Potsdam-Mittelmark: Ein Fragebogen für den Sport

Potsdam-Mittelmark. Wie ordnen Sie Ihre sportlichen Aktivitäten ein? Als bewegungsaktiv, als Sport treibend oder als nicht aktiv? Welchen sportlichen Aktivitäten gehen Sie im Allgemeinen nach? Mit welcher Intensität? Stark, leicht oder nicht schwitzend? Wer organisiert Ihre sportlichen Aktivitäten? Welche Anlagen nutzen Sie? Welche Sportangebote vermissen Sie?

Das und noch viel mehr wollen Prof. Dr. Michael Barsuhn und Projektleiter Herrn Konstantin H. Pape vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung e. V. (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam der Europäischen Sportakademie Land Brandenburg wissen. Dazu wurden 8.000 Bürger nach einem Zufallsprinzip aus folgenden Planregionen ausgewählt:

  • Teltow, Nuthetal, Kleinmachnow, Stahnsdorf,
  • Werder (Havel), Beelitz, Michendorf, Schwielowsee, Seddiner See,
  • Beetzsee, Wusterwitz, Ziesar, Groß Kreutz (Havel), Kloster Lehnin und
  • Brück, Niemegk, Bad Belzig, Treuenbrietzen, Wiesenburg/Mark.

Es sollen ausdrücklich alle Altersgruppen angesprochen werden. Morgen gehen die Fragebögen mit einem Anschreiben des Landrates, Wolfgang Blasig, in die Post. Rechtzeitig zum Wochenende sollen sie bei den Zielpersonen ankommen. Parallel zur Bürgerbefragung werden auch alle Schulen und Kindertagesstätten im Rahmen von Online-Befragungen in den Planungsprozess einbezogen. Die Sportvereine im Landkreis wurden bereits im Zeitraum von April bis Mai befragt.

Michael Barsuhn
Michael Barsuhn bei seinem Vortrag

Ziel der Aktion ist es, mehr über die Bedürfnisse der Einwohner von Potsdam-Mittelmark hinsichtlich Sport, Bewegung und Gesundheit zu erfahren. Wie Vize-Landrat Christian Stein betont, sollen viele Akteure, Bürger, Vereine, die Verwaltung und die politische Gremien einbezogen werden:

„Nur so lässt sich eine integrierte Sport- und Stadtentwicklung erreichen.“

Ausdrücklich sollen auch nicht in Vereinen organisierte Sportler nach ihren Bedürfnissen befragt werden, auch diejenigen, die sich weniger oder gar nicht sportlich betätigen, denn:

„Diejenigen, die noch mit einer sportlichen Betätigung hadern, sind auch an Gesundheit interessiert.“

An die Befragung, die bis zum 20. September dauern soll, schließt sich im Oktober eine Bestands-Bedarfs-Bilanzierung an. Im November werden deren Ergebnisse präsentiert. Ab Frühjahr sind dann themenspezifische Workshops in den Planregionen geplant. Im Sommer 2021 soll die Sportentwicklungsplanung für Potsdam-Mittelmark stehen. Der zeitliche Rahmen ist bewusst so variabel formuliert, schließlich weiß man nicht, wie sich die Corona-Pandemie weiter entwickeln wird.

Barsuhn sieht auch in den Schulen wichtige Partner:

„Wenn man etwas für die Schule tut, dann profitieren auch die Sportvereine.“

Das bestätigt auch Thomas Bottke vom Kreissportbund Potsdam-Mittelmark:

„Wir sind auf die Mitarbeit aller angewiesen. Nicht nur in der Corona-Krise brauchen wir bei den Kommunen das Bewusstsein, dass der Sport auch kleinteilige Räumlichkeiten braucht.“

Sport und Bewegung können auch bei der Feuerwehr oder in der Natur stattfinden. Für Bottke kommt es auch auf die Zusammenarbeit der Kommunen an. Wir können uns nicht für jeden Ort einen Fussballplatz leisten. Bottke nennt 15 bis 30 Tausend Euro für den jährlichen Unterhalt. Andererseits gibt es Plätze, ohne dass es im Ort noch eine Mannschaft im Spielbetreib gibt.

Ein aktuelles großes Problem ist es laut Bottke für den Sport, dass einzig dass Land Brandenburg noch Kontaktsportarten wegen Corona verbietet. Den Vereinen fehlt der Spielbetrieb, das schafft Unzufriedenheit und bringt Umsatzeinbuße durch Eintrittsgelder und den Verkauf von Speisen und Getränken.

„Das tut dem Sport weh.“

(Artikelfoto v.l.n.r.: Vize-Landrat Christian Stein, Fachdienstleiter Jürgen Otto, KSB-Geschäftsführer Thomas Bottke und Michael Barsuhn vom INSPO)

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