Bad Belzig. Mit Beginn des Ukraine-Krieges und damit einhergehender Eskalationen steigt die Wahrscheinlichkeit von weiteren Sabotageakten gegen die deutsche Energieinfrastruktur.
Darüber hinaus zeigen auch die Erfahrungen im Ahrtal 2021 mit großflächiger Zerstörung von Infrastruktur, im Münsterland 2005 sowie in Berlin-Köpenick 2019, wie schnell widrige Witterungsverhältnisse, technisches oder menschliches Versagen sowie vorsätzliches Handeln einen langanhaltenden und flächendeckenden Stromausfall mit erheblichen Einschränkungen für das öffentliche und private Leben hervorrufen können. Deshalb muss auch für die Bevölkerung ein Mindestmaß an Energieversorgung bereit gestellt werden.

Dazu sollen Katastrophenschutz-Leuchttürme als zentrale Anlaufstellen für die Bevölkerung dienen. Wo sich diese befinden, kann in den Gemeinden erfragt werden. Die Bürgerinnen und Bürger erhalten hier nicht nur Informationen, sondern es werden auch Erste Hilfe, Trinkwassernotversorgung, die Möglichkeit, mitgebrachte Nahrung aufzuwärmen sowie die Organisation von Hilfsmaßnahmen für Personen, die auf Unterstützung angewiesen sind, angeboten.
Tagsüber können die Katastrophenschutz-Leuchttürme auch als zeitlich begrenzte Wärmeinseln genutzt werden. Darüber hinaus erfolgt die Bereitstellung von Lademöglichkeiten für mobile Kommunikationsgeräte. Auch werden technische Lösungen bereitgestellt, um notwendige Kommunikation, wie zum Beispiel das Absetzen von Notrufen und Datenübertragung, sicherzustellen.
Um dies alles zu gewährleisten, sind technische Geräte notwendig, die natürlich auch sachkundig bedient werden müssen. Das THW Bad Belzig verfügt über diese Technik und hatte kürzlich auf Einladung des Landkreises die Feuerwehren der Region zu Gast.
Die Einsatzkräfte sollten sich mit den Geräten vertraut machen, um sie im Notfall bedienen zu können. Denn sie sind diejenigen, die vor Ort bei den Menschen sind. Im Rahmen dieser Ausbildungsveranstaltung trainierten Einsatzkräfte des Landkreises Potsdam-Mittelmark den sicheren Umgang mit Stromerzeugern und laienbedienbaren Einspeisesystemen. Dieses Wissen ist entscheidend, um im Zivil- und Katastrophenschutzfall die Energieversorgung wichtiger Einrichtungen ebenso zuverlässig sicherzustellen wie auch die Funktion der Leuchttürme. Dafür müssen die Einsatzkräfte optimal geschult sein.
Das THW Bad Belzig hat das entsprechende Know How und auch die Geräte und Aggregate. Die Ausbildung war für den gesamten Landkreis gedacht. Von 18 Kommunen haben neun ihre Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren geschickt. „Die Aggregate zur Stromerzeugung sind eine komplizierte Technik“, erklärt Matthias Mielenz, Sachbearbeiter beim Katastrophenschutz des Landkreises:
„Aber das THW kennt sich gut aus und gibt seine Erfahrungen gern weiter.“
Es gibt größere Aggregate , die dann für Krankenhäuser und andere größere Einrichtungen gedacht sind. Dann gibt es kleinere für die Leuchttürme. Vollgetankt können die Aggregate 24 Stunden betrieben werden. Es ist die erste Ausbildung dieser Art im Landkreis, aber sicher nicht die letzte. Geschult werden aber nicht nur Kräfte der Feuerwehren. So hat zum Beispiel Werder eine spezielle Einheit für den Katastrophenschutz gegründet.
Aufmerksam verfolgten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren die Erklärungen der Kameraden des THW. Das Bedienfeld der Aggregate mit vielen Schaltern ist schon herausfordernd. Im Ernstfall muss alles sitzen.
“Das THW hat alles super organisiert“, sagte Matthias Mielenz:
„Wir haben Glück, dass wir so viel Wissen direkt vor Ort haben.“
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