Potsdam-Mittelmark – Eine kurze, aber sehr erfolgreiche Geschichte

Eine Bilanz von Landrat Wolfgang Blasig, vorgetragen auf dem Sommerfest am letzten Wochenende:

Am 5. Dezember 2018 begeht der Landkreis das 25jährige Jubiläum seiner Gründung. In den vergangenen 25 Jahren hat sich Potsdam-Mittelmark zu einem Landkreis mit einer stabilen Wirtschaft, einem breiten Bildungsangebot, einem sehr erfolgreichen Tourismus und ausgezeichneten Arbeitsmöglichkeiten entwickelt. Trotz der vier unterschiedlichen Sozialräumen, die den prosperierenden Teil und die ländlichen Räume des Landkreises in Zahlen wie Arbeitslosenquote oder Pendlerströme widerspiegeln,  können wir sagen, dass unsere Bürgerinnen und Bürger im gesamten Landkreis ein hohes Maß an Lebensqualität vorfinden. Nicht zuletzt haben unsere Einwohnerinnen und Einwohner, unsere Kommunen, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Tourismusinitiativen, innovative Unternehmen,  Handwerks- und Landwirtschaftsbetriebe, unsere Landkreisverwaltung, Abgeordnete und viele Menschen mit kreativen und pfiffigen Ideen gemeinsam dazu beitragen, dass wir uns heute im Ranking der deutschen Landkreise bereits vom Mittelfeld in Richtung Spitze bewegen.

Statistisches zu Potsdam-Mittelmark

Die letzten statistischen Zahlen sprechen für sich. Im Mai 2018 lag die Arbeitslosenquote bei 4,1 %, Potsdam-Mittelmark hatte im Jahr 2016 mit 7,8%  die niedrigste Kinderarmut in ganz Ostdeutschland, nach der Landeshauptstadt Potsdam liegt der Mittelwert des Bruttolohnes in Potsdam-Mittelmark an zweiter Stelle in Brandenburg und auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte in der Mittelmark zwischen 2012 und 2015 in jedem Jahr um durchschnittlich 6,5 Prozent zu. Damit ist der Landkreis Spitzenreiter in Brandenburg.

Begünstigt durch die gute Lage und Verkehrsanbindung saugt Potsdam-Mittelmark die Dynamik der Metropolregion Berlin mit auf und ist so im Wettbewerb der Regionen gut aufgestellt.

Aufgaben, die in Angriff genommen wurden

„Wir bringen unsere Zukunft auf den Punkt“, so lautet der Titel unserer Leitbildbroschüre, die im Jahr 2012 veröffentlicht wurde. Seit mehr als 5 Jahren arbeitet unsere Verwaltung mit diesem Leitbild.

Themen wie der demographische Wandel, die Wende in der Energie- und Klimapolitik, der Wunsch unsere Bürgerinnen und Bürger nach mehr Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen oder der Ausgleich in den kommunalen Finanzhaushalten sind dringende Aufgaben, die Potsdam-Mittelmark in den vergangenen Jahren in Angriff genommen hat.

So konnten wir ein Kreisentwicklungsbudget etablieren, haben die Schullandschaft weiterentwickelt, haben die Verkehrsgesellschaft regiobusPM  aufgebaut und gegründet und den ÖPNV u. a. mit der erfolgreichen Burgenlinie und den PlusBus Angeboten attraktiver gemacht, haben Wirtschaftsprojekte  u.a. gemeinsam mit der Stadt Potsdam angeschoben, fördern durch verschiedene Angebote in Zusammenarbeit mit dem Technologiezentrum die Berufsorientierung unserer Kinder und Jugendlichen … Diese Liste kann man mit weiteren Beispielen beliebig fortsetzen.

Partnerschaft mit Nowy Tomysl

Nicht unerwähnt möchte ich die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages mit dem polnischen Landkreis Nowy Tomysl auf der Bundesgartenschau 2001 in Potsdam lassen. Seitdem haben sich zwischen beiden Landkreisen enge und vielfältige Kontakte entwickelt. Erst 2016 gab es einen erfolgreichen Treffpunkt Wirtschaft mit Unternehmen aus Potsdam-Mittelmark in Nowy Tomysl, welcher mit einer Neuauflage im November 2017 in der  Heimvolkshochschule am Seddiner See fortgesetzt wurde.

Familienfreundlich in PM

Im Jahr 2013 lobte der Landkreis Potsdam-Mittelmark erstmalig unter meiner Schirmherrschaft einen Preis „Familienfreundlich in PM“ aus. Anliegen dieses Preises ist es, Anregung zur Gestaltung eines familienfreundlichen Klimas im Berufsleben im Landkreis PM zu geben, für das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu sensibilisieren, die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Potsdam-Mittelmark zu erhöhen sowie gute Beispiele zu multiplizieren. Inzwischen haben zahlreiche Unternehmen in PM erkannt, dass Familienfreundlichkeit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist und der Fachkräftesicherung im Unternehmen dient.

Kommune des Jahres 2016

Im November 2016 wurde Potsdam-Mittelmark als Kommune des Jahres vom Ostdeutsche Sparkassenverband gekürt. In der Begründung heißt es:

„Zukunftstechnologien und traditionelle Produkte sind in Potsdam-Mittelmark, zu Hause. Der Landkreis, berlinnah und doch mitten im Grünen, vereint städtisches und industrielles Ambiente sowie ländliche Großzügigkeit. Potsdam-Mittelmark schafft erfolgreich ein unternehmensfreundliches Klima: Die ortsansässigen Unternehmen haben bereits viele Wirtschaftspreise gewonnen. Zugleich fühlen sich Familien nicht nur wohl, sie freuen sich auch über das umfangreiche Ausbildungsangebot sowie eine hervorragende Infrastruktur mit vielen Freizeitangeboten. 207.500 Einwohner fühlen sich wohl in Potsdam-Mittelmark.“

Arbeitgeber Landkreis Potsdam-Mittelmark

Auch die Verwaltung des Landkreises versteht sich als zukunftsorientierter und attraktiver Arbeitgeber.
Gute Arbeitsbedingungen und interessante und zahlreiche Angebote für die Beschäftigten wie ein beispielhaftes Gesundheitsmanagement, flexible Arbeitszeiten, Zeitwertkonten und Teilzeit, Leistungsentgelt, Qualifizierung und Bildungsfreistellung oder  Bezahlung nach TVöD sind Fakten mit denen der Landkreis zu überzeugen weiß.
Trotzdem werden wir uns weiter Gedanken machen müssen, wie der Fachkräftemangel, der sich inzwischen auch durch schwer zu besetzende freie Stellen oder den Weggang von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in andere Verwaltungen und Einrichtungen bemerkbar macht, gehandhabt werden kann.

Gerade deshalb und trotz der gescheiterten Kreisgebietsreform halten wir an unseren Plänen fest, auf dem in Beelitz-Heilstätten bereits erworbenen Grundstück in unmittelbarer Nähe des Feuerwehrtechnischen Zentrums in näherer Zukunft einen modernen Verwaltungsbau zu errichten. Auch in Teltow soll ein Verwaltungsneubau auf einem kreiseigenen Grundstück entstehen. Den Anforderungen und Entwicklungen an eine moderne Verwaltung entsprechend wird sich die Verwaltung des Landkreises neu aufstellen müssen. Dazu gehört auch ein entsprechendes Unterbringungskonzept.

Flüchtlinge in Potsdam-Mittelmark

Wie für alle anderen Landkreise in Brandenburg war die Flüchtlingswelle in den Jahren 2015 und 2016 für Potsdam-Mittelmark eine große Herausforderung. In kürzester Zeit mussten massenhaft Unterkünfte organisiert und zur Verfügung gestellt werden. Das brachte die Verantwortlichen sowie die mit dem Thema befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung teilweise an die Grenzen der Belastbarkeit. Große Hilfsbereitschaft gab es von Bürgerinnen und Bürgern, den Kommunen sowie Unternehmen und Firmen. Im Januar 2016 wurde auf meinem Neujahrsempfang im Hofgarten Kino in Bad Belzig das Bündnis „PM wird bunter“ gegründet. In meiner Begrüßungsrede betonte ich damals, dass Menschenrechte, Toleranz und  Gewaltverzicht der Boden sind, auf dem eine multikulturelle Gesellschaft wachsen und blühen kann. Und auch meine Aussage, dass die Komplexität  des ganzen Themas  uns auf viele Jahre beschäftigen wird, hat sich bewahrheitet. Heute sind wir an einem Punkt angekommen, wo wir weg von Übergangslösungen kommen wollen.

Auch mit unserer im Dezemberkreistag 2016 beschlossenen Zuwanderungsstrategie  lagen wir richtig. Etliche Maßnahmen konnten umgesetzt werden und mit einem rund 20% Anteil an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen bei geklärten Asylverfahren nehmen wir in Deutschland einen Spitzenplatz ein. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es noch zahlreiche Probleme gibt, die es zu lösen gilt. In vielen Fragen sind wir jedoch vom Wirken der Bundes- und Landesregierung abhängig.

Ehrenamt in Potsdam-Mittelmark

In diesem Zusammenhang möchte ich  auf das Ehrenamt zu sprechen kommen, ohne das weder die Flüchtlingswelle noch Sportvereine, Kirchengemeinden, Schulen, soziale Organisationen, Feuerwehren, Hilfsdienste, Krankenhäuser und vieles mehr funktionieren würde.

Vielen Dank, liebe Ehrenamtler: Ihr seid die Stützen unserer Gesellschaft! Ihr seid der Kitt, der die Gesellschaft zusammen hält, Ihr sorgt dafür, dass Potsdam-Mittelmark lebens- und liebenswert bleibt! Das Ehrenamt ist die Grundlage unserer demokratischen Gesellschaft, setzt unseren humanitären und solidarischen Anspruch in die Tat um. Obwohl sie so wichtig für unser Zusammenleben sind, wirken die Freiwilligen meist im Hintergrund. Und das alles unentgeltlich oder für eine geringe Aufwandsentschädigung. Ihr “Lohn” ist der Dank derjenigen, denen sie helfen können: das glücklich-verschwitzte Gesicht des kleinen Kickers auf dem Fußballplatz, der warmherzige Händedruck eines Sterbenden im Hospiz, die Freude des Neubürgers über einen Praktikumsplatz. Jede gesellschaftliche Herausforderung wird angenommen. Es gibt Ehrenamtliche, die für unsere Sicherheit sorgen, dabei ihr Leben zum Wohle anderer Menschen aufs Spiel setzen oder es verlieren– in den Freiwilligen Feuerwehren und Hilfsorganisationen. Oder sie treten als Bewahrer von Traditionen und erhaltenswerten Kulturgutes auf, erwecken ein Stück Stadtgeschichte zum Leben. Andere wiederum helfen Schwächeren, sozial Benachteiligten, denen sie zeigen: Du wirst in unserer Gesellschaft nicht vergessen!

Das Ehrenamt ist dabei keine Einbahnstraße, auch die Freiwilligen profitieren von ihrer Tätigkeit. Ihr Engagement verschafft persönlichen Gewinn im Umgang mit anderen Menschen, bietet die Möglichkeit, etwas zu bewegen und zu verändern, bietet Abwechslung vom Alltäglichen und die Gelegenheit, eine Tätigkeit selbstbestimmt und frei zu gestalten, neue Kontakte und Beziehungen aufzubauen, Teamwork und Gemeinsamkeit zu erleben sowie von Weiterbildung und Kompetenzerweiterung zu profitieren.

Deshalb möchte ich es nicht versäumen, heute einige Ehrenamtler zu würdigen, die sich insbesondere in den vergangenen 25 Jahren im Landkreis verdient gemacht haben.

(Die Zwischenüberschriften stammen von “Zauche 365”)

Die Liste der gewürdigten Ehrenamtlichen finden Sie in einem eigenen Artikel:

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