Reetz. Jens Hinze, der Bürgermeister von Mühlenfließ, war auf der jüngsten Ortsbeiratssitzung in Reetz zu Gast.
Windpark – Pro und Contra

Neben Reppinichen und Reetzerhütten wurde auch dort über den geplanten Windpark diskutiert. Jens Hinze hat den Umgang mit den Windrädern in seiner Gemeinde vorgestellt. Auch, welche finanziellen Möglichkeiten sich für eine Gemeinde ergeben. In Mühlenfließ gab es leider keine so große Bürgerbeteiligung bei der Entscheidung. „Im Dialog ist es aber immer wichtig, ehrlich zu bleiben und nichts zu verzerren oder Angst zu schüren“, so Jens Hinze.
Nach der Vorstellung des aktuellen Standes gab es eine intensive Diskussion für ein Pro und Contra. Die Diskussion musste schließlich abgebrochen werden, um auch noch andere Themen der Tagesordnung behandeln zu können. Jetzt sind noch vier Wochen Zeit bis zum Bürgerentscheid, der per Briefwahl am 14. März erfolgen wird. Bis dahin können noch Gespräche geführt werden. Dafür stehen sowohl die Bürgerinitiative in Reetz als auch Martin Bauer vom Landgut Reppinichen jederzeit zur Verfügung.
Gaststätte und Kegelbahn
Das Reetz eine Kegelbahn hat, ist in der Gemeinde bekannt. Der ehemalige Gastwirt Emil Wilke hatte der Sportgemeinschaft einst ein Grundstück an der Gaststätte zur Verfügung gestellt. Darauf wurde in viel Eigenleistung eine Kegelbahn errichtet, nicht ganz uneigennützig vom Gastwirt mit direkter Verbindung zur Gaststätte. Schriftlich fixiert wurde damals jedoch nicht viel. Das rächte sich in den vergangenen Jahren. Solange es Gaststättenbetrieb gab, war alles kein Problem.
Das kam erst mit der Veräußerung an eine Privatperson, denn der technische Bereich liegt direkt unter der Gaststätte, gehört also zu deren Grundstück und zum Eigentum des Besitzers. Dieser möchte das Gebäude nebst Scheune nun wieder verkaufen, da er in Rente geht und das Objekt für zwei Personen zu groß ist. Er hat es der Gemeinde zum Kauf angeboten, die Gesamtkosten würden sich auf etwa 300.000 € belaufen. Am vergangenen Dienstag konnten sich Interessenten ein Bild davon machen, wie es jetzt aussieht.
Die Reaktionen der Reetzer Besucher waren durchweg positiv. Sie hätten ihre alte Gaststätte gern zurück. Da der Saal mit Bühne noch vorhanden ist, könnte man so das Problem der fehlenden Sitzplätze im Dorfgemeinschaftshaus lösen. Oft reichten die 54 Stühle nicht für Feierlichkeiten aus. Im Erdgeschoß könnten Vereinsräume entstehen, eine Küche ist ebenfalls vorhanden. Das Obergeschoß wäre als Wohnung geeignet. Soweit die Ideen der Bürger.
Jedoch ist es ja mit dem Kauf nicht getan, dieser könnte aus dem Sondervermögen des Bundes getätigt werden. Aber dann käme der Ausbau und dieser sei momentan nicht zu finanzieren, so Bürgermeister Marco Beckendorf. Denn es gibt Anforderungen und Vorschriften für ein öffentliches Gebäude.

Steffen Teuber, Mitglied der Gemeindevertretung, sprach sich für den Kauf der Gaststätte aus, um als Gemeinde selbst über die Nutzung später entscheiden zu können. Er hatte die Idee, dort Wohnungen für ältere Mitbürger bereit zu stellen, die ihr Haus nicht mehr halten können, aber doch in Reetz bleiben wollen. In einer kleinen Stimmungsabfrage sprachen sich viele der anwesenden Einwohner für den Hauskauf aus. Und so stand dieser auch auf der Liste für Investitionen aus dem Sondervermögen, über die auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung beraten wurde. Die Gemeindevertreter teilten den Enthusiasmus der Reetzer nicht und so wurde das Projekt von der Liste gestrichen. Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend.
Rückgabe des Mandats
Ortsvorsteher Sebastian Kube bedankte sich im Nachhinein in der Reetzer WhatsApp Gruppe bei allen, die sich auf der Ortsbeiratssitzung aktiv eingebracht haben:
„Danke für eure rege Diskussion zu den nicht ganz einfachen und teilweise kontroversen Themen, die stellenweise auch emotional geführt wurden – mich selbst eingeschlossen. Nur als Gemeinschaft können wir in diesen doch recht unruhigen Zeiten Dinge bewegen, die anfangs vielleicht sogar unrealisierbar erscheinen. Lasst uns diesen wunderbaren Ort mit seiner Vielfalt an Menschen gemeinsam zukunftsfähig und lebenswert gestalten. Das ist gelebte Demokratie und Gemeinschaft. Auch wenn es in der Sache und in der Diskussion manchmal hart zugeht, lasst uns weiterhin zusammenstehen und gerade in schwierigen Zeiten als Gemeinschaft füreinander einstehen“.
Diese Worte bekommen nun auch eine besondere Bedeutung, denn Bürgermeister Marco Beckendorf teilte auf der Gemeindevertretersitzung mit, dass Sebastian Kube zum Quartalsende sein Mandat zurückgeben wird, da er zeitlich einfach nicht in der Lage ist, den Job vernünftig auszuführen. So hoffen die Reetzer natürlich, dass die verbliebenen beiden Mitglieder des Ortsbeirates bei der Stange bleiben.

(Artikelfoto: Hofansicht der Gaststätte)
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