Niedergörsdorf: Übung für den Zivilschutz in Mellensee beobachtet

Niedergörsdorf. Aktuell werden im ganzen Landkreis sogenannte Katastrophenschutzleuchttürme eingerichtet. Diese sollen im Katastrophenfall, z.B. bei einem länger anhaltenden Stromausfall, erste Anlaufstellen für die Bevölkerung sein. In der Gemeinde Niedergörsdorf wird der Katastrophenschutzleuchtturm im Bedarfsfall in der Sporthalle neben der Gemeindeverwaltung in Niedergörsdorf eingerichtet.

Da der Zivilschutz auch Aufgabe der Kommunen ist, müssen sich die Verwaltungen schulen und vorbereiten, damit im Bedarfsfall der Katastrophenschutzleuchtturm funktioniert. Dabei wird auch auf die Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern nicht verzichtet werden können. Die Gemeinde sucht daher Menschen, die beim Betrieb des Katastrophenschutzleuchtturms unterstützend wirken wollen. Wer Interesse hat, kann sich persönlich im Ordnungsamt Niedergörsdorf oder per E-Mail unter oal@niedergoersdorf.de melden.

Um im Katastrophenfall schnell und richtig entscheiden zu können, soll es regelmäßige Übungen geben. Die erste dieser Übungen im Landkreis Teltow-Fläming fand Ende September in der Gemeinde Am Mellensee statt. Aus der Gemeinde Niedergörsdorf waren die Bürgermeisterin Doreen Boßdorf sowie die Haupt- und Ordnungsamtsleiter und zwei weitere Mitarbeitende als „Übungsbeobachter“ dabei.

Die Gemeinde Am Mellensee hatte über den ganzen Tag verteilt verschiedene Katastrophen- und Zivilschutz-Szenarien simuliert. Sobald ein Notruf die Gemeindeverwaltung erreicht, wird als aller erstes der sogenannte Verwaltungsstab eingerichtet. Dort kommen Verwaltungsmitarbeitende zusammen, die in einem Katastrophenfall Aufgaben zur Katastrophenbekämpfung im Rahmen des Zivilschutzes einleiten. So startete auch die Übung in der Gemeinde Am Mellensee. Die Sirenen heulten, die Feuerwehrpieper piepsten und die WarnApps schrillten. Dies war das Signal um innerhalb von wenigen Minuten einen Versammlungsraum zu einer zentralen Befehlsstelle des Verwaltungsstabes umzubauen, in der jeder Mitarbeitende an einem Rechner oder Telefon, vor einer Karte oder einem Walkie-Talkie platznahm. Im ungefähr 30-Minutentakt erreichten den Verwaltungsstab Not- und Hilferufe oder veränderte Schadenslagen. In schnellen Abstimmungen wurden seitens der Verwaltungsmitarbeitenden Sofortmaßnahmen eingeleitet. Eine davon war die Aktivierung des Katastrophenschutzleuchtturmes der Gemeinde Am Mellensee.

Die „Übungsbeobachter“ stiegen, nachdem sie der Einrichtung des Verwaltungsstabes zugeschaut hatten, in einen Bus und wurden zu den einzelnen simulierten Einsatzorten gefahren. Darunter waren die Rettung eines Verletzten aus dem Wasser mittels Booten, ein Gebäudebrand unter Einsatz von Atemschutztechnik der Feuerwehr, die Bergung von Verschütteten mit Spürhunden der Johanniter, das Auffinden einer Bombe durch das Technische Hilfswerk (THW) und das Sprengen einer Bombe durch den Kampfmittelräumdienst. Diese praktischen Übungen verdeutlichten die Vielzahl an möglichen Katastrophen- und Zivilschutzszenarien.

Für viele der etwa 50 „Übungsbeobachter“ waren aber vor allem der Betrieb des Katastrophenschutzleuchtturms, in dem simulierte Verletzte mit Blaulicht eintrafen und versorgt wurden, sowie die Nutzung von Dorfgemeinschaftshäusern als Anlaufstellen für die Bevölkerung interessant. Die Mitarbeitenden in den Dorfgemeinschaftshäusern waren mit speziellen Walkie-Talkies ausgestattet, um mit dem Verwaltungsstab akustisch, aber auch schriftlich schnell kommunizieren zu können. Sie dienen als zusätzliche Informationspunkte in der Fläche.

Eine so groß und vielschichtig angelegte Zivilschutzübung, unter Teilnahme von Beobachtern aus verschiedenen Kommunalverwaltungen, hat es lange nicht in Teltow-Fläming gegeben. Alle Teilnehmenden konnten Erfahrungen sammeln, um zu schauen, auf was sie selber achten müssen oder an was noch gar nicht gedacht wurde. Sicher ist, dass es nicht die letzte Übung dieser Art gewesen sein wird, auch wenn sie durch ihren Umfang und nach über einjähriger Planung vorerst die größte gewesen sein dürfte. Tobias Krüger, der Bürgermeister der Gemeinde Am Mellensee, hat bei der Planung und Organisation dieser groß angelegten Übung nach übereinstimmender Meinung von Teilnehmenden Maßstäbe gesetzt. Die meisten „Übungsbeobachter“ waren Krüger und seinem Team auf jeden Fall für diesen lehrreichen Übungstag sehr dankbar. Denn dieser wird ihnen helfen, eigene Übungen vorzubereiten und im Katastrophenfall schnell und gut reagieren zu können.

(Alfred Franke)

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