Beerenoase in Ragösen – Vom Spargelhof zur Beeren-Selbstpflücke

Ragösen. Die Selbstpflücke im Spargelhof Ragösen ist noch im vollen Gange. Bis Mitte Oktober darf gepflückt werden. 2011 hat Sladjana Mitic den Spargelhof Werner in Ragösen übernommen, heute wandelt sich der Hof zu einem Beerengarten. „Mein Mann nennt unseren Hof „Beerenoase“, berichtet die 54jährige Chefin.

Ihr vier Jahre älterer Mann Sladjan unterstützt die Betreiberin. Nachdem die ersten Heidelbeertöpfe schon 2012 aufgestellt wurden, sind es jetzt geschätzt rund 1500 Töpfe, die für die Selbstpflücker zur Verfügung stehen. „Viele wissen nicht, dass man immer noch vorbeikommen kann“, staunt Frau Mitic. Im Augenblick reifen die Sorten „Liberty“ und „Aurora“. Während „Liberty“ nur noch in den kommenden beiden Wochen gepflückt werden kann, sind die „Aurora-Beeren“ noch bis Mitte Oktober zu haben.

Margrid Wernicke ist am Dienstagvormittag gemeinsam mit einer Bekannten aus Ziezow nach Ragösen gekommen. „Es macht Freude selbst etwas zu pflücken, Bewegung an der frischen Luft“, sagt sie. Sonst hilft sie in der Gaststätte „Stadtmitte“ im Service aus.

Mathias Kelm von der Gärtnerei Döring aus Brück-Gömnigk lobt die Zusammenarbeit mit der „Beeren-Oase“. Während er frische Tomaten anliefert, nimmt er Heidelbeeren mit nach Gömnigk. „So müssen die Ragösener die Reise nicht auf sich nehmen und auch die Gömnigker erhalten frische Heidelbeeren“, sind sich Kelm und Mitic einig.

Falko Petermann hat wenig Zeit, der Ragösener Geschäftsmann kauft deshalb ein paar Schalen Beeren. „Zum Pflücken komme ich leider nicht, das hat früher meine Tochter gern gemacht“, erzählt Petermann. Tochter Pia macht gerade ein soziales Jahr in Frankreich. „Wenn wir sie besuchen fahren, nehmen wir vielleicht ein paar Blaubeeren mit“, lächelt Petermann und hofft, mit den Blaubeeren das Heimweh lindern zu können. „Hier stimmt die Qualität, alles ist super frisch und die Bedienung nett“, lobt er den Hof und dessen Chefin.

Immerhin sind Mitte September immer noch sieben Kräfte als Saisonkräfte auf der Beerenplantage beschäftigt. Sie kommen alle aus dem rumänischen Landkreis Bihor an der Grenze zu Ungarn. „Wir sind zwei, drei Monate hier und fahren dann Nachhause“, erzählt der 32jährige Attila Jeremias. Er hat das Glück, dass seine zehn Jahre jüngere Frau Andrea ebenfalls dabei ist. Attila arbeitet in Rumänien auf dem Bau. Auch Simona Morina ist mit ihrem Mann da. „Erst gestern ist ein Mitarbeiter zurückgefahren“, erzählt Landwirtin Mitic und weiß ganz genau, dass alle im kommenden Jahr wiederkommen wollen. Das bestätigt zumindest Attila Jeremias.

In Ragösen denkt man schon weiter. Während in diesem Jahr Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren selbst gepflückt werden konnten und können, wird das Angebot im kommenden Jahr noch breiter sein. „Mein Mann hat Brombeersträucher gesetzt, so dass wir nächstes Jahr die Saison noch verlängern können“, lädt Sladjana Mitic jetzt schon ein.

Übrigens ist jetzt schon, ein weiteres Produkt in Ragösen käuflich zu erwerben. „Fruchtaufstrich Heidelbeeren“ steht unter dem markanten Aufdruck „Mitic“ auf dem Etikett, abgefüllt im „Zickengang“ kann man darunter lesen. „Wir arbeiten zusammen mit Jens Beiler aus Golzow, das klappt wunderbar“, erklärt Frau Mitic. Wie so häufig war es eine spontane Idee. „Wir saßen gemütlich am Tisch in der Gaststätte und plötzlich war die Idee geboren“, erinnert sich Beiler. So werden auch die Beeren verbraucht, die zwar o.k. und schmackhaft sind, aber optisch den Kunden nicht ansprechen. Beiler kocht gern mit saisonalen Erzeugnissen, kein Wunder also, dass aktuell Ziegenkäse mit Blaubeeren oder „Rehrücken auf einer Blaubeer-Burgunder-Sauce mit Spätzle“ auf der Speisekarte stehen. „Wir experimentieren auch mit den anderen Beeren“, erzählt der Koch. Man darf gespannt sein.

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