Wir zu Lande – Rückblick auf das erste Förderjahr

Das erste Förderjahr des von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) geförderten Medienkompetenzprojektes Projektes Wir zu Lande (WZL) neigt sich dem Ende zu. Zeit, eine kleine Bilanz zu ziehen.

Ziel des Projektes war die Förderung von Bürgerjournalismus in der Region. Dabei wurde im ersten Projektjahr  vor allem Augenmerk auf das bereits vorhandene Internetportal www.flaeming365.de von Andreas Trunschke gelegt. Dieses, die Parallelseite www.zauche365.de besteht seit 2018, es gab jedoch einige Vorgängerseiten. Die beiden Plattformen sind offen für jeden Bürger und kostenfrei nutzbar. Hier können Einzelpersonen, aber auch Vereine oder Gemeinden über Aktivitäten in ihrem Umfeld berichten.

In Zusammenarbeit mit Wir zu Lande gab es eine optische Verbesserung der Seite und finanzierte eine technische und grafische Überarbeitung der Bürgerzeitung und trug mit einer Kampagne dazu bei, die Bekanntheit der Plattform in der Region zu steigern, unter anderem durch die Einbettung von Fläming 365 in den Nachrichten-Feed der neuen Bad Belzig App. Dies führte dazu, dass viele neue Akteure sich als Autoren auf der Plattform angemeldet haben. Erfreulich ist, dass sich ganz verschiedene Organisationen und Vereine aus der Region für „Fläming 365“ interessieren und auch bekundet haben, dass sie regelmäßig schreiben möchten.

Zusätzlich wurden verschiedene Medienworkshops durchgeführt. Diese beschäftigten sich zum einen mit Schreiben und Fotografieren für das Internet, als auch mit dem Thema „Reportagen mit dem Smartphone drehen“. Diese Workshops wurden sowohl über die Kreisvolkshochschule als auch innerhalb verschiedener Veranstaltungsformate angeboten. Seit September vergangenen Jahres wurden ca. 130 Leute in den WZL-Workshops ausgebildet. Zusätzlich fand ein regelmäßiger Stammtisch zum Erfahrungsaustausch statt. “Wir freuen uns über all die Menschen, die ein Interesse daran haben, dass es eine lebendige Medienvielfalt in der Region gibt”, so Projektleiterin Daniela Singhal.

Das Interesse war vorhanden, jetzt soll es zum Thema Smartphonereportagen noch einmal in verschiedene Schulen gehen, aber auch noch  öffentliche Workshops  geben, an denen Jeder teilnehmen kann. Zusätzlich wird  gerade im Rahmen des neu geplanten ‘Makers Space’  im Coconat in Klein-Glien ein Schnittplatz eingerichtet, wo Filme bearbeitet und zugeschnitten werden können. Natürlich immer unter professioneller Anleitung.

„Oftmals ist nicht klar, warum Öffentlichkeitsarbeit so wichtig ist“ bestätigt Projektleiterin Anna Momburg kürzlich auf dem zweiten Stammtisch des Projektes. Zusätzlich bedarf es einer engmaschigen Betreuung der Interessenten. Viele scheuen sich vor den technischen Notwendigkeiten. „Da sind zwingend noch einmal Schulungen für das Einstellen von Beiträgen notwendig“, so Anna Momburg. Außerdem müssten Anreize für diejenigen geschaffen werden, die schreiben wollen.

Aktuell beschäftigen sich die beiden Projektleiterinnen mit der Evalutation des ersten Projektjahres und Plänen für das zweite Jahr. Ein Punkt dabei ist die Finanzierung der Administration von Fläming 365, bisher wurde die Seite durch Andreas Trunschke ehrenamtlich betreut. Jedoch stößt er inzwischen an seine Grenzen, hat sich die Betreuung beider Plattformen doch inzwischen zu einem Fulltime-Job entwickelt.

„Wir haben viel getan, was die Bürgerzeitung und auch die Vernetzung betrifft. Eine genaue Analyse der Wirksamkeit der Maßnahmen zur Förderung der Plattform befindet sich derzeit in Arbeit“, so beide. So haben sich zwar die Zugriffszahlen auf die Online-Bürgerzeitung erhöht und eine Vielzahl an Leuten haben sich einen Zugang eingerichtet, aber zu signifikant mehr Aktivitäten hat es bisher nicht geführt. Irritierend ist, dass die Parallelseite Zauche 365, die keine explizite Unterstützung erhalten hat, nach wie vor die deutlich erfolgreichere ist. Das könnte damit zusammenhängen, dass die Bevölkerungszahl in der Region einfach höher ist, jedoch auch mit der Einsicht über die Wichtigkeit der Öffentlichkeitsarbeit. So berichten in der Region Zauche selbst die Kommunen über ihre Aktionen und Themen. Das fehlt im Bereich Fläming und wird zukünftig eine der Hauptaufgaben des Projektes sein. Weiteres Ziel ist es, die registrierten Nutzer zu animieren und zu befähigen, regelmäßig und nachhaltig zu berichten.

Jedoch hatte das gesamte Projekt durchaus positive Auswirkungen. So erhielt die Seite www.flaeming365.de im vergangenen Jahr den Fläminginitiativpreis. Andreas Trunschke war zudem zu einer Expertenrunde Lokaljournalismus nach Potsdam eingeladen. Inzwischen hat auch die Politik die Notwendigkeit der Förderung solcher Initiativen erkannt. Es wird eine entsprechende Förderrichtlinie geben. In wie weit Fläming 365 davon profitieren kann und ab wann es sie gibt, ist jedoch noch offen.

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