Wiesenburg/Mark. „Erkennen Sie die Märchen?“ Das fragten die Gruboer Kita Kinder auf dem Seniorenfest der Gemeinde Wiesenburg/Mark die anwesenden Rentner. Ja, sie kannten! Anhand von Zitaten aus verschiedenen Märchen sollten alle das Märchen erraten. Und die Rentner waren gut darin. Überhaupt war das gesamte Programm märchenhaft, denn es gab noch eine kleine Aufführung vom Aschenputtel. Die Texte waren sowohl an den Wortschatz der Kinder, als auch an die heutige Zeit angepasst und rissen schon deshalb zu Lachsalven hin.
Neben dem Feuerwehrorchester Görzke, welches eher einen ruhigen Job hatte auf Grund des Programms, tanzten die „Herbstzeitlosen“ nach bekannten Melodien und der Wiesenburger gemischte Chor unterhielt mit Liedern zum mitsingen.
Zu Beginn schaute Bürgermeister Marco Beckendorf zurück auf das vergangene Jahr, aber auch schon ein bisschen in die Zukunft. Die Straßenbauarbeiten sah er positiv, ebenso, dass es mit der roten Villa endlich voran geht. In den kommenden zwei Jahren wird diese saniert. Die Mitteilung, dass sich darin eine Physiotherapie Praxis niederlassen wird, rief großen Beifall hervor. Gerade für die ältere Bevölkerung ist dieser Anlaufpunkt wichtig, mussten sie doch bisher weite Fahrwege in Kauf nehmen.
Zu den negativen Aspekten gehört der Verlust der Drahtzieherei. Unter den Rentnern waren auch einige, die einmal dort gearbeitet haben. Alle Versuche, das Werk zu retten, scheiterten am Verhalten des amerikanischen Eigentümers. „Er lebt uns den Kapitalismus vor und kennt die soziale Marktwirtschaft nicht“, so Beckendorf.
Auch wenn formal im Recht, ist Recht nicht immer gleichzusetzen mit gerecht, sagte er. Jedoch soll das Gelände weiter entwickelt und dort Arbeitsplätze geschaffen werden.
In der Gemeinde gibt es auch viele Orte, die dem Verfall preisgegeben sind, wie die alte Ziegelei in Reetz, die Brauerei in Wiesenburg, die Schlösser Mahlsdorf und Schmerwitz. Viele Rentner kennen diese Orte noch gut, als dort noch reger Betrieb herrschte und sind sicher auf die Pläne der Gemeinde bezüglich der Objekte gespannt.
Schließlich wies Marco Beckendorf noch auf die bevorstehenden Kommunalwahlen hin und rief die Rentner auf, an die Wahlurne zu gehen. „Wählen sie jemanden, der sich dafür einsetzt, die Schere zwischen Arm und Reich zu schließen, denn es geht nicht, dass Menschen um ihr Eigentum fürchten müssen“, so Beckendorf. So dankte er allen Ortsvorstehern und Ortsbeiräten für die gute Zusammenarbeit, denn einige von ihnen sitzen mit an den Tafeln und werden nicht mehr kandidieren. Da blieb der Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Marion Gante, nicht mehr viel zu sagen, außer ein paar Grußworten und einem passenden Gedicht. Eine Wahlperiode will sie noch mitmachen, dann sitzt auch sie mit Sicherheit an einer der Kaffeetafeln. Diese waren wunderschön herbstlich dekoriert dank der Angestellten der Verwaltung und der Parkmitarbeiter. Letztere haben alles, was der Park derzeit bietet, für den Tischschmuck gesammelt.
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