Wiesenburger Sportgeschichten: Das Schwimmbad – ein Sommernachtstraum

Der Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB) wurde 1957 gegründet. An der Spitze des Kreisverbandes stand Walter Kniesner. Er verfasste 1962 einen Bericht über die „Entwicklung der sozialistischen Sportbewegung im Kreis Belzig“. Darin ist unter anderem zu lesen, dass bis 1965 ein Lehrschwimmbecken in Wiesenburg entstehen sollte. Doch die Verwirklichung scheiterte. In den Erinnerungen des Wiesenburger Stellmachermeisters Paul Krüger, die unter dem Titel „Die Hügel heißen bei uns Berge“ erschienen sind, finden sich nicht nur Hinweise über das Wieso und Warum, sondern auch Informatives über Bademöglichkeiten vergangener Tage in Wiesenburg.

So unter anderem, dass bereits 1936 in Wiesenburg der Bau einer Badeanstalt begonnen wurde. Der Marienbruchteich sollte dazu umgebaut werden. In Paul Krügers Erinnerungen heißt es: „Die Wände wuchsen, bald sah es wie ein richtiges Schwimmbad aus. Je vier Startblöcke begrenzten das 50-Meter-Schwimmbecken. Ein hölzerner Sprungturm ließ Sprünge vom Drei-Meter-Brett zu. Auch für Nichtschwimmer gab es eine Wasserfläche. Bald wurde mit dem Bau eines Umkleidehauses begonnen – ein heute anderen Zwecken dienender Fachwerkbau.“ Doch der Badebetrieb hatte, nachdem einige Jahre später Schäden am Bauwerk immer größer wurden, keine Zukunft. Er wurde eingestellt.

In den 1960er Jahren, als auch das Dippmannsdorfer Freibad gebaut wurde, wurde auch in Wiesenburg der Wunsch nach einer Badegelegenheit wieder größer. Dazu kam die Notwendigkeit einer entsprechenden Einrichtung. Dass diese auch von offizieller Seite erkannt worden war, bestätigt Kniesners Bericht, in dem von einem Lehrschwimmbecken in Wiesenburg berichtet wird.

Den Aufzeichnungen von Paul Krüger zufolge soll das Modell für das neue Wiesenburger Freibad für einige Zeit auch in einem Schaufenster im Dorfzentrum ausgestellt worden sein. Und obwohl Bagger bereits die Baugrube für das Bad ausgehoben hatten, endete das Projekt abrupt. „Das begonnene Freibad ließ sich ohne staatliche Zuschüsse nicht verwirklichen“, heißt es erklärend in den Aufzeichnungen des Stellmachermeisters. Damit blieb der Wiesenburger Freibad Bau ein „Sommernachtstraum“.

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