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Jubiläumsfastnacht in Lehnsdorf

Lehnsdorf. Ohne Mikrofon ging zur 20. Fastnacht in Lehnsdorf nichts. Kein Wunder, wenn mehr als 50 Kinder durch den Saal toben und unterhalten werden wollen.

fastnacht,lehnsdor,zimpern,zampernDazu kommen noch Eltern und Großeltern, so dass es kaum mehr einen freien Platz gab. Denn die Gäste kamen nicht nur aus Lehnsdorf selbst, sondern auch aus den umliegenden Orten. Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass in Lehnsdorf immer etwas los ist.

Wie die Jahre zuvor gab es ein Programm für die kleinen und großen Kinder. Die „Golden Girls“ Julia Kuhl und Franziska Mommert haben durch das Programm geführt. DJ Anna hat für die nötige Musik gesorgt. Mit Spielen und bekannten Tänzen haben sie für die Kinder den Nachmittag gestaltet. Für den leckeren Kuchen, der buchstäblich weg ging wie warme Semmeln, hatten Großeltern und Eltern gesorgt. Am Abend hat die Band Random wieder für Tanzmusik gesorgt. Zum Jubiläum gab es am Eingang ein kleines Willkommensgetränk.

Das Zimpern am Sonntag war gut besucht. Von Haus zu Haus ist die Zimpergesellschaft gezogen. Das Zampern bzw. Zimpern ist eine alte sorbische Tradition in zahlreichen Dörfern der Lausitz, aber auch in der Zauche und im Fläming, wie man auf Wikipedia lesen kann. Das Wort stammt vom sorbischen „Heischen, Einfordern“ (camprowanje). Entstanden ist das heutige Fest aus vorchristlichen Glaubensformen, Fruchtbarkeitszauber, Begrüßungs- und Vertreibungszauber. Das Maskieren und Verkleiden und das Lärmen und Musizieren sollte böse Geister, Gespenster und Dämonen vertreiben. Aber  auch den Winter sowie den Frühling empfangen. Die lustige Gesellschaft zieht lautstark durch das Dorf, um den Winter zu vertreiben. Sie klopfen an jede Tür und fordern bei den Dorfbewohnern Zutaten für das Zampernessen. Das findet dann teilweise in den Dorfgaststätten, aber auch bei Dorfbewohnern oder in Dorfgemeinschaftshäusern statt. War es früher vor allem die Dorfjugend, die durch die Straßen zog, sind mittlerweile auch Erwachsene innerhalb der Zampergesellschaften zu finden. Auch die Kostüme haben sich im Laufe der Zeit gewandelt.

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Julia Kuhl, Dirk Kuhl, Franziska Mommert v.l.

Die erbetenen Gaben sind Deftiges zum Essen, aber auch Wein und Hochprozentiges. Bargeld ist ebenfalls gerne gesehen. Die Beschenkten und ihre Kapelle geben ein Ständchen. Nach dem gemeinsamen Leeren eines Gläschens mit dem Hausbesitzer und einem Tänzchen mit dessen Frau zieht die Gesellschaft weiter zum nächsten Haus. Diese Tradition wird auch in Lehnsdorf gelebt. Für die Organisatoren ist es dadurch nach durchtanzter Nacht nicht einfach, sich nach kurzem Schlaf wieder auf die Socken zu machen. Aber der Spaß und die Freude entschädigt.

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