Wiesenburg/Mark. Die meisten kennen Dorothee Bornath von den Veranstaltungen der Fläminger Mitmachkonferenz und anderen überregionalen Aktivitäten. Jetzt möchte sie auch in Wiesenburg direkt mitgestalten und kandidiert für den Ortsbeirat.
Eva Loth: Frau Bornath, erzählen Sie ein bisschen über sich:
Dorothee Bornath: Ich bin 1966 in Bingen am Rhein in Rheinland Pfalz geboren, dort aufgewachsen, dort habe ich auch studiert, ich bin „Dipl. Ing. Umweltschutz“. Heute bin ich selbständig als Moderatorin und Coach – begleite also Einzelpersonen, Teams und große Gruppen, bin aktiv in Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit, Konzeption und Moderation von Bürgerbeteiligungsprozessen in der Stadt- und Regionalentwicklung. Aktuell koordiniere ich das Projekt „Wiesenburg aktiv gemeinsam gestalten“, das von der DSEE (Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt) bis Ende 2025 Maßnahmen zur Förderung von bürgerschaftlichem Engagement, Ehrenamt und Beteiligung vor Ort, fördert. Dazu gehören unter anderem die Ehrung engagierter Bürger in Wiesenburg, Videos z.B. Portraits von engagierten Wiesenburgern, Dorfrundgänge, Mitmachkonferenz, Stammtischtreff, Treffen der Vereine, Treffen der Ortsbeiräte und Gemeindevertreter, Vorbereitung Kommunalwahl und vieles mehr.
Eva Loth: Seit wann leben Sie in Wiesenburg und warum gerade Wiesenburg?
Dorothee Bornath: Seit 2002 bin ich in Schmerwitz, seit 2020 in Wiesenburg. Ich bin der Liebe wegen hergezogen. Ich finde Wiesenburg einfach total schön. Aktuell wohne ich in der Alten Schule und genieße die vielfältigen inspirierenden Veranstaltungen und wechselnden Ausstellungen, die tolle Nachbarschaft (grüne Bank) und den Schlosspark zu allen Jahreszeiten Im nächsten Jahr werde ich voraussichtlich ins KoDorf ziehen. Am Wiesenburger Bahnhof zu wohnen, davon träumte ich schon seit Ökotopia 2010.
Eva Loth: Woher kennt man Sie in der Region?
Dorothee Bornath: Seit 2003 bin ich sozusagen treibende Kraft der Fläminger Mitmachkonferenz – Menschen Projekte Ideen, weiterhin der Ökotopia internationales Camp für nachhaltiges Leben in Wiesenburg, 2010 Gründungsmitglied der Bürgergenossenschaft Bahnhof am Park – Wiesenburg/Mark e.G. und aktuell im Aufsichtsrat (im nächsten Jahr feiern wir 15jähriges Jubiläum!), im Freundeskreis Alte Schule e.V. aktiv, Mitglied der Landfrauen in der Ortsgruppe Wiesenburg und Mitorganisatorin der Fläminger Frauenkonferenz vom März, aktuell Koordinatorin von Wiesenburg aktiv gemeinsam gestalten, Mitglied der VielLeben Genossenschaft, die das KoDorf baut um nur einiges zu nennen.
Eva Loth: Warum die Kandidatur, war es eine langfristige Überlegung?
Dorothee Bornath: Im Kernteam für „Wiesenburg aktiv gemeinsam gestalten“ arbeite ich mit Norbert Hesse zusammen, und im letzten Jahr haben wir uns auf die Vorbereitung der Kommunalwahl ausgerichtet.
In dem Zusammenhang gab es im März 2023 ein Treffen aller Ortsbeiräte und Gemeindevertreter der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Wir haben dort gefragt: Was mögen Sie an Ihrem Dorf besonders? Was schätzen Sie an Ihrem Amt? Was bereitet Ihnen besondere Freude? Wobei wünschen Sie sich Unterstützung? Mich hat die Tatkraft der Anwesenden inspiriert, wie sie sich einsetzten für das Miteinander und die Lebensqualität in den Orten, das gerne tun und dabei erfolgreich sind.
Zu dem Zeitpunkt war unklar ob es genug Menschen geben wird, die in Wiesenburg und den Ortsteilen sich zur Wahl stellen. Erfreulicherweise gibt es nun überall genug Kandidaten. Jetzt hoffe ich, dass viele Menschen auch wählen gehen! Seit dem habe ich überlegt ob ich mich zur Wahl stellen will und soll. Ich lebe gerne hier und will mich als Ortsbeirätin noch verbindlicher an der Gestaltung des Lebens und der Zukunft in Wiesenburg einbringen.
Unsere Veranstaltung im November 2023 in Schlamau hat mich weiter bestärkt. Endgültig entschieden habe ich mich erst im Februar.
Eva Loth: Wofür wollen Sie sich besonders einsetzen?
Dorothee Bornath: Es gibt immer verschiedene Sichtweisen, Bedürfnisse und Meinungen. Mir liegt das konstruktive und zielführende Miteinander aller am Herz.
Dazu gehört die Mobilität im ländlichen Raum, sie ist seit langem eines meiner zentralen Themen. In dem Zusammenhang geht es mir natürlich um den Erhalt des Wiesenburger Bahnhofs und die Entwicklung rundum. Ich selbst besitze kein Auto und bin in der Regel mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Ich möchte die die Vielfalt der Vereine erhalten und Menschen die sich engagieren unterstützen. Aber es gibt natürlich viel mehr Themen, besonders auch die, welche die Daseinsvorsorge betreffen, also Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten und anderes. Wichtig ist dabei, alle Generationen zu berücksichtigen und einzubinden. Das beginnt mit Kitas und Schulen und endet mit bezahlbarem Wohnraum.
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