Bad Belzig: Fördermittel für den Schutz der vom Aussterben bedrohten Großtrappe | Bundes- und Landesförderung verstärken Schutzmaßnahmen für den „Märkischen Strauß“

Bad Belzig. Der „Märkische Strauß“, wie die Großtrappe auch genannt wird ist in vier Regionen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt beheimatet. Die Vorkommensgebiete sind das Havelländische Luch, die Belziger Landschaftswiesen, das Fiener Bruch und das Zerbster Land. Nun hat der Großtrappenschutz-Verein einen Förderbescheid von 6,4 Millionen Euro erhalten.

Die Förderung mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2032 erfolgt aus Bundesmitteln über das Nationale Artenhilfsprogramm. Zusätzlich unterstützen die Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg finanzielle die Projektumsetzung. Und seit mehr als zehn Jahren stellt die Stiftung auch 30 Hektar ihrer Eigentumsflächen für Schutzmaßnahmen zur Verfügung.

„Die bisherigen Erfolge beim Erhalt der Großtrappe in Deutschland basieren auf den gemeinsamen Anstrengungen von privatem und staatlichem Naturschutz, Landwirtschaft und Jägerschaft. Die Bewilligung des Projektes gibt uns Planungssicherheit für die kommenden Jahre und ermöglicht es, unsere erfolgreiche Arbeit fortzuführen“, betont der Vorsitzender des Fördervereins Großtrappe, Marcus Borchert.

Die Großtrappe (Otis tarda) zählt zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt. Ein ausgewachsener Großtrappen-Hahn kann bis zu 17 Kilogramm wiegen. Gleichzeitig gehört der auch als „Märkischer Strauß“ bekannte Vogel zu den am stärksten bedrohten Vogelarten.
Das Projekt zielt darauf ab, den Erhaltungszustand der Großtrappen in Deutschland langfristig zu verbessern. Die Ziele sind eine höhere Bruterfolgsrate, die Verringerung von Verlusten und die Vernetzung. So soll langfristig eine stabile und sich selbst tragende Großtrappenpopulation in Deutschland gesichert werden. Zu den geplanten Maßnahmen gehören die Verbesserung des Lebensraums, wie etwa die Schaffung störungsarmer Offenlandbereiche und eine großtrappengerechte, extensivere Landwirtschaft. Außerdem sind bestandsstützende Auswilderungen sowie die Errichtung von raubwildsicheren Einzäunungen für Brutareale vorgesehen. Ein intensives Monitoring von Brutplätzen und der Raumnutzung der Großtrappen ist ebenfalls Teil des Projekts. Die enge Zusammenarbeit mit lokalen Landwirtschaftsbetrieben und der Jägerschaft ist dabei von zentraler Bedeutung.

„Der ‚märkische Strauß‘ ist längst mehr als nur ein Symbol für die Natur Brandenburgs – er ist ein Botschafter für unsere Naturlandschaften. Die aufwendigen Schutzbemühungen in den letzten Jahren haben nicht nur den Bestand dieser beeindruckenden Vogelart gesichert, sondern auch zur Bekanntheit Brandenburgs beigetragen. Die enge Zusammenarbeit verschiedener Landnutzer ist der Schlüssel für den weiteren Erfolg. Wir freuen uns, dass wir in den kommenden Jahren noch mehr für den Schutz der Großtrappe erreichen können und so auch die faszinierende Trappenbalz im Frühjahr für Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt ein unvergessliches Erlebnis bleibt“, erklärt Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt. Auch der Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg, Torsten Langgemach ist zufrieden. „Dieses Projekt bildet nun in den internationalen Anstrengungen zum Großtrappenschutz einen wesentlichen Baustein“, teilt der Ornithologe mit.

Die Großtrappe steht nicht nur für den Schutz einer einzelnen, hochbedrohten Vogelart. Sie ist auf weitläufige, strukturreiche und störungsarme Offenlandschaften mit angepasster Nutzung angewiesen. Wo diese Lebensräume erhalten und verbessert werden, profitieren zugleich zahlreiche weitere Arten der Agrarlandschaft – von Insekten über Feldvögel bis hin zu weiteren seltenen Tier- und Pflanzenarten. Der Schutz der Großtrappe ist deshalb immer auch ein Schutz ganzer Artengemeinschaften und wertvoller Kulturlandschaften.

Der Förderverein Großtrappenschutz e.V. hat seinen Sitz in Nennhausen (Landkreis Havelland). Internetseite: https://www.grosstrappe.org/

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