“Durchboxen statt Botoxen” im KleinKunstWerk Bad Belzig

Bad Belzig. “Ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht”, sagte eine Bad Belzigerin nach der Veranstaltung, bevor sie auf ihr Rad stieg. Auch die Betreiberin des KleinKunstWerkes, Gerlinde Kempendorff, freute sich:

“Es ist wunderbar, wieder so einen vollen Saal zu habe.”

Angelika Beier, KleinKunstWerk, Bad Belzig
Gut gefülltes KleinKunstWerk

Der war tatsächlich bis auf den letzten Stuhl besetzt. Es war zudem der Tag der Bundestagswahl, weshalb Kempendorff gleich einleitend dem Publikum zurief:

“Es war nicht nur eine gute Wahl, hier zu sein, sondern ich hoffe, sie haben auch noch eine andere gute Wahl getroffen.”

Auf der Bühne stand Angelika Beier mit ihrem Programm “Durchboxen statt Botoxen”. Die Kabarettistin aus München, was man auch hörte, ging sofort auf ihr Publikum zu – und wählte sich einen Opferstuhl und damit auch ein Opfer des Nachmittags. In diesem Falle war es ein Bernd, auf den sie im Laufe des Programms immer wieder zurückkam.

“Wer ist gebotoxt”, fragte sie gleich zum Beginn und fügte hinzu:

“Alle mal die Stirn runzeln.”

Damit war der Ton gesetzt. Meist frivol, einmal auch vulgär ging Beier die Tücken des Lebens im höheren Lebensalter an. Den “Sex des Alters”, der bekanntlich das Essen ist, exizierte sie genüßlich in allen Facetten durch. Ihr Bad Belziger Publikum erwieß sich als nicht prüde und spielte mit. Gefragt, was er wählen würde, wenn er die Wahl hätte, Sex oder Essen, antwortete erwähnter Opfer-Bernd spontan:

“Halbe halbe!”

“Diese Antwort habe ich noch nie bekommen”, staunte die Kabarettistin zum Lachen des Publikums.

Immer wieder erzeugte Beier ein Kino im Kopf, das erotische und skurile Situationen ablaufen ließ. Leider verließ sie sich nicht immer auf das Kopfkino. Gags, erzählte und gesungene Geschichten wechselten sich ab. Mal temporeich, mal gefühlvoll-ruhig ging sie den Alltag gereifter Menschen durch.

Am Ende bat Kempendorff wie immer um einen “Austritt”. Die meisten gaben die mindestens 10 Euro gern. Für das nächste Jahr hatte Kempendorff einen Wunsch:

“Es wird zur Gewohnheit: Einmal im Monat gehe ich ins KleinKunstWerk.”

Angelika Beier, KleinKunstWerk, Bad Belzig
Angelika Beier hatte während der Corona-Zeit Beutel genäht, die käuflich erworben werden konnten.

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