Im Ehrenbuch der Stadt Bad Belzig geblättert

Stadt Bad Belzig. Gehütet wie ein kleiner Schatz, bekommt der Bad Belziger das Ehrenbuch der Stadt eigentlich so gut wie nie zu Gesicht. Angelegt wurde es am 1. Mai 1991, aus Anlass der Rathauseinweihung.

Allerhand ist seitdem passiert. Politiker, Sportler, Künstler, verdiente Bürger, Gäste aus nah und fern und alljährlich das Prinzenpaar des Belziger Karnevalsklubs schwangen die Feder und verewigten sich im Ehrenbuch der Stadt.

Aber der Reihe nach: Los ging es am 1. Mai 1991. Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe war aus Anlass der Rathauseinweihung in der Stadt zu Gast und durfte sich als erster im Ehrenbuch verewigen. Dem Bürgermeister und den Mitarbeitern der Verwaltung wünschte Stolpe eine “glückliche Hand” und der Stadt – noch ohne Badtitel – “Glück und Segen”.

Zur Wiedereröffnung des Freibades kam am 4. Juli 1993 der Minister für Bildung, Jugend und Sport, Roland Resch. Er trug sich in das Ehrenbuch ein und blieb nicht der einzige Minister der Landesregierung, der das Freizeit- und Erlebnisbad bewunderte. Am 15. Juli 1993 folgte der Besuch von Regine Hildebrandt. Sie schrieb: “Zu meiner sehr großen Freude konnte ich heute das wunderschöne Freibad in ihrer Stadt in Augenschein nehmen” – und hüpfte ins Bad. Mit einem geliehen Badanzug.

Es folgten am 26. Juni 1993 Johannes und Christina Rau, die aus Anlass der Einweihung des Jugendfreizeitzentrums Pogo gekommen waren. Eintragung auf Eintragung folgte in jenem Jahr. Längst können nicht alle wiedergegeben werden. Der vom 30. August 1993 ist jedoch ein Muss: 15 Abgeordnete des Brandenburger Landtages besuchten in Vorbereitung auf die Entscheidung zum Kreistagssitz die Stadt. Bürgermeister Peter Kiep hatte das Ehrenbuch auch bei dieser Gelegenheit parat und ließ jeden einzelnen darin unterschreiben.

Ein besonderer Tag für Belzig war auch der 14. Juli 1993. Kiep empfing drei Mitarbeiter des Bundesvermögensamtes Potsdam. Sie waren nicht mit leeren Händen gekommen! Im Auftrag des Bundesfinanzministers durften sie der Stadt Belzig die Burg Eisenhardt schenken – und sich im Ehrenbuch verewigen.

Der weltbekannte Künstler Ivan Rebroff – mit bürgerlichem Namen Hans Rolf Rippert – gastierte im August 1994 in der Stadt. “Nach einer schmerzlichen Abstinenz von 55 Jahren bin ich überglücklich, das Gefühl eines ‘heimkehrenden Sohnes’ erleben zu dürfen”, heißt es in seinem Eintrag, der daran erinnert, dass Rebroff einen Teil seiner Kindheit in Belzig verlebte.

Schon im Oktober folgte der nächste Promibesuch. Zur Eröffnung des Einkaufsmarktes am Busbahnhof kam der Skisprungolympiasieger und Weltmeister Jens Weißflog.

Am 3. Mai 1995 trugen sich überlebende Frauen des früheren KZ-Außenlagers Roederhof im Ehrenbuch ein. Sie schrieben, dass erste mal nach 50 Jahren wieder in der Stadt zu sein und sich darüber zu freuen, “Belzig auf ganz andere Weise kennen zu lernen.”

Auch bei der Einweihung der Kunsteisbahn hatte Bürgermeister Peter Kiep das Ehrenbuch mit dabei. Am 18. November schrieben Linda und Andreas Müller, Sascha Rabe, Karin Hendschke und andere: “Herzlichen Glückwunsch zur einzigartigen Eisbahn. Vielleicht kommt ja mal ein Eiskunstlaufweltmeister aus Belzig …”.

1997 erfolgten weitere Eintragungen im Rahmen des großen Stadtgeburtstages. Das 1000jährige Belzig wurde gefeiert. Die Radsportlegende Täve Schur, der später in der Stadt zu Gast war, bescheinigte Belzig “ein Herz für den Sport”. Auch der erste Spatenstich für die SteinTherme am 2. Oktober 2000 ist im Ehrenbuch dokumentiert – Dank eines Eintrages der Partnerstadt Ritterhude.

Im Januar 2006 trugen sich Gerhard Dorbritz und im April 2006 Thea Labes ein – ihnen war die Ehrenbürgerwürde verliehen worden.

Einen besonderen Tag im August 2012 erlebte Bürgermeister a.D. Peter Kiep. Auch daran erinnert das Ehrenbuch. Er schrieb:

“Tief bewegt erlebte ich, der ‘alte Belziger’ die Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz . Ich bedanke mich beim Schicksal, meiner Heimatstadt Bad Belzig als Bürgermeister gedient zu haben! Die Beifallswoge während der Ehrung werde ich nie vergessen. Danke liebe Belziger”.

Mit Helga und Günter Kästner erhielten zwei weitere Einwohner der Stadt das Bundesverdienstkreuz – und trugen sich im Ehrenbuch ein. Mit der Übergabe der Ehrenbürgerschaft im Dezember 2020 war ein weiterer Eintrag verbunden.

(Artikelfoto: Helga und Günter Kästner erhielten das Bundesverdienstkreuz)

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