Niemegk: Das musikalische Erbe des Niemegker Orgelbauers Gottfried Wilhelm Baer wird in einer Ausstellung gezeigt

Niemegk. Seit sechs Jahren wird – jeweils unter einem anderen Thema stehend – zu Sommerausstellungen in die Niemegker St. Johanniskirche eingeladen. Nachdem mit einer solchen Ausstellung im vergangenen Jahr an den bekannten Kirchenmaler Gerhard Olbrich erinnert wurde, er schuf u.a. das Flügelaltarbild und die 24 farbigen Seitenfenster mit ihren christlichen Symbolen, wird jetzt der einst in Niemegk lebende Orgelbaumeister Gottfried Baer vorgestellt.

Geboren im Jahr 1811 in Zwebendorf, erlernte der Sohn eines Dorfschullehrers die Kunst des Orgelbaus beim Orgelbauer Lochmann in Delitzsch.

1841 kam Baer nach Niemegk und heiratete Emma Emilia Lobbes geborene Poppenburg, die Witwe des verstorbenen brauberechtigten Bürgers und Instrumentenmachers Friedrich Gottlob Lobbes.

Fortan ging er in einer kleinen Werkstatt gleich hinter dem Niemegker Rathaus seinem Handwerk nach und baute dort Kirchenorgeln. Später trat sogar der Stiefsohn Friedrich Gottlob Lobbes beruflich in seine Fußstapfen.

Die Orgel in Rädigke gilt als das erste Werk, dass Baer in hiesiger Gegend baute. Im Mai 1841, noch vor der Baerschen Hochzeit, berichtete der damalige Rädigker Pfarrer Ulich der „Königlichen Wohllöblichen Kircheninspektion zu Belzig“, dass die Gemeinde Rädigke entschlossen sei, eine von dem Niemegker Orgelbauer Baer erbaute Orgel in ihrer Kirche aufzustellen. Dass Baer damals ein im Fläming noch völlig unbekannter Mann war, beweist die Forderung der Kircheninspektion, Baer solle durch Zeugnisse seine Geschicklichkeit zum Bau einer Orgel nachweisen. Es kam zu Verhandlungen über die Finanzierung. Als Preis wurden 312 Taler genannt. Nachfolgend erwarb die Gemeinde das kleine Werk, welches 1842 in der Rädigker Kirche aufgestellt wurde.

1873 starb Gottfried Wilhelm Baer im Alter von 61 Jahren in Niemegk. An sein und das Schaffen seines Stiefsohnes Friedrich Gottlob Lobbes erinnern heute Kirchenorgeln in zahlreichen Flämingorten.

Aufrufe: 40