Heimatmuseum Groß Kreutz

Eröffnung in Damsdorf, Lichtshow in Cammer, Kino in Ziesar – 22. Aktionstag „Feuer und Flamme“ am letzten Oktoberwochenende

Potsdam-Mittelmark. Für Renate Fuchs ist es eine besondere Wertschätzung. „Ich freue mich, dass der offizielle Auftakt des Aktionstages in meinem kleinen Stellmachermuseum in Damsdorf stattfindet“, sagt die Museumsgründerin und Chefin. Seit nunmehr 18 Jahren gibt es die Ausstellung, die stetig gewachsen ist.

Renate Fuchs, Stellmachermuseum
Renate Fuchs

Renate Fuchs stellt hier die Geschichte des Handwerks und die alten Werkzeuge ihrer Vorfahren vor.

Am 24. Oktober 2026 wird die kleine Feier um 13.00 Uhr starten. Mit dabei neben der Kulturreferentin des Landkreises, Doris Patzer, wird auch der 1. Beigeordnete, Steven Koch, sein. „Große Geschichte findet sich nicht nur in großen Gebäuden. Gerade unsere kleineren Museen und Heimatstuben bewahren Geschichten, die sonst verlorengingen. Feuer und Flamme macht diese Vielfalt sichtbar und zeigt zugleich, wie wenig sich unsere gemeinsame Geschichte an heutigen Verwaltungsgrenzen orientiert“, sagt Koch.

Selbstverständlich wird es in Damsdorf, dass auf der Route 5 von insgesamt sieben Routen liegt, auch Kultur geben. So wird Berkin Ayanams Saxophon Laras Valeskas Gesang begleiten. Der Damsdorfer Schriftsteller Wolfgang Walther wird zwischen 14.00 und 16.00 Uhr mehrere Kurzlesungen geben, und auch der Lehniner Carnavalsverein will mit einer Tanzshow glänzen. Gegen 17.00 Uhr wird dann das Museum in den Winterschlaf verfallen. „Wir werden im Frühjahr wieder öffnen, allerdings führe ich nach Voranmeldung und Interesse die Besucher auch im Winter durch das, allerdings unbeheizte Museum“, erklärt Renate Fuchs.

Insgesamt sind an diesem Samstag 53 Museen geöffnet, nicht nur in Potsdam-Mittelmark, sondern auch in Brandenburg an der Havel und im Havelland. Die Empfehlungen der Veranstalter sind in einer Broschüre zusammengefasst. Die Ausstellungshäuser wurden entlang von sieben Routen angeordnet, die nahe beieinander liegen.

Die Route eins liegt im Norden des Landkreises im Bereich Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf. Der Route zwei gehören neben Michendorf und Kähnsdorf die drei Beelitzer Museen an. Die Alte Posthalterei ist ebenso dabei wie die Wassermühle und das Spargelmuseum, leider ist die Bockwindmühle mit ihrer Sammlung dieses Mal nicht vertreten.

Die Route drei vereinigt die Häuser rund um den Schwielowsee. Während die Route vier Werder und Groß Kreutz vereinigt. In Werder sind die Bockwindmühle auf der Insel und das Christian-Morgenstern-Museum auf der Bismarckhöhe vertreten, dazu in Glindow das Ziegeleimuseum und das Heimatmuseum. Auch die Heimatmuseen in Groß Kreutz und Deetz öffnen und dazu das Lilienthal-Museum in Derwitz.

Der Schwerpunkt der Route fünf liegt in Kloster Lehnin und seinen Ortsteilen. Damsdorf wurde schon erwähnt, hinzu kommen das Zisterziensermuseum im Kloster und der Skulpturengarten am See sowie der Dreiseithof in Grebs und die Museen in Reckahn. Der Route gehört auch eine weitere Bockwindmühle an, die in Cammer. Hier hat sich der Dorf- und Heimatverein eine besondere Attraktion einfallen lassen. Nachdem fast alle Ausstellungshäuser ihre Türen geschlossen haben, beginnt um 19.00 Uhr eine Lichtshow an der Cammerschen Mühle, dazu wird die Dance Crew Planebruch tanzen. Der Lichtkünstler Dietmar Kort wird die Mühle erstrahlen lassen. „Es entsteht ein ungewöhnliches Zusammenspiel aus Licht, Bewegung und Musik, das die historische Mühle in einem völlig neuen Licht erscheinen lässt“, ist Ortsvorsteher und Vereinsvorsitzende, Lars Charlier, schon vorab begeistert.

Rochow-Museum, Reckahn
Rochow-Museum Reckahn

Die Route sechs ist eine der längsten, sie führt von Treuenbrietzen über Bad Belzig und Görzke nach Ziesar. Nach dem Heimatmuseum in der Sabinchenstadt sollte man das Naturparkzentrum in Raben besuchen. Von dort führt der Weg in Roger-Loewig-Museum nach Bad Belzig. Danach lädt der Handwerkerhof in Görzke mit seinen Museen ein und auch in Ziesar haben das Heimatmuseum in die Bischofsresidenz auf der Burg geöffnet. In Ziesar steht die Kunst im Mittelpunkt. Das Heimatmuseum zeigt eine Sonderausstellung „Die Fotografen der Stadt Ziesar“. „Wir stellen die Schaffenszeit von Otto Berg und der Familie Max-Egbert Schütze vor, die in der Badstraße 12 ansässig waren. Die Familie Paul Kaczmarek eröffnete in der Schulstraße 1 in Ziesar ein Fotogeschäft, das Erich Höpfner von 1957 bis 1988 weiterführte. Die Ausstellung zeichnet die Geschichte der Fotografie und der Postkarte nach. Zu sehen sind zahlreiche Originalporträts, Fotografien, Hochzeitsbilder, Karten und historisches Fotozubehör“, lädt die Heimatvereinsvorsitzende Silvia Zimmermann ein. Auf der Burg ist eine Ausstellung dem Wirken des Heimatmalers Otto Altenkirch gewidmet. „Ergänzend zur Ausstellung zeigen wir um 16 Uhr im Glassaal einen Film über die Präsentation seiner Werke 2019 im Dresdner Lingnerschloss. Zudem geben wir einen Rückblick auf die Ausstellung, die von März bis September 2026 in der Städtischen Galerie Dresden zu sehen war“, erklärt Zimmermann. Auch hier gibt es am Abend einen besonderen Abschluss. Ab 19 Uhr findet im Glassaal das Familienkino mit dem Film „Nachts im Museum“ statt.

Auf der Route sieben sind die Museen im Havelland, Oberhavel sowie Brandenburg an der Havel vereinigt. So zum Beispiel das Industriemuseum, das Fahrradmuseum und das Dommuseum in der Stadt Brandenburg. Die Rohrweberei in Pritzerbe, das Ofenmuseum in Velten, die Ribbecker Häuser, das Optik-Museum in Rathenow, die Kleßener Sammlungen, Schloss Paretz, das Flugzeug „Lady Agnes“ in Stölln sowie Großderschau, Premnitz und Falkensee kann man ebenfalls besuchen.

Der Aktionstag „Feuer und Flamme“ ist ein Erfolgsformat. Kleine Häuser, die sonst nicht im Fokus der Besucher stehen, können sich präsentieren. Für einige ist es der Saisonabschluss vor der Winterpause. Wer sich darauf einlässt wird feststellen, dass man hier kleine Schätze entdecken kann.

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