Potsdam-Mittelmark, Locktow. 25 Jahre gibt es jetzt die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Fläming-Havel, und das wurde gebührend gefeiert. Im Kulturhaus Locktow fand die feierliche Veranstaltung am Abend des 13. Oktober 2026.
Lokale Aktionsgruppe, ein sperriger Begriff, mit dem die wenigsten etwas anfangen können dürften. Außer man gehört zu den 1.215 Einreichern von Projektideen in den vergangenen 25 Jahren. Denn die Zahlen sind beeindruckend. 99 Millionen Euro Fördergelder aus dem europäischen LEADER-Programm wurden ausgereicht. Die Unterlagen füllen inzwischen 399 Aktenordner im Wiesenburger Büro. 777 Projekte wurden positiv bewertet und davon immerhin 683 durch das Amt für Ländliche Entwicklung und Flurneuordnung (LELF) bewilligt. Davon waren 207 touristische Projekte und 163 gehörten zu den so genannten Kleinprojekten, bei denen auch die Eigenleistung als Eigenanteil gilt, so konnten 19 Küchen in Gemeindehäusern und Treffpunkten saniert werden.
Kontinuität zeichnet die Arbeit der LAG aus. Der Geschäftsführer Heiko Bansen ist nunmehr seit 24 Jahren für die Region tätig, die Mitarbeiterinnen und Vorstandsmitglieder dankten ihm für diese Arbeit mit einem kleinen Präsent. Ein Geschäftsführer und drei Vorsitzende, sind ein Zeichen für Verlässlichkeit. Christa Menz, die als erste den Vorsitz hatte, erinnerte an die Anfänge des Vereins mit nur 15 Interessierten und die Gründung unter dem Motto des ersten Forums „Denk mal barrierefrei“.
Heute sind es 106 Mitglieder, Privatpersonen, Vereine und Kommunen. Bis heute gab es 33 unterschiedliche Vorstandsmitglieder die in 274 Vorstandssitzungen über die Projekte und Foren sowie Ziele beraten haben. Neben 71 touristischen Weiterbildungen fanden 127 Foren und Projektvorstellungen statt. Und beim dem ins Leben gerufenen Aktionen wie Flämingmarkt und 48 Stunden-Fläming konnten seit 2009 mehrere zehntausend Gäste begrüßt werden. Für Bansen eine Erfolgsgeschichte.

Eveline Vogel, die als zweite den Vorsitz innen hatte, immerhin gut 18 Jahre, betonte, dass es extrem wichtig war, ein eigenes Büro zu haben und keine externen Agenturen mit der Geschäftsführung betraut zu haben. „Es fördert den Bezug und die Identifikation mit der Region“, sagte die ehemalige Wirtschaftsförderin rückblickend.
Der aktuelle Vereinschef, Landrat Marko Köhler, sieht als den größten Erfolg, dass die LAG Menschen aktiviert. Die unklaren Zukunftsaussichten machen jedoch nicht nur ihm Sorgen. Nach Ende der jetzigen Förderperiode 2027 ist der Fortgang noch nicht geklärt. Der für die ländliche Entwicklung zuständige Referatsleiter im brandenburgischen Landwirtschaftsministerium, Tobias Wienand, glaubt, dass es auch weiterhin europäische Förderungen geben wird, wie sie aussehen könnten, ließ er offen.

Die LAG Fläming-Havel ist in den vergangenen Jahren 21 Kooperationen mit anderen LEADER-Regionen eingegangen. Darunter auch mit der KOLD aus Polen. Diese Region liegt im Landkreis Nowotomyski, der der Partnerlandkreis von Potsdam-Mittelmark ist. Seit nunmehr 15 Jahren gibt es in beiden Regionen unterschiedliche gemeinsame Projekte. Die Vertreter der polnischen Seite gratulierten ebenfalls in Locktow.
Wie erfolgreich die Arbeit ist, wurde anhand von drei Projekten unterschiedlicher Art vorgestellt. So konnte Achim Fießinger eine Mosterei in Ketzür weiter entwickeln und zu einem erfolgreichen Unternehmen machen. Joachim Muus stellte den Stadtpark Beelitz vor, der aus der LaGa 2022 entstanden ist und immer noch eine große Anziehung besitzt. Stefan Ratering erzählte über die erfolgreiche Etablierung des Kunstwanderweges, und Patrick Pahlke berichtete von einem gerade laufenden Projekt zur Sonnenenergie auf kommunalen Dächern.
Für Landrat Köhler ist die LAG-Geschichte eine Erfolgsgeschichte. „Aber es ist kein Anlass sich zurückzulehnen“, so Köhler, der nach dem offiziellen Teil schöne Gespräche und einen netten Abend wünschte.

(Artikelfoto: v.l.n.r. Heiko Bansen, Christa Menz, Eveline Vogel und Marko Köhler)
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