Tierschutzverein „Hoher Fläming e.V.“

Medewitz. Sami ist ein zweijähriger Pinscherrüde und sucht ein neues Zuhause. Man bemerkt sofort sein aufgeschlossenes, freundliches Wesen. Zurzeit ist er beim Tierschutzverein „Hoher Fläming e.V.“ untergebracht. Ebenso wie ein zutrauliche getigerte Katze, die im Moment als Fundtier noch in Quarantäne ist. „Vielleicht erkennt sie ja jemand wieder“, so Vereinsvorsitzender Mario Lindenborn. Ansonsten kann auch sie vermittelt werden.

Der Verein besteht seit November vergangenen Jahres und betreibt das Tierheim „Hoher Fläming“ bei Medewitz. Das befand sich vorher in privater Hand von Mario Lindenborn. Jetzt  hat er alle Aufgaben komplett an den Verein übertragen. Zweck des Vereins ist die Fund- und Verwahrtierbetreuung für kommunale Partner sicher zu stellen. Dazu gibt es Verträge mit acht Kommunen. Verwahrtiere sind solche, die von Amts wegen eingewiesen wurden, sei es aus schlechter Haltung oder auch durch Tod oder Krankheit des Besitzers. Das reicht bis zu Listenhunden oder auffälligen Tieren.

Die zweite Schiene des Vereins ist die Tierpension. Wer also in Urlaub fahren möchte und nicht weiß, wohin mit seinem Vierbeiner, kann ihn für die Zeit im Tierheim abgeben. Eine Übernachtung kostet für einen Hund 15 Euro, für eine Katze 7 Euro. Darin sind sämtliche Kosten enthalten. Im Tierheim hat jedes Tier seinen eigenen Zwinger. Vertragen sich die Tiere, kommen sie auch mal gemeinsam in den angrenzenden Auslauf.

Aber natürlich steht auch Gassi gehen auf dem Tagesplan. „Eine familiäre Anbindung ist für die Tiere wichtig“, so Mario Lindenborn. Der zugelassene Sachverständige kommt mit jedem Hund klar, auch mit schwierigen Fällen. Das liegt ihm anscheinend im Blut. Derzeit gibt es 14 Vereinsmitglieder. „Aber wir sind natürlich auf der Suche nach Verstärkung“, so Lindenborn, „denn egal, wie viele Tiere wir haben, alle müssen versorgt werden.“ Am liebsten natürlich aus der Region, um zu weiter Anfahrtswege zu vermeiden. Denn alle Aufgaben werden ehrenamtlich erledigt. So ist die erste Aufgabe für die Frühschicht, die Tiere zu füttern und die Boxen zu reinigen, vorher gibt es kein eigens Frühstück. Im Moment ist der Tierbestand nicht so groß, so dass in unterbrochener Schicht gearbeitet wird. Seit kurzem hat der Verein einen Mitarbeiter auf geringfügiger Basis angestellt. Man hat inzwischen ordentlich investiert, Zaunanlagen erneuert und einen Vereinsraum eingerichtet. Aber es gibt noch viel zu tun. Einige Zwinger müssen neue Böden erhalten und auch das Umfeld muss hergerichtet werden. Die Gelder müssen selbst erwirtschaftet werden, auch für die Miete, die nur noch bis Jahresende verbilligt ist.

Der Verein ist Partner des Veterinäramtes und gewährleistet eine 24 Stunden Bereitschaft. Für die Öffentlichkeitsarbeit ist eine Homepage angedacht. Flyer und Visitenkarten sind in Arbeit und werden dann ausgelegt. Zum Bad Belziger Altstadtsommer wird sich der Verein mit einem Infostand präsentieren. Der Verein hat die Genehmigung, 60 Katzen und 30 Hunde aufzunehmen, dazu auch Reptilien, Nager und Vögel. Im Moment sind vier Hunde und etwa 30 Katzen untergebracht, es gibt also noch ausreichend Kapazitäten. Die Katzen sind Freigänger, haben jederzeit aber die Möglichkeit ins Haus zu kommen. An kalten Tagen werden die Räume mit Rotlichtlampen beheizt.

Werden Tiere zu Mario Lindenborn gebracht, beobachtet er sie mindestens vier Wochen. Erst dann kann er entscheiden, ob sie vermittelbar sind. In seltenen Fällen gibt es aber auch Tiere, bei denen das nicht möglich ist. Dann tritt eine Kommission, bestehend aus der einweisenden Behörde, dem Veterinäramt und einem unabhängigen Gutachter, zusammen. Dann wird das Tier begutachtet. Und es gibt auch Fälle, wenn auch in einer sehr geringen Quote, bei der das Tier eingeschläfert wird. Aber ehe das geschieht, hat Mario Lindenborn nichts unversucht gelassen.

Wer sich für Sami oder die kleine Katze interessiert, oder sich auch sonst über den Verein und Beitrittsmöglichkeiten informieren möchte, kann sich unter: 01590 – 1746646 melden.

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