Bachstelze 2018 begeisterte in Bad Belzig

Bad Belzig. Zum vierten Mal kamen ein Wochenende lang die Freunde des pointierten Kabaretts und der niveauvollen Comedy in Bad Belzig auf ihre Kosten. Das KleinKunstWerk im Mühlenhölzchen 1A hatte zum Komischen Festival Belziger Bachstelze geladen. Der Einladung gefolgt waren 15 Künstlerinnen und Künstler. Am Freitag Abend stellten sich die Frauen dem Wettbewerb um die Publikumsgunst, am Sonnabend folgten die Männer, am Sonntag wurde die Ehrenbachstelze vergeben.

Wie es zur Bachstelze kam

Die Belziger Bachstelze geht auf einen Einfall von Gerlinde Kempendorff zurück, der Chefin des veranstaltenden Vereins Kultur im Mühlenhölzchen (KiM e.V.). Als sie nach einem Namen für die zu vergebenden Preis suchte, fielen ihr die Bachstelzen an dem am Grundstück vorbeifließende Bach auf. Brigitte Hessler vom Kunstverein Hoher Fläming übernahm die Gestaltung und Herstellung der Preise, jeder einzelne ein Unikat. Neben der Bachstelze gibt es einen vollständigen Abend im darauf folgenden Jahr für die Comedians zu gewinnen.

Bachstelze startet mit Grußwort

Der diesjährige Wettbewerb startete mit dem „Frauentag“, den allerdings ein nicht anwesender Mann eröffnete. Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig hat zwar noch immer nicht den Weg in die ähnlich klingende Stadt gefunden, aber immerhin ein Grußwort geschickt, verbunden mit dem Versprechen irgendwann einmal Bad Belzig zu besichtigen.

“Frauentag” der Bachstelze 2018

Den eigentlichen Wettbewerb eröffnete Chris Karen mit zwanzig Minuten Erich Kästner. Ihr feinsinniger Vortrag von originalen Texten und Chansons sowie biografischen Anmerkungen fand viel Beifall, hatte es letztlich aber doch schwer, gegen die lautstärkeren und pointierteren anderen Darbietungen zu bestehen. Ein eigener Abend würde ihrem Programm mehr Raum eröffnen. Es folgten Sigrid Grajek und Stefanie Rediske mit Liedern der Claire Waldorff, Birgit Breuer mit JääääzzComedy und Monika Blankenberg mit „Altern ist nichts für Feiglinge“. Letzteres war der einzige 20minütige Programmausschnitt, der ohne Musik auskam. Breuer beeindruckte mit ihrer Loopmaschine, mit der sie live den Backround für ihre eignen Lieder erzeugte. Das Walldorf-Programm nahm das Publikum mit dem größten und längsten Applaus auf. Zum Schluss sang es begeistert „Wer schmeißt denn da mit Lehm?“ mit.

Folgerichtig gewannen Grajek und Rediske die diesjährige weibliche Bachstelze und können im kommenden Jahr wieder in Bad Belzig bewundert werden. „Aber eigentlich wären alle Künstler eine solche Einladung wert“, fand Kempendorff und fand dafür viel Beifall unter den Gästen im KleinKunstWerk.

Auch der „Männertag“ war trotz zahlreicher anderer, parallel stattfindender Veranstaltungen des Altstadtsommers sehr gut besucht. Den Wettbewerb der Männer entschied Thorsten Hitschfel mit Ausschnitten aus seinem Programm „Jauchzet, frohlocket“ für sich. Damit verwies er Tilman Lucke, das KabarettDUO BauchBeineHirn sowie Matthias Weiss auf die Plätze. Die Ehrenbachstelze 2018 ging am Sonntag an Yellow Bird.

Auffallend waren bei allen Veranstaltungen die zahlreichen Menschen, die zum ersten Mal ins KleinKunstWerk gekommen waren. Es hat sich offenbar herumgesprochen, dass sich dort Schenkelklopfen und Nachdenklichkeit immer wieder neu auf hohem Niveau begegnen.

Ein Grußwort war gewünscht. Vom Pelzig für Belzig. 

Nun muß ich zugeben, dass ich noch niemals in Bad Belzig gewesen bin und die Namensgebung meiner Kunstfigur Erwin Pelzig auch gar nichts mit Ihrer (vermutlich) hübschen Stadt zu tun hatte, obwohl der Nachname „Pelzig“ im fränkischen Idiom gleichklingend wie „Belzig“ ausgesprochen wird – wir unterscheiden in Franken ja zwischen dem „harten“ und dem „weichen“ B. 

Und jetzt kommt es noch schlimmer: Mir ist die Existenz Ihrer Stadt gar nicht bekannt gewesen, als ich mit Erwin Pelzig am Anfang der 90er Jahre zum ersten Mal auf einer Bühne stand. Meine Geographiekenntnisse des damals frisch wiedervereinigten Deutschlands waren noch lückenhaft. 

Ausgerechnet zwei Oberpfälzer wiesen mich irgendwann auf unsere Namensähnlichkeit hin, nachdem die beiden mit einer Autopanne gestrandet waren – in Bad Belzig. Es hat ihnen übrigens sehr gut dort gefallen.
 
Nun grüße ich dennoch aus der Ferne und gelobe, irgendwann einmal diese Bildungslücke zu schließen und Bad Belzig zu besichtigen. Einstweilen wünsche ich Ihnen einfach nur sehr gut besuchte Veranstaltungen, den auftretenden Künstlerinnen und Künstlern ein intelligentes Publikum und dem Publikum gute Unterhaltung und womöglich Erkenntnisgewinne.

Herzliche Grüße
Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig

PS: Wie es zu dieser Namensgebung bei der Geburt von Erwin Pelzig überhaupt gekommen ist? Ich erinnere mich nicht mehr genau, doch ich vermute, es war Alkohol im Spiel.

Einen weiteren Artikel finden Sie in der “Märkischen Allgemeinen”:

 

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