Garrey. Am Sonntag, dem 7. April 2019 um 15:00 Uhr gibt es in der Gareyer Kirche wieder Kultur zu erleben: „Amol iz geven a shtetl“. Das Ensemble 5-Klang mit Ference Hejjas präsentiert Klezmermusik aus der musikalisch-literarischen Welt der jiddischen Städtchen (Shtetl) im Galizien Polens vor dem 2. Weltkrieg.
Der Eintritt ist frei; um eine Spende wird gebeten.
Die Geschichte und Anekdoten aus den jiddischen Städtchen im Galizien Polens vor dem 2. Weltkrieg, Shtetl genannt, erinnern an eine erloschene Welt und öffnen ein Fenster in die vielfach auch verklärte Vergangenheit. Unterhaltsam und gekonnt verbinden die fünf Musiker Texte, Erinnerungen und Geschichten mit nachdenklich-melancholischen, aber auch schwungvoll-fröhlichen jiddischen Liedern und Klezmer-Arragements. Unter Klezmer versteht man vorwiegend instrumentale jiddische Volksmusik.
Die Shtetl, die es teilweise seit dem 12. Jahrhundert in Osteuropa gab, sollten nicht mit jüdischen Ghettos oder Enklaven verwechselt werden. Obwohl die Shtetl-Bewohner in aller Regel bitter arm waren und mit ihren Familien in kleinen Holzhäusern ohne Licht, Heizung und Kanalisation wohnten, waren sie geistig und geistlich hoch entwickelt – oftmals in krassem Gegensatz zu den Bewohnern umliegender Städte und Dörfer, die zumeist Analphabeten und den Juden feindlich gewinnt waren.
Der Jude singt, wenn er hungrig ist. Er singt, wenn er traurig ist. Und er singt, wenn er Hochzeit feiert. Das jüdische Volkslied hat sich ständig erneuert.
Die Shtetl sind heute restlos verschwunden, doch sie leben weiter in Geschichten und in der Erinnerung.
Artikelfoto: Ference Hejjas (re) mit den Mitgliedern seines Ensembles aus Berlin (Foto: Walter Frese)
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