache entwickeln kann“, lobte sie das Engagement der beiden Freunde. Vom Pfarrhaus hat sie den perfekten Blick auf den dort im Garten stehenden 50. Kasten, den Willmann und Sehrig bauten:
„Von meinem Büro aus kann ich auf den Kasten schauen und auch beim Frühstück in der Küche. Bei schönen Wetter sitzen wir im Garten und beobachten den Wiedehopf.“
Im letzten Jahr konnte Sitzler-Osing sogar drei Bruten, in diesem Jahr zwei Bruten im Pfarrhausgarten verzeichnen. „Das ist selten. Liegt aber daran, dass für den anspruchsvollen Vogel noch zu wenig geeignete Brutstätten zu finden sind“, erklärte Willmann.
Als kleine Tradition erhielt die Pfarrgemeinde sowohl den 150. als auch den 250. gebauten Nistkasten. Diese fanden ihren Standorte auf den Kirchengeländen in Ragösen und Schwanebeck. „Der Wiedehopf stiftet Gemeinschaft. Das finde ich sehr schön. Alle hier in Lütte passen auf, ob sie ihn hören oder sehen“, erzählte Sitzler-Osing. Als Theologin und Ägyptologin beschäftigt sie sich auch historisch mit dem Wiedehopf:
„Er kommt zum Beispiel in der Bibel vor. Zusammen mit dem Storch gehört er zu den Tieren, die in besonderer Weise behandelt werden. Der Wiedehopf kommt ebenfalls in den altägyptischen Gräbern vor. Auch im alten Griechenland ist er sehr gängig.“
Als Zugvogel überwintert der Vogel mit der markanten Federhaube in wärmeren Gefilden. Im März kommt er zurück nach Deutschland, ruft mit seinem typischen „Up-up-up“ nach einem Weibchen, wenn er einen passenden Brutplatz gefunden hat.
Wer mehr über die schönen Vögel erfahren möchte und sie eventuell mit einem Nistkästen unterstützen möchte, ist herzlich zu einem Vortrag mit Bernd Willmann und Martin Sehrig am 18. Januar 2026 um 14 Uhr im Gemeindehaus Cammer willkommen. Der Eintritt ist frei. Spenden sind erwünscht.
(Artikelfoto: Pfarrerin Frau Dr. Dorothea Sitzler-Osing erfreute sich über den 50., 150. und 250. Nistkasten für Wiedehopfe für ihre Pfarrgemeinde, gebaut von Bernd Willmann und Martin Sehrig)
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