Eine kleine Pilzwanderung durch den Fläming

Bereits Ende Juni, Anfang Juli werden die Pilzfreunde unruhig. Passt das Wetter, findet man dann nämlich schon die ersten Pilze. Pfifferlinge, Schirmpilze und auch Champignons sind die ersten, die ihre Köpfe aus der Erde strecken. Vereinzelt kann man auch schon Hexenröhrlinge und Steinpilze finden. Aber die eigentliche Pilzzeit ist der Herbst. Dann ist das Suchen auch meist erfolgreich.

Krause Glucke
Krause Glucke

Was wir als Pilz kennen und sehen, ist jedoch nur der Fruchtkörper. Die eigentlichen Pilze, das Myzel, wächst unter der Erde und verteilt sich dort. Das Ergebnis sind oft sogenannte Hexenringe, wo man die Pilzkörper kreisförmig wachsen sieht. Besonders deutlich ist das bei Champignons auf der Wiese, aber auch im Wald. Wer also einen Pilz gefunden hat, sollte sich in der näheren Umgebung umsehen.

Pilze wachsen auf unterschiedlichen Standorten, aber zu viel Gras mögen sie in der Regel nicht. Bis auf die Parasolpilze – wir nennen sie meist Schirmpilze. Die wachsen auch zu Hauf an Straßenrändern. Ergiebig sind sie jedoch erst, wenn sich der Schirm voll entfaltet hat. Paniert wie ein Schnitzel sind sie besonders lecker. Genauso kann man auch Riesenboviste zubereiten, die man auf Wiesen und Weiden findet und die die Größe eines Fußballs erreichen. Auf Rasenflächen und Schutthalten sind Schopftintlinge zu finden. Sie fallen auf, weil sie mit zunehmendem Alter regelrecht zerfließen und eine schwarzen Saft, ähnlich wie Tinte, absondern. Jung sind sie jedoch sehr schmackhafte Speisepilze. Da sie sehr zerbrechlich sind, braucht man ein Körbchen.

Das sollte eh jeder Pilzsammler dabei haben, denn in Plastetüten fangen die Pilze an zu schwitzen und zu verderben. Auch ein kleines Messer ist von Vorteil, um die Pilze gleich im Wald zu säubern. Wie man sie erntet, da scheiden sich die Geister. Kennt man einen Pilz, kann er getrost über dem Boden abgeschnitten werden. So bleibt das Myzel in der Erde und sorgt im kommenden Jahr für eine neue Ernte. Kennt man den Pilz nicht, sollte er vorsichtig aus dem Boden gedreht werden, denn grade am Stiel oder an der Knolle finden sich wichtige Unterscheidungsmerkmale. So wird der Champignon von Unkundigen oft mit dem giftigen weißen Knollenblätterpilz verwechselt. Der Champignon hat jedoch rosa Lamellen und einen glatten, etwas gebogenen Stiel. Beim Knollenblätterpilz sind die Lamellen weiß und der Stiel steckt sozusagen in einem Stiefelchen. Ähnlich ist es bei Perlpilz und Pantherpilz. Von der Färbung her oft kaum zu unterscheiden, steckt auch beim Pantherpilz der Stiel in einem Stiefel. Außerdem sind die Hüllreste auf dem Hute bei ihm ungleichmäßig verteilt, während sie beim Perlpilz kreisförmig angeordnet sind.

Perlpilz
Perlpilz

Die meisten anderen Pilze wachsen im Wald. Bevorzugt sind Nadelwälder mit Moos oder Nadelstreu, aber auch Laubwälder wie Buchen, Eichen und Birken. Oft gehen Pilze eine Symbiose mit den Bäumen ein. Wie der Lärchenröhrling, den man nur unter Lärchen findet. Der Birkenpilz wächst unter Birken, die Espenrotkappe unter Espen.

Sowohl in Laub-, aber auch in Nadelwäldern findet man den beliebten Steinpilz. Je nach Standort variiert dann die Hutfarbe. Auch den Pfifferling findet man in Laub- und in Nadelwäldern.

Zweifel kommen immer wieder auf, finden die Sammler einen Hexenröhrling. Wegen seiner roten Poren halten ihn viele oft für den giftigen Satanspilz. Dieser hat jedoch einen weißen Hut im Gegensatz zum braunen des Hexenröhrlings, ist ziemlich selten und in Deutschland eher südlich zu finden. Deshalb gilt für alle Pilzfreunde: Sammle nur, was Du wirklich kennst. Im Zweifelsfall eine Pilzberatung aufsuchen, denn eine Pilzvergiftung kann tödlich sein. Auch wenn Eltern und Großeltern sagen, diesen Pilz hätten sie immer gegessen. Das betrifft vor allem den kahlen Krempling und die Frühjahrslorchel. Nach besonderer Zubereitung und mehrfachem Abkochen hat man diese Pilze früher gegessen. Aber neuste Erkenntnisse haben gezeigt, dass auch sie schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen können. Also Finger weg davon.

Und nun lade ich Euch ein zu einem kleinen Pilzspaziergang.

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