Landkreis Potsdam-Mittelmark sucht Containment-Scouts im Gesundheitsamt

Potsdam-Mittelmark. Durch das erneut aufwachsende Infektionsgeschehen der Corona-Pandemie ist der Landkreis Potsdam-Mittelmark gefordert, schnell und sorgfältig Infektionsketten zu durchbrechen und dafür entsprechende Maßnahmen zu treffen. Dabei wird die Kreisverwaltung bislang von Containment-Scouts unterstützt, die beim Landkreis tätig werden, aber direkt vom Robert-Koch-Institut (RKI) dazu beschäftigt werden.

Aktuell sucht der Landkreis erneut mehrere – mindestens fünf – Menschen, die als Vollzeitkraft für sechs Monate im Gesundheitsamt tätig werden.

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Containment Scout in Potsdam-Mittelmark

Ein ganz neues Arbeitsfeld hat sich durch die Corona-Pandemie in der Kreisverwaltung aufgetan: Der Containment-Scout. Durch das RKI angestellt, halfen in Potsdam-Mittelmark bis zu 20 von ihnen engagiert bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen. Eine große Unterstützung bei der Bekämpfung der Pandemie.

Im Gespräch mit Julius Rath, seit Mai 2020 im Gesundheitsamt Potsdam-Mittelmark beschäftigt, geht es um diese Aufgabe. Zunächst war er in der Kontaktnachverfolgung tätig, seit Januar koordiniert der 26-Jährige diesen Bereich als zuständiger Sachbearbeiter.

Herr Rath, was sind eigentlich Containment Scouts und was tun sie?

Julius Rath: Die so genannten Containment Scouts sind zur Unterstützung für die Gesundheitsämter durch das Robert-Koch-Institut (RKI) bereitgestellt, wo sie meistens zur Kontaktnachverfolgung im Telefondienst eingesetzt werden. Das Ziel hierbei ist die Unterbrechung von Infektionsketten um somit
die Eindämmung („containment“) des Virus voranzutreiben. Der Begriff „Containment“ erklärt also direkt die Aufgabe der Scouts zur Eindämmung des Coronavirus.

Was sind denn die wesentlichen Aufgaben eines Containment Scouts im Gesundheitsamt?

JR: Im Gesundheitsamt laufen die Fäden in der Pandemie zusammen. Dabei ist der Kontakt mit betroffenen Menschen im Telefondienst eine ganz wichtige Säule, da so direkt auftretende Fragen beantwortet werden können. Auch das Aussprechen von Quarantäneentscheidungen bei einer Infektion, Arbeiten mit der dazugehörigen Meldesoftware sind wesentliche Aufgaben. Natürlich gehört die Bearbeitung von Daten- und Posteingängen dazu, nicht zuletzt werden die Gesundheitsaufseher durch den Scout unterstützt.

Und was hat das mit dem RKI zu tun?

JR: Das Robert Koch-Institut erfasst kontinuierlich die aktuelle COVID-19-Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein. Darüber hinaus stellt das RKI umfassende Empfehlungen für die Fachöffentlichkeit zur Verfügung und gibt einen Überblick über eigene Forschungsvorhaben. Diese Empfehlungen stellen schließlich auch die Grundlage unserer Ermittlungen und Entscheidungen dar. Insoweit besteht ein gemeinsames Interesse an einer funktionierenden Zusammenarbeit mit dem RKI.

Was gefällt Ihnen an der Aufgabe?

JR: Der direkte Kontakt mit den Bürgern, Arbeiten in einem engagierten und zuverlässigen Team mit offenem Umgang. Wer sich gern für andere Menschen und das Gemeinwohl einsetzt, der ist hier gut aufgehoben. Und jeder Fall ist individuell, jedes neue Problem bedarf einer neuen Lösung, nach der wir gemeinschaftlich suchen.

Worin liegt die Herausforderung für eine Tätigkeit als Scout?

JR: In Spitzenzeiten ist schnell sehr viel zu tun, das zeigt die Erfahrung aus den nun 18 Monaten der Pandemie. Hierfür ist eine gewisse Belastbarkeit und Stressresistenz von Vorteil. Auch nicht alle Gesprächspartner verhalten sich kooperativ am Telefon, zudem erhält man oftmals einen tiefen Einblick in die Lebensumstände der betroffenen Personen, hier gilt es einerseits empathisch, andererseits auch professionell zu agieren.

(Pressemitteilung des Landkreises Potsdam-Mittelmark | Artikelfoto: Julius Rath)