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Ausstellungen, Vorträge, Lesungen und Workshops – Mit neuem Vorstand plant der Heimatverein Treuenbrietzen e.V. einen bunten Mix an Veranstaltungen

Treuenbrietzen. Der Heimatverein Treuenbrietzen ist die zentrale Anlaufstelle für Heimatforschung in der Sabinchenstadt Treuenbrietzen. Der 1916 strukturell gegründete Verein hat eine bewegte Vereinsgeschichte und einen reichen Fundus an historischem Material. Die zusammengetragenen Exponate sowie ein Versammlungsraum sind seit 1939 im ehrenamtlich betriebenen Heimatmuseum in der ehemaligen „Heilig-Geist-Kapelle“ in der Großstraße 1a in Treuenbrietzen untergebracht.

Am 18. Dezember 1991 wurde der Heimatverein Treuenbrietzen e.V. in seiner jetzigen Form gegründet. Aktuell hat der Verein 40 Mitglieder. Am 25. Juli 2025 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Zum Vorsitzenden wurde der IT-Fachmann Jens Heidenreich gewählt. Sein Stellvertreter ist der gelernte Agrotechniker Jens Sell. Als Schatzmeisterin wurde Julia Nowak und als Schriftführerin wurde Stephanie Heidenreich gewählt. Nach fünf Monaten Einarbeitungszeit der ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder sprach Fläming 365 mit dem Vorsitzenden und seinem Stellvertreter über die Pläne und Herausforderung des Verein für das kommende Jahr.

Fläming 365: Herr Heidenreich, Sie sind neuer Vorsitzender des Heimatvereins Treuenbrietzen. Wollten Sie schon länger Vorsitzender des Vereins werden oder hat es sich so ergeben?

Herr Heidenreich: Ich bin schon viele Jahre im Heimatverein Treuenbrietzen aktiv und habe die Entwicklung des Vereins stets mit viel Engagement begleitet. Schon während meiner bisherigen Arbeit im Verein habe ich die Idee, mich verstärkt einzubringen, immer wieder im Hinterkopf gehabt. Dass ich nun die Verantwortung als Vorsitzender übernehmen darf, ist weniger ein geplanter Schritt, sondern vielmehr eine Entwicklung, die sich aus der langjährigen Tätigkeit und der Unterstützung der Vereinsmitglieder ergeben hat. Es war also nicht unbedingt ein Ziel, Vorsitzender zu werden, aber ich freue mich sehr über das Vertrauen und die Möglichkeit, den Verein in dieser neuen Rolle und mit der Unterstützung aller Vorstands- sowie Vereinsmitglieder weiter voranzubringen.

Fläming 365: Herr Sell, Sie sind schon lange Mitglied des Heimatvereins Treuenbrietzen und nun Stellvertreter von Herrn Heidenreich. Wie kam es dazu?

Herr Sell: Ich bin seit 1994 Mitglied im Heimatverein Treuenbrietzen und habe mich über viele Jahre aktiv eingebracht, unter anderem auch in Vorstandsfunktionen. Aus gesundheitlichen Gründen habe ich mich zeitweise etwas zurückziehen müssen. Inzwischen geht es mir wieder besser und gerade dadurch ist bei mir der Wunsch entstanden, meine Zeit und meine Erfahrungen wieder sinnvoll einzubringen.

Fläming 365: Vor Ihrer Wahl ist es ruhig um den Verein geworden. Interne Probleme führten zu Selbstbeschäftigung. Es gab kaum noch öffentliche Veranstaltungen. Kann man Ihre Wahl als Neustart und Generationswechsel bezeichnen?

Herr Heidenreich und Herr Sell: In der Tat war die Zeit vor unserer Wahl geprägt von einer Phase der Ruhe im Verein, dies hatte vielschichtige Gründe. Der Rücktritt des gesamten vorherigen Vorstandes hatte eine große Lücke hinterlassen, die zu einer gewissen Unsicherheit innerhalb des Vereins geführt hat. Leider gab es in dieser Zeit keine öffentlichen Veranstaltungen, was sicherlich auch Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Vereins hatte. Deshalb sind wir dankbar für die Möglichkeit, uns hier öffentlich präsentieren zu können und dem Verein wieder mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Fläming 365: Was sind die nächsten öffentlichen Veranstaltungen des Vereins, auf die sich die Treuenbrietzener freuen dürfen?

Herr Heidenreich: Die nächsten öffentlichen Veranstaltungen, auf die sich die Treuenbrietzener freuen können, sind besonders spannend! Ein Highlight wird sicherlich unsere Sonderausstellung mit Bildern des berühmten Treuenbrietzener Kunstmaler Hermann Schnee im Februar 2026 sein. Wir freuen uns sehr, diese beeindruckende Sammlung in unserem Heimatverein präsentieren zu können. Es wird eine wunderbare Gelegenheit, mehr über das Werk von Hermann Schnee zu erfahren und in die künstlerische Geschichte unserer Region einzutauchen.

Neben der Ausstellung werden auch noch weitere Veranstaltungen geplant, die das ganze Jahr über für Abwechslung und Inspiration sorgen sollen. Wir arbeiten an verschiedenen kulturellen und gemeinschaftlichen Projekten, die sowohl junge als auch ältere Treuenbrietzener ansprechen. Dabei geht es uns besonders darum, den Verein wieder lebendig zu machen und das Miteinander in der Stadt zu fördern, sowie auch neue Vereinsmitglieder zu gewinnen.

Fläming 365: Wie wollen Sie das Vereinsleben beleben?

Herr Sell: Das Vereinsleben wieder lebendig zu machen, ist eine der zentralen Aufgaben, die wir uns als Vorstand vorgenommen habe. Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir den Verein für die Mitglieder und die ganze Gemeinde wieder stärker in den Fokus rücken können.

Zunächst einmal wollen wir mehr öffentliche Veranstaltungen ins Leben rufen, die nicht nur kulturell bereichernd sind, sondern auch Raum für Austausch und gemeinschaftliches Miteinander bieten. Neben der bereits geplanten Sonderausstellung mit den Bildern von Hermann Schnee im Februar 2026, die ein großes Highlight darstellt, möchten wir auch regelmäßig kleinere Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen oder Workshops anbieten.

Zudem ist es uns wichtig, auch die jüngeren Generationen stärker in den Verein einzubinden. Wir wollen Aktivitäten entwickeln, die für alle Altersgruppen interessant sind, wie zum Beispiel kreative Projekte, die sowohl traditionelle als auch moderne Aspekte unserer Heimatgeschichte widerspiegeln. Es soll ein bunter Mix entstehen, der nicht nur zur Wissensvermittlung dient, sondern auch Spaß macht und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt.

Ein weiteres Ziel ist es, den Verein in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen – sei es durch regelmäßige Infos in der lokalen Presse oder durch eine stärkere Präsenz in den sozialen Medien. So möchten wir erreichen, dass mehr Menschen das Gefühl haben, Teil des Vereins zu sein und sich aktiv einbringen können.

Letztlich geht es darum, das Vereinsleben zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs zu machen, an dem sich jeder willkommen fühlt und etwas bewegen kann. Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam mit den Mitgliedern und der Gemeinschaft wieder viel Leben in den Verein bringen können.

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Seit 1939 befindet sich das Heimatmuseum Treuenbrietzen in der ehemaligen „Heilig-Geist-Kapelle“.

Fläming 365: Gibt es Planungen zur Mitgliedergewinnung? 

Herr Sell: Ja, die Mitgliedergewinnung ist ein wichtiger Aspekt, den wir nicht nur im Blick haben, sondern aktiv vorantreiben wollen. Es ist uns bewusst, dass ein Verein nur dann langfristig erfolgreich sein kann, wenn er kontinuierlich wächst und sich mit neuen Ideen und frischem Wind weiterentwickelt.

Ein Schwerpunkt unserer Planungen liegt darauf, jüngere Menschen stärker anzusprechen und ihnen zu zeigen, wie wertvoll die Arbeit im Heimatverein ist. Dazu gehören zum einen Veranstaltungen und Projekte, die speziell für junge Leute interessant sind, wie zum Beispiel kreative Workshops, historische Stadtrundgänge oder auch eine historische Stadtralley.

Zudem möchten wir die Mitgliedergewinnung auch durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit fördern. Das bedeutet, dass wir uns stärker in den sozialen Medien präsentieren und durch lokale Veranstaltungen und Kooperationen mit anderen Vereinen und Schulen/ Kindertagesstätten der Stadt Treuenbrietzen mehr Aufmerksamkeit generieren wollen. Wir möchten den Verein als einen Ort darstellen, an dem jeder unabhängig von Alter oder Hintergrund etwas beitragen und sich einbringen kann.

Und natürlich spielen auch die bestehenden Mitglieder eine große Rolle bei der Gewinnung neuer Mitglieder. Sie sind die besten Botschafter des Vereins, und wir möchten sie dazu ermutigen, ihre Freunde und Bekannten einzuladen und das Vereinsleben aktiv mitzugestalten.

Zusammengefasst: Es geht uns darum, den Heimatverein als lebendigen, modernen und offenen Ort zu positionieren, der für alle Generationen interessant ist und in dem sich jeder willkommen fühlt.

Fläming 365: Heutzutage kommen Museen nicht drumherum, auch digitale Angebote zu machen. Haben Sie in diesem Bereich etwas geplant? 

Herr Heidenreich: In diesem Bereich haben wir bereits konkrete Vorhaben: Die Homepage des Heimatvereins wird derzeit überarbeitet und moderner gestaltet. Darüber hinaus soll der bereits vorhandene Audioguide für die Stadtführung reaktiviert und inhaltlich aktualisiert werden. Eine Erarbeitung eines Audioguides für den Museumsbesuch ist eines der Ziele für die Zukunft. Die digitalen Angebote verstehen wir dabei als Ergänzung zum persönlichen Museumserlebnis.

Fläming 365: Der Heimatverein hat in der Vergangenheit auch Heimatforschung betrieben. Haben Sie ein aktuelles Forschungsprojekt oder planen Sie für 2026 Forschungsschwerpunkte? 

Herr Heidenreich: Die Heimatforschung war und ist ein wichtiger Bestandteil unserer Vereinsarbeit. Derzeit liegt unser Schwerpunkt darauf, die vorhandene Sammlung systematisch zu sichten, zu ordnen und inhaltlich neu zu bewerten sowie das Museum konzeptionell neu aufzustellen.

Im Verein engagieren sich zudem Heimatfreunde, die sich gezielt im Bereich der Vor- und Frühgeschichte weitergebildet haben. Dieses Fachwissen wollen wir künftig stärker einbinden. Auf dieser Grundlage planen wir für 2026 thematische Forschungsschwerpunkte. Ein erster Schritt wird im Mai 2026 ein öffentlicher Vortrag im Heimatmuseum sein.

Fläming 365: Die Stadt Treuenbrietzen hat viele Künstler und Kulturschaffende. Wird es mit denen mehr Zusammenarbeit geben? 

Herr Heidenreich: Eine stärkere Vernetzung mit Künstlerinnen, Künstlern und Kulturschaffenden ist uns ein wichtiges Anliegen. Wir sind offen für Kooperationen und neue Ideen und freuen uns ausdrücklich über den Kontakt und den Austausch. Gemeinsam möchten wir Impulse setzen und das kulturelle Leben in der Stadt weiter bereichern.

Fläming 365: Zu Treuenbrietzen gehören elf Ortsteile, in den es Heimatstuben und Museen gibt. Ist hier ein Austausch oder eine Zusammenarbeit geplant?

Herr Sell: Ein Austausch und eine Zusammenarbeit zwischen diesen Einrichtungen ist uns wichtig. Erste Kooperationen haben bereits stattgefunden, und wir planen, diese weiter auszubauen. Zu gegebener Zeit dürfen sich die Bürgerinnen und Bürger auf ein interessantes gemeinsames Ereignis freuen, das wir dann ankündigen werden.

Fläming 365: Das Heimatmuseum befindet sich in der ehemaligen „Heilig-Geist-Kapelle“ in einem spätgotischen Rundbau, wurde 1939 eröffnet und 1991 letztmalig restauriert. Man könnte sagen, es ist aus heutiger Sicht etwas in die Jahre gekommen. Sind in den nächsten Jahren Instandsetzungsarbeiten oder Restaurierungen geplant?

Herr Heidenreich: Natürlich ist uns bewusst, dass das Gebäude aufgrund seines Alters und der letzten Restaurierung im Jahr 1991 inzwischen etwas in die Jahre gekommen ist.

Da wir als Verein nur Mieter des Gebäudes sind, liegt die Verantwortung für größere Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten bei der Stadt Treuenbrietzen. Dennoch sind wir als Verein sehr interessiert daran, das Gebäude auch in Zukunft in einem guten Zustand zu halten, damit es sowohl für die Ausstellungen als auch für die Besucher weiterhin attraktiv bleibt. Wir stehen im engen Austausch mit der Stadt und den zuständigen Behörden, um mögliche Instandhaltungsmaßnahmen frühzeitig zu planen.

Fläming 365: Vielen Dank für das Interview.

(Die Fragen stellte Jonathan Summer | Artikelfoto: Das Heimatmuseum in der Großstraße 1a ist auch Sitz des Heimatvereins Treuenbrietzen e.V.)

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