Was wird aus der alten Brauerei Wiesenburg?

Wiesenburg. Noch verdeckt das Grün der Bäume die Ruine der ehemaligen Brauerei in Wiesenburg/Mark. Aber spätestens im Herbst, wenn das Laub von den Bäumen ist, wird das ganze Ausmaß des Verfalls wieder sichtbar. Und das ärgert nicht nur die Verwaltung der Gemeinde, sondern auch die Bürger. In der Wiesenburger Heimatgruppe auf Facebook hatte Bürgermeister Marco Beckendorf (Linke) deshalb schon mal eine Umfrage gestartet, wie die Bürger über das Gelände denken. Dabei konnten sie wählen, ob die Gemeinde das Areal ohne Auflagen übernehmen sollte oder „Nein, nicht noch eine Schrottimmobilie“ anklicken. Man konnte sich aber auch enthalten bzw. mir egal wählen. 108 Leute hatten ihre Stimme abgegeben, 95 waren für, 13 gegen die Übernahme. Marco Beckendorf ist sich durchaus bewusst, dass diese Umfrage nicht repräsentativ ist, jedoch spiegelt sie im Verhältnis die Meinung des Wiesenburger Ortsbeirates wieder, in dem der Bürgermeister die Idee bereits vorgestellt hatte.

Nun ging er damit auch in die Hauptausschusssitzung. Die Gemeinde hat inzwischen einen Anwalt beauftragt, der eine Zwangsversteigerung des Objektes anstrengen soll, da der derzeitige Besitzer kein Interesse an dem Objekt hat. Da die Gemeinde im vergangenen Jahr den Beschluss für einen neuen Flächennutzungsplan gefasst hat, wäre es wichtig, auch dieses Areal mit einzubinden. Jedoch wies der Anwalt darauf hin, dass es auch die Möglichkeit einer Rückübertragung gibt. Dies geht wesentlich schneller, man müsste sich dann mit den restlichen Gläubigern einigen. „Bei einer Zwangsversteigerung weiß man nie, wer das Objekt bekommt“, so Beckendorf, „es kann jemand sein, der durchaus etwas daraus machen will, aber auch jemand, der es als Müllhalde nutzen will.“ Auf alle Fälle hätte man eine viel bessere Ausgangsposition, selbst wenn man sich hinterher zum Verkauf entschließt. Das Vorhaben löste natürlich auch in der Wiesenburger Gemeindevertretung eine kontroverse Diskussion aus, aber im Grunde waren alle dafür, dass man etwas unternehmen muss. Für die Bauaufsicht ist soweit alles in Ordnung, solange der Zaun um das Gelände dicht ist. Die Denkmalschutzbehörde möchte eigentlich nur den alten Schornstein erhalten.

Dem Vorsitzenden des Hauptausschusses, Robert Pulz, fehlen für eine endgültige Entscheidung noch einige Fakten, wie die Größe des Geländes und ob es Altlasten gibt. Diese soll der Bürgermeister zusammenstellen. Außerdem will Marco Beckendorf die Bevölkerung stark mit einbeziehen und ehe es dann zum Beschluss kommt, auf einer Einwohnerversammlung die Bürger informieren. Zur nächsten Gemeindevertretersitzung wird nun ein entsprechender Beschluss vorbereitet.

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