Probefahrt für 48 Stunden Fläming

Görzke. In einem Monat ist es wieder soweit. Während der Aktion 48 Stunden Fläming können Besucher am 07. und 08. September die Region erkunden und dabei viel Spannendes und Interessantes entdecken. Der diesjährige Flämingmarkt findet in Görzke statt.

Die Lokale Aktionsgruppe Fläming-Havel e.V. hatte am vergangenen Dienstag schon mal zu einer Probefahrt eingeladen. Dabei wurden einige Strecken abgefahren, um diese aus der Sicht der Besucher sehen zu können. Und natürlich wurden auch einige Anbieter besucht. Wie den kleinen Reiterhof von Saskia vom Felde in Borne. Sie ist das zweite Mal dabei. Die gelernte Pferdewirtin stamm eigentlich aus der Nähe von Köln. 1997 zog sie in die Nähe von Groß Kreutz, war aber weiterhin auf der Suche nach einem passenden Gehöft für ihre beiden Pferde. Dieses fand sie schließlich in Borne und kaufte dieses 2015. Seit 2018 ist Saskia vom Felde nun selbstständig.  „Hier haben wir eine Heimat gefunden“, sagt sie. Derzeit ist noch einiges auf dem Hof im Umbau zur Pferde- und Reitpension.

Aber für die Kinder im Dorf bietet sie jetzt schon Reitunterricht an. Es gibt Einzel- und Gruppenunterricht. Wenn alle Pferde ausgebildet sind, können die Gruppen auch größer werden als die derzeitigen mit zwei Personen. Derzeit gibt es neun Pferde, ein Maultier und drei Ziegen auf dem Hof. Das Maultier ist aber nicht reitbar. Saskia vom Felde bekam es geschenkt, als es schon 12 Jahre alt war. Zu spät für die Ausbildung. Damit beginnt man ab einem Alter von drei Jahren. Die Pferde haben einen Unterstand und sind Tag und Nacht draußen an der frischen Luft. Am Hof selbst gibt es 2,5 Hektar Land, außerdem hat Saskia vom Felde außerhalb noch ein Stück. „Es ist ein perfekter Platz“, freut sie sich über das Gehöft, aber auch über die guten Reitwege in der Umgebung. Viel mehr Pferde möchte sie eigentlich nicht anschaffen, dann würde es schon wieder zu eng werden. Lieber will sie noch ein bisschen in die Zucht gehen. Pferde und auch Maultier ließen sich von den Besuchern gern streicheln, nur die Ziegen hielten einen gewissen Sicherheitsabstand.

Eine weitere Station der „Probetour“ war das kleine Atelier von Marion Behrendt in Reetzerhütten. Sie fertigt Kleidungsstücke aus Naturmaterialien und erklärte ausführlich, wie die Wolle gefärbt, gesponnen und gewebt wird. Diese erhält sie von Schäfern der Region. Ein Schaf gibt etwa 4-6 Kilogramm Rohwolle. Etwa zwei Drittel davon kann man verwenden. Die Wolle wird zunächst gewaschen, jedoch ohne Zusätze, entweder mit ausgekochten Kastanien oder Nüssen. So ist der Sud biologisch abbaubar. Um die Wolle zu glätten, hat Marion behrendt eine kleine Maschine, welche die Fasern sozusagen in eine Richtung bürstet. Beim Besuch mischte sie weiße und gelbe Wolle, so erhielt sie gleich einen melierten Faden. Interessiert wurde beobachtet, die aus dem wuschligen Knäuel ein faden am Spinnrad wurde. Viele interessierte, womit sie die verschiedenen Farben erhält. Marin Behrendt erklärte, mit welchen Pflanzen man gut färben kann. Eine davon ist die Goldrute, die jetzt fast überall in der Blüte steht. Diese wird für die Aktion auch noch eine besondere Bedeutung haben. Da ihr Atelier in einer kleinen Seitenstraße des Ortes liegt, wird Marion Behrendt Kränze aus der Goldrute flechten und diese mit einem Schild versehen „Folgen Sie der Goldrute“. So sollen die Gäste zum Atelier geleitet werden.

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