Wiesenburg/Mark. Wann geht es endlich weiter in der alten Brauerei in Wiesenburg? Diese Frage stellen sich nicht nur die Wiesenburger selbst, sondern auch alle die daran vorbeifahren.

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Denn noch ist die Bauruine fast ortsbildprägend. Die Gemeinde hatte das Objekt zurückgekauft, um es zu entwickeln. Ideen gab es bereits viele, angefangen von einem Supermarkt mit integriertem Ärztehaus bis hin zu Parkplätzen. Letztere sind im Ort Mangelware, was sich besonders bei größeren Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Blumenmarkt zeigt. Jedoch hat man mit einem nicht gerechnet. Durch den jahrelangen Leerstand hat sich die Natur das Areal zurückerobert. Und das nicht nur in pflanzlicher Hinsicht. Inzwischen haben Fledermäuse den Ort für gut befunden und sich eingenistet.
Die Brauerei ist eines der wichtigsten Fledermausquartiere Brandenburgs. Hunderte Fledermäuse aus 11 verschiedenen Arten verbringen hier den Winter und im Spätsommer ist so richtig was los. Dann kommen vermutlich tausende Tiere aus dem ganzen Fläming nach Wiesenburg, um sich zu paaren und den Jungtieren ihr späteres Winterquartier zu zeigen.
Damit die Gemeinde die geplante Revitalisierung des Geländes bestmöglich mit dem Schutz der Fledermäuse vereinbaren kann, werden in diesem Jahr ihre Flugwege wissenschaftlich untersucht. Dafür stehen von Anfang August bis Anfang November rund um Wiesenburg einige Masten mit Antennen. Sie erfassen die Signale kleiner Sender, die einzelne Fledermäuse tragen. So können ihre Flugrouten genau dokumentiert werden. Es handelt sich um eine Maßnahme aus dem Smart City Modellprojekt Bad Belzig & Wiesenburg/Mark.
In der Schwärmphase des Spätsommers 2026 sollen Flugwege der Fledermäuse zwischen Brauerei und den umliegenden Wäldern erforscht werden. Einige Tiere erhalten dazu winzige Funksender, mit denen die Positionen geortet werden können.
Für den Empfang der Funksignale sollen moderne Empfangsstationen zum Einsatz kommen. Peilung und Verortung finden hier vollautomatisch und untereinander vernetzt statt. Dadurch können die Tiere in zeitlich hoher Auflösung verfolgt werden – entscheidend, um die Flugwege möglichst gut abzugrenzen.

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Damit die Peilungen exakt genug sind, müssen die Stationen in einem dichten Netz im Umfeld von Wiesenburg aufgestellt werden. Erhöhte Positionen und freie Sichtfelder gewährleisten dabei gute Empfangsqualität. Jede Station besteht aus einem Mast mit 4 Antennen und einer kleinen Basiseinheit. Um die Stabilität zu gewährleisten, wird der Mast mit 3 Schnüren abgespannt, wobei in allen Fällen reversible Verankerungen genutzt werden. Inklusive Abspannung nimmt eine Station eine Fläche mit Radius von ca. 8 m ein.
Der Aufbau erfolgt Anfang August. Die Standzeit erstreckt sich bis maximal Anfang November. In dieser Zeit sollten die Stationen nicht bewegt werden.
„Bitte lassen Sie die Anlagen unberührt – sie sind wichtig für das Monitoring und werden nach Abschluss der Untersuchungen wieder abgebaut. Vielen Dank für Ihre Unterstützung beim Schutz unserer Wiesenburger Fledermäuse“ heißt es dazu auf der Wiesenburger Homepage.
Mit dem Ergebnis der Untersuchungen kann dann auch festgelegt werden, wie es weiter geht.
Gemeinde Wiesenburg/Mark /Eva Loth | Artikelfoto: ©Marco Roßner
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