Bad Belzig. Das Smart-City-Modellprojekt basiert auf der interkommunalen Zusammenarbeit zwischen Bad Belzig und Wiesenburg/Mark.
Das übergeordnete Ziel des Smart-City-Ansatzes in Bad Belzig und Wiesenburg ist es, die Lebensqualität der Menschen zu erhalten und die Zukunftsfähigkeit der Region zu sichern. Und so beschäftigt man sich im Projekt mit den verschiedensten Themen. Zum jetzigen Projektstand wurde auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Regionalentwicklung in Bad Belzig von Projektleiter Malte Specht informiert. Ein Hauptaugenmerk wird dabei auf die Digitalisierung in verschiedensten Bereichen gelegt. Das betrifft zum Beispiel mögliche digitale Buchungen von Dorfgemeinschaftshäusern, der Upload von Dokumenten und auch die Bad Belzig App soll weiterentwickelt werden. „Die meisten Maßnahmen laufen planmäßig“, so Malte Specht.
Für Bad Belzig ist vor allem die Verkehrsplanung wichtig. „Weniger Durchfahrt – mehr Innenstadt“ ist das Motto. Dazu wurden verschiedene Punkte untersucht. Zum einen war es das Durchgangsverhalten, eingeschlossen Fußgänger und Radfahrer. Ergebnis war, das werktags zirka 2,500 Personen mit den verschiedenen Verkehrsmitteln die Innenstadt durchquerten. Obwohl dort nur 20 km/h erlaubt sind, lagen die Werte zwischen 28 und 38 km/h. Untersucht wurden auch die Ampelphasen an der Kreuzung am Busbahnhof. Dreiviertel der Autofahrer nehmen die Abkürzung durch die Innenstadt, um die Ampel zu umgehen. Die Ursache liegt im Wesentlichen an den Schaltphasen dort. Diese basieren auf 20 Jahre alten Daten. Damals veranschlagte man eine Wartezeit von 44 Sekunden. Jetzt ist es bei weitem mehr durch das höhere Verkehrsaufkommen. Oft gibt es einen Rückstau bis in die Niemegker Straße. So wäre es wichtig, die Schaltung zu verbessern und so die Durchfahrt durch die Stadt unattraktiver zu machen.
Auch die Parkplatzsituation ist nicht die beste. Während der Marktplatz meist überbelegt ist, findet man sonst meist noch ein Plätzchen. Aber auch nicht immer, wie zum Beispiel an den Markttagen, an denen der Marktplatz als Parkfläche wegfällt. Um Abhilfe zu schaffen und auch die Geschwindigkeit einzudämmen, gibt es verschiedene Vorschläge. So könnte ein versetztes Parken in der Wiesenburger und Magdeburger Straße dazu führen, dass nicht mehr so stark beschleunigt werden kann. Ein verschwenktes Parken in der Straße der Einheit ist auch eine Möglichkeit, jedoch würden dadurch Parkplätze wegfallen. Parkschwellen könnten den Verkehr ebenfalls beruhigen. Das Abbiegeverbot aus der Niemegker Straße in die Straße der Einheit sollte strenger durchgesetzt werden, denn immer wieder wird die vorgeschriebene Fahrtrichtung von Autofahrern ignoriert. Das Einrichten von Kurzzeitparkplätzen ist ein weiterer Vorschlag, ebenso wie mobile Geschwindigkeitskontrollen in der Wiesenburger und Magdeburger Straße.
Für mehr Attraktivität können auch Blumenkübel statt Parkplätzen in der Außengastronomie sorgen. Ein Hinweis zur Kreuzung Sandberger Straße – Mauerstraße kam von den Ausschussmitgliedern. Eigentlich gilt dort rechts vor links. Da sich aber die wenigsten an die Geschwindigkeit halten, birgt diese kleine Kreuzung erhebliches Unfallpotential. Mögliche Bremsschwellen könnten die Lage etwas entschärfen. Den Vorschlag will die Verwaltung nun mit ins Rathaus nehmen und prüfen. Die anderen Maßnahmen sollen umgesetzt werden. Eine spätere Auswertung wird zeigen, ob sie etwas gebracht haben.
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